Beiträge

Ralph Caspers

“Das Gehirn hat kein Interesse an langweiligen Sachen.”

Kinder der 90er Jahre kennen ihn von erster Stunde an als Ralph von Wissen macht Ah!. Ralph Caspers moderiert die Fernsehsendung schon seit 2001 und ist auch für Wissensmagazine wie Die Sendung mit der Maus und Quarks bekannt. Charakteristisch an Caspers ist neben seiner Erscheinung als Nerd sein schwarzer Humor und seine Art, Dinge visuell zu erklären. Wir haben mit Caspers über authentische Wissenschaftskommunikation, Klima-Aufklärung und ausgestopfte Dackel gesprochen.

Philip Häusser: zwischen Wissenschaft und Fernsehglitzer

Dr. Philip Häusser ist als Wissenschaftler und Unternehmer im Bereich Künstliche Intelligenz tätig und weckt als Moderator, Autor und YouTuber mit unterhaltsamen und schlauen Experimenten die Neugier an Naturwissenschaften. Wir sprachen mit dem Allround-Talent über Wissenschaftskommunikation und darüber, wie er Forschung und Fernsehen unter einen Hut bekommt. 

Die Geschichte einer Lüge – Authentizität in TV-Dokumentationen

Nachdem wir zuletzt fiktionale Serien auf ihre Authentizität hin untersucht haben, widmen wir uns in den folgenden Beiträgen einem Format, von dem generell eine unumstößliche Authentizität erwartet und gefordert wird. Doch wie verhält es sich bei TV-Dokumentationen wirklich? Dazu nehmen wir zunächst den Begriff ‚Authentizität‘ nochmal unter die Lupe und analysieren im Anschluss, wie Dokumentationen diese in Szene setzen.

Farbfilter, Sixpacks und eine Welt der Klischees – Vikings auf dem Prüfstand Part II

Im zweiten Teil unserer Vikings-Analyse gehen wir der Authentizität der Serie weiter auf den Grund und stellen die Protagonisten in den Fokus: Wie kleiden sie sich? Wie kämpfen sie? Und welches Rollenbild haben sie? Und ist das alles authentisch? Das erfahrt ihr in diesem Artikel, mit dem wir auch den Serienteil unserer Suche nach dem großen A abschließen.

Farbfilter, Sixpacks und eine Welt der Klischees – Vikings auf dem Prüfstand Part I

Eingerahmt von zahlreichen TV-Dokumentationen über Wikinger präsentiert uns History Channel die Drama-Serie Vikings. Doch haben die Produzenten der Serie die hauseigenen Dokumentationen gesehen? Skizzieren sie auf deren Grundlage ein authentisches Bild des nordeuropäischen Mittelalters? Oder präsentieren sie uns lediglich ein Fantasy-Produkt? Handlungselemente werden kaum aufgegriffen; leichte Spoilergefahr für alle Staffeln.

Titelbild Rome

Blut und Dreck statt Brot und Spielen – Die Welt von HBOs Rome Part II

Im zweiten Teil unserer Romreise gehen wir der Authentizität dieser gelobten Serie weiter auf den Grund. Dabei werdet ihr unter anderem erfahren, warum demokratische Werte in Rome fehl am Platz sind und wie bedeutend der Abschaum der Stadt für die Glaubwürdigkeit der Serie ist.

Titelbild Rome

Blut und Dreck statt Brot und Spielen – Die Welt von HBOs Rome Part I

Mehrere Millionen Fernsehzuschauer faszinierte zwischen 2005 und 2007 die Serie Rome – die bis zur Ausstrahlung von Game of Thrones teuerste Serie. Doch ob mehr Geld auch eine höhere Authentizität der dargestellten historischen Ereignisse bedeutet, erfahrt ihr hier. In diesem Beitrag werden einzelne Szenen der 1. Staffel angesprochen; leichte Spoilergefahr.

Die Suche nach dem großen A

Die Suche nach dem großen A

Ob nun in Filmen, Dokumentationen oder Serien, historische Darstellungen haben Hochkonjunktur. Doch ist sie nur ein Instrument, um publikumsansprechende Welten zu schaffen, oder kann aus diesen Formaten auch Wissen gezogen werden? Wir machen uns auf die Suche nach der Authentizität in Serien und TV-Dokumentationen mit historischem Inhalt.

Pierre M Krause

„Das Fernsehen ist tot!“

Pierre M. Krause war an der Uni Tübingen als Workshop Coach zu Gast. Was er über die Zukunft des Fernsehens denkt, welche Geheimnisse er rund um das Fernseh-Business verraten hat und wofür eigentlich das M steht, lest ihr hier. 

Fernsehshows – „Top, die Wette gilt.“

von Ricarda Dietrich

3946869891_ba85cf97bc_zNachdem wir uns zuletzt Reality-Show angesehen haben, sollen nun auch andere Formen des Unterhaltungsfernsehens unter die Lupe genommen werden. Und die Auswahl ist groß: Der Zuschauer hat die Wahl zwischen Casting-, Quiz-, Ranking-, Talk- und Samstagabend-Shows. Diese Unterhaltungssendungen erreichen schon seit einigen Jahren die höchsten Einschaltquoten der Sender. Ein Wunder, dass dazwischen überhaupt noch Zeit ist, mal einen Film zu senden.

Warum nutzen Zuschauer diese Unterhaltungsangebote? Zum einen kommt wieder der schon häufig genannte Eskapismus ins Spiel. Fernsehen bietet Zerstreuung und Entspannung, man kann der Monotonie des Alltags entfliehen und Körper und Gedanken zur Ruhe kommen lassen. Welcher Nutzenaspekt allerdings genau daraus gezogen wird, entscheidet jeder selber. Schaut man einmal genauer auf die verschiedenen Shows im Fernsehen, so lassen sich jedoch, abgesehen von Entspannung und Eskapismus, durchaus weitere Motive für die Rezeption erkennen.

Mit Günther Jauch zu der Millionen

Um die Jahrtausendwende brach eine regelrechte Welle von Quizshows über Deutschland herein. Auslöser dafür war die 1999 erstmals ausgestrahlte Show „Wer wird Millionär?“. Das Quizshow-Format, das aus Großbritannien nach Deutschland kam, erfreute sich von Beginn an großer Begeisterung und sorgte dafür, dass weitere Shows dieses Formats entstanden. Zwar wird „Wer wird Millionär?“ inzwischen nur noch montags, und nicht mehr, wie in den ersten Jahren, montags, freitags und sogar samstags ausgestrahlt, doch als in der Show vom 07. Dezember 2015 ein Student die Millionenfrage richtig beantwortete, wurde wieder in allen denkbaren Medien darüber berichtet. Quizshows sind und bleiben ein beliebtes Format. Warum? Neben der Unterhaltung besteht bei diesem Format die Möglichkeit, sich Wissen anzueignen. Der Zuschauer liest die Fragen und Antworten gemeinsam mit dem Kandidaten und überlegt sich selber, welche die richtige Lösung sein könnte. Er fiebert und rätselt mit, kann somit sein Allgemeinwissen erweitern und hat außerdem noch spannende 45 Minuten erlebt. Zudem kommt bei „Wer wird Millionär?“ noch hinzu, dass Günther Jauch ein Moderator ist, der beim Publikum und den Zuschauern daheim sehr gut ankommt. Die Show lebt neben den Fragen und dem Gewinn auch von seinen Unterhaltungen mit den Kandidaten oder dem Publikum.

Gegen Stefan Raab zu Ruhm und Ehre (und einer halben Million)

Ein Show-Format, das schon seit den 60er Jahren sehr beliebt war, sind die Samstagabend-Shows. Diese bestanden aus Spielelementen, Musikauftritten und Studiogästen. Zu Zeiten, als es noch nicht allzu viele andere Unterhaltungsangebote gab, waren diese Shows regelrechte Straßenfeger: Jeder saß mit der Familie am Samstagabend vor dem Fernseher, sofern einer vorhanden war. „Wetten, dass…?“ ist eine solche Show, die sich verhältnismäßig lange gehalten hat, da sie sich immer wieder den neuen Begebenheiten angepasst hat. Auch in meiner Kindheit war es noch üblich, den Samstagabend mit den Eltern und Thomas Gottschalk zu verbringen.

„Schlag den Raab“ wäre ein (grade noch) aktuelles Beispiel für eine solche Samstagabend-Show der heutigen Zeit. Auch in diesen Shows hat natürlich der Moderator einen großen Einfluss auf den Erfolg der Show. So ist Stefan Raab durchaus beliebt beim deutschen Publikum und viele werden samstagsabends einschalten, um zu sehen, ob es mal wieder einen Kandidaten gibt, der Raab schlagen kann (was übrigens in 70% der Duelle nicht der Fall ist). So vereinen Samstagabend-Shows den Unterhaltungsaspekt mit dem sozialen Erleben in der Familie, mit Freunden oder auch im Gespräch am nächsten Montag auf der Arbeit.

Mit Heidi Klum auf den Laufsteg

5962933795_d3769fbc25_zAls Fernsehzuschauer in Deutschland kann man sich Casting-Shows heutzutage kaum noch entziehen. Auslöser war dafür im Jahr 2000 „Popstars“. Dicht gefolgt von „Deutschland sucht den Superstar“ hat es uns heute bis zu „The Voice of Germany“ und, über die Musik hinaus, zu „Germany’s next Topmodel“ und dem „Supertalent“ geführt. Während die Gewinner der ersten Staffeln dieser Formate teilweise tatsächlich erfolgreich sind bis zum heutigen Tage, hört man von Gewinnerin Nummer sieben von „Germany’s next Topmodel“ nur noch sehr wenig. Mit wechselnden Bedingungen und kleinen Veränderungen im Format oder der Jury versucht man, die Zuschauerschaft immer noch zu binden, doch nach zehn Jahren sind die meisten Shows schlichtweg uninteressant geworden. Dass wir uns ihnen dennoch ab und an zuwenden liegt am gleichen Prinzip, das auch Serien nutzen: haben wir einmal angefangen zu schauen, wollen wir auch wissen, wer weiter kommt.

Bei „Deutschland sucht den Superstar“ spielt noch ein anderer Aspekt eine Rolle: bekannterweise ist das vermeintliche Gesangstalent der Teilnehmer inzwischen unterdurchschnittlich schlecht, aber genau das macht den Reiz aus. Wir sitzen auf dem Sofa, schämen uns manchmal ein bisschen fremd und rufen „Da kann ja sogar ich noch besser singen!“. Hinzu kommen die gemeinen Kommentare von Dieter Bohlen und die Unterhaltung ist perfekt. Die Kandidaten geben uns ein höheres Selbstwertgefühl, „Besser als die sind wir allemal dran.“ So könnte man an dieser Stelle wieder den Bogen zu Reality-Shows schlagen und gewisse Ähnlichkeiten zu „Deutschland sucht den Superstar“ feststellen. Die Gründe der Zuwendung sind auf jeden Fall eine Gemeinsamkeit.

Mit Joko und Klaas in die Zukunft

Aber wer die Ereignisse der deutschen Fernsehlandschaft etwas verfolgt, der weiß: „Wetten, dass…?“ gibt es nicht mehr, Stefan Raab beendet in wenigen Wochen seine TV-Karriere und Günther Jauch hat seinen Exkurs in die Talkshow-Welt auch recht schnell wieder beendet. Sind diese Show-Formate also zum Scheitern verurteilt? Nicht zwangsläufig. Die Formate müssen in Bewegung bleiben und sich verändern. „Wetten, dass…?“ lief immerhin über 30 Jahre ziemlich erfolgreich. Irgendwann ist dann halt auch mal gut. Manchmal muss Platz gemacht werden für neue Formate. Joko und Klaas, zum Beispiel, werden seit einigen Jahren als die nächste Generation gehandelt, die genau diese neuen Formate einführt, die wieder die Menschen vor den Fernseher bringen. Durch das Internet und Streaming-Dienste hat das Fernsehen natürlich eine große Konkurrenz bekommen. Daher bleibt also nur zu hoffen, dass es noch mehr Leute wie Joko und Klaas gibt, die es schaffen, mit verrückten und frischen Ideen die Leute wieder zu begeistern.

Fotos: flickr.com/Mark Michaelis (CC BY 2.0); flickr.com/Admiralspalast Berlin (CC BY-ND 2.0); flickr.com/Nadja Amireh (CC BY-SA 2.0)