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Faszination Reiseblog – und wie sie mich ergriffen hat

Es gibt zahlreiche Reiseblogs, die auf verschiedene Weise an Themen herangehen und einen jeweils anderen Fokus setzen. Auch mein Weblog Looking for More zum Studieren im Ausland gehört zu den Auslands- und Reiseblogs. Doch warum bloggen eigentlich so viele über ihre Auslandserfahrungen?

„Wissensvermittlung mittels digitaler Medien“ – ein Fazit

Aktuell – aktueller – „Wissensvermittlung mittels digitaler Medien“. Ein Thema, welches uns nicht nur seit Jahren beschäftigt, sondern welches gerade jetzt, in Zeiten einer Krise, die Aufmerksamkeit bekommt, die es schon viel früher hätte bekommen sollen. Zum Schluss der Reihe „Wissensvermittlung mittels digitaler Medien“ nochmals die wichtigsten Aussagen, Fakten und eine Kleinigkeit zum Nachdenken.

Wie personalisierte Online-Werbung funktioniert

Wer keine Lust auf überfüllte Geschäfte, lange Warteschlangen und Kleidung in der falschen Größe hat, greift heutzutage meist schnell auf Online Shopping zurück. Ein Nachteil des Internet-Einkaufs: Man wird in seinem Kaufverhalten überwacht und daraufhin mit passenden Werbeangeboten bombardiert. Google weiß ganz genau, was uns gefällt. Wie funktioniert diese Form der personalisierten Online Werbung und was sind die Vor- und Nachteile davon?

Memes: Generationen im Kommunikations-Konflikt

Auf den ersten Blick wirken Memes wie ein banales Internetphänomen: Ein semi-lustiges Bild mit einer bedeutungsarmen Phrase, oft losgelöst von jeglicher Syntax – fertig ist der Witz en vogue. So einfach ist es dann aber doch nicht, denn was diese Definition vergisst, ist ein nicht ganz unwichtiger Faktor: Memes sind die Stimme einer Generation, die lange mundtot schien.

SocialMedia

Wer hat hier Social Media Marketing nicht kapiert?

Social Media Marketing kann auch mal ganz anders funktionieren. Dafür braucht man keine teuren Seminare buchen. Und keine Agentur nach ihren Standardrezepten fragen. Wie das geht, zeigt der analytische Blick auf die Auseinandersetzung zwischen dem irischen Hotel- und Cafébesitzer Paul Stenson und Elle Darby, Social Media Influencer im Bereich Fashion und Beauty. Spoiler: Der Cat Fight hatte einen eindeutigen Sieger.

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Bike Bridge – eine Audioslideshow

In einer Zeit, in denen uns Medienangebote regelrecht überfluten, ist die Frage, wie man einen journalistischen Beitrag aufbereitet, ganz besonders wichtig. Denn nicht jedes Thema eignet sich für jedes Format. Wie lässt sich zum Beispiel ein Integrationsprojekt anschaulich porträtieren?

Schreibmaschine

Lösungsansätze für die Krise des Journalismus

Die aktuelle Krise des Journalismus bei den etablierten Medienunternehmen wie ARD, ZDF oder der TAZ zu beleuchten und analysieren war ein Ziel für die beiden Medienwissenschaftler aus Tübingen, Panagiotis Fotiadis und Thanh Mai Tran. Mit ihrer Reportage „Journalisten unter Druck – Eine Krise ohne Ausweg“ zeigen die beiden Studierenden mit ihrem Bachelor-Abschlussfilm auch interessante Lösungswege: Wie man mit individuellen digitalen Ideen journalistisch arbeiten und Geld verdienen kann: Handmade digital Journalism.

Pierre M Krause

„Das Fernsehen ist tot!“

Pierre M. Krause war an der Uni Tübingen als Workshop Coach zu Gast. Was er über die Zukunft des Fernsehens denkt, welche Geheimnisse er rund um das Fernseh-Business verraten hat und wofür eigentlich das M steht, lest ihr hier. 

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Medienperspektiven à la française: eine Schlussbetrachtung

von Sonja Sartor

Einen Blick nach Frankreich zu werfen, lohnt sich. Diese Artikelreihe hat in den letzten Wochen versucht, an einzelnen Aspekten die Vielfalt der französischen Medienlandschaft widerzuspiegeln und dabei auch Themen zu betrachten, die man aus der deutschen Tagespresse weniger kennt. Wir blicken zurück auf die fabelhafte Welt der Medienperspektiven à la française.

Frankreich im Fokus

Die Artikelreihe begann mit zwei großen Medienevents: Die Filmfestspiele von Cannes zeigen jedes Jahr im Mai, das Frankreich immer noch zu den großen Playern der Cineastik gehört. Die Bedeutung des Festivals für das Autorenkino ist immens und die goldene Palme kann als wichtigster Filmpreis nach dem Oscar gesehen werden. In Cannes wird nicht nur bereits gefilmtes Material geehrt, sondern den Weg für die Filme von morgen geebnet.

Der medial weltweit verfolgte Eurovision Song Contest verbreitete Hoffnung in dem von Terror gebeutelten Land. Frankreichs Kandidat Amir landete unter den Top Ten und gab seiner Heimat ein Stück des Nationalstolzes zurück.

Frankreich auf der Leinwand

schluss2Vom französischen Volk anerkannt und verehrt ist nicht nur Amir, sondern vor allem einer der großen Charakterspieler der Grande Nation: Gérard Depardieu. Er kann auf ein turbulentes Leben und herausragende Schauspielleistungen in jeglichen Rollen und Filmgenres zurückblicken. Dass er privat öfters über die Stränge geschlagen hat, wird ihm angesichts des Ruhms, den er über die französischen Grenzen hinaus trägt, großzügig verziehen. Bleibt nur zu hoffen, dass der hünenhafte Tausendsassa mit der sanften Stimme uns noch lange mit neuen Filmen oder Fernsehserien beschenken kann.

In einer kleinen Rückschau wurden die Tabubrüche analysiert, die für das französische Kino so typisch sind. Jean-Jacques Beineix‘ Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen (1986) stellte sich als Meisterwerk des Cinéma du look heraus, das dem Zuschauer so eindringlich wie kaum ein anderer Film vor Augen führt, welche extremen Wege ein Liebespaar gehen kann, von dem eine Person an einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung leidet. Der Kontrast zwischen den impulsiven, wutgeladenen und den zärtlichen, zerbrechlichen Momenten Bettys zeugt von großer Filmkunst.

Frankreich hat jedoch auch aktuell interessante und einzigartige Filme anzubieten: In einer Kritik wurde der Dokumentarfilm Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen unter die Lupe genommen. Filmemacher Mélanie Laurent und Cyril Dion stellen darin kreative Konzepte vor, die sich gegen den prognostizierten Zusammenbruch der Zivilisation stellen und dazu anregen, selbst Hand anzulegen, damit die Kinder von morgen in einer genauso gut oder sogar besser funktionierenden Welt leben können. Der Film ist ein gelungener Gegenentwurf zu Horrorszenarien rund um den Weltuntergang und ist nicht nur unterhaltend, sondern spendet auch viel Hoffnung, was die Zukunft dieser Erde betrifft.

Frankreich streitet, leidet und steht wieder auf

Weiter ging es mit einem Exkurs zur Debatte rund um das Gesetz Loi Evin. Es setzt seit 1991 relativ strenge Maßstäbe zu Werbung für Alkohol und Tabak. Jedoch ist es französischen Abgeordneten gelungen, das Gesetz im Herbst 2015 aufzuweichen. Wo Medien vorher in Beiträgen aus Vorsicht vor keinen Bezug zu Alkohol erwähnten, ist es jetzt legal, über Wein und andere alkoholische Getränke zu „informieren“. Diese Gesetzesänderung soll den Weintourismus und damit die ins Schwanken geratene französische Wirtschaft fördern. Mitunter zeigt die Debatte, dass Wein trotz aller Warnungen seitens gesundheitlicher Behörden zum französischen Leben dazugehört.

Der Artikel über französische Internettrends räumte mit dem Vorurteil auf, dass Franzosen arrogant sind und nicht über sich selbst lachen können. Anhand der Erfolgs-Webseite Viedemerde.fr wurde festgestellt, dass Internetnutzer heute die peinlichen und frustrierenden Aufreger des Tages mit Tausenden von Leuten teilen, die man früher nur dem engsten Freundeskreis erzählt hätte.

Über ein Jahr nach dem Terroranschlag auf Charlie Hebdo war es Zeit, den Status quo von französischer Satire aufzuarbeiten. Basierend auf einer langen Tradition von Karikaturen und Pamphleten, die bis in die Aufklärung zurückreicht, hat sich in Frankreich eine besonders scharfzüngige Satire ausgebildet. Kein Blatt vor den Mund nehmen, Problematiken überspitzen und Persönlichkeiten und Institutionen lächerlich machen – dies ist essenziell für die funktionierende Demokratie der französischen Republik. Charlie Hebdo hat durch das Attentat Kollegen und damit viel künstlerisches Potenzial verloren und versucht heute, eindeutigere Botschaften zu vermitteln. Aufgeben ist keine Lösung: Frankreich bleibt Charlie.

Abschließend ist zu betonen, dass diese Artikelreihe keinen Anspruch auf die vollständige Abbildung der französischen Medienlandschaft gelegt hat. Ziel war es vielmehr, den Lesern von media-bubble.de einen Einblick in interessante und wichtige französische Medienthematiken zu geben. Frankreich und Deutschland lassen sich im Hinblick auf Medien nur schwer vergleichen. Jede Medienlandschaft ist einzigartig. Einzigartig ist an der französischen Medienlandschaft die große Rolle, die Satire einnimmt. In Zeiten der permanenten Terrorangst ist es bewundernswert, welch standfeste Haltung Frankreich einnimmt, die sich auch in den Medien widerspiegelt. Im Kino hat Frankreich immer wieder neue Maßstäbe gesetzt, Filmgeschichte geschrieben und bringt auch aktuell mit neuen Konzepten frischen Wind in die Kinosäle. Internettrends zeigen, dass sich das französische Volk nicht den Humor und vor allem die Lust am Leben nimmt. Medien aus Frankreich sind besonders und vielfältig – und es wird sich auch in Zukunft lohnen, ab und zu in die französische Medienwelt einzutauchen.

Fotos: Pixabay.com , flickr.com/Becky Lai (CC BY-NC-ND 2.0)


Alle Artikel dieser Reihe:

Wenn Leid zu Glück wird –  Der Eurovision Song Contest 2016

Die Crème de la Crème des Autorenkinos

Gérard Depardieu: „Es hat sich so ergeben“

Ein bisschen Wein muss sein

Filmkritik: Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen

Frankreich bleibt Charlie

Der Tabubruch im französischen Film

Französische Webtrends: Mit Humor geht’s besser

Französische Webtrends: Mit Humor geht’s besser

von Sonja Sartor

Es gibt unzählige Internettrends in dieser vernetzten Welt. Die meisten finden ihren Anfang in den sozialen Netzwerken und verbreiten sich wie ein Lauffeuer um den Erdball. Verrückte Ideen, Aktionen und witzige Videos und Fotos, die jeder Nutzer nachahmen kann, erfreuen sich großer Beliebtheit. Unter dem Stichwort Ice-Bucket-Challenge lassen sich Promis und Normalos einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf gießen, um Spenden für Patienten der Nervenkrankheit ALS zu sammeln. Beim Face-Swap werden durch eine Anwendung zwei Gesichter vertauscht und man kann plötzlich sehen, wie einem beispielsweise das Gesicht der Queen stehen würde. Ganz aktuell erlebt die Facebook-Seite des fiktiven BWL-Studenten Justus einen  großen Hype, denn der schnöselige Pullunderträger verkörpert alle Vorurteile seines Studiengangs und bringt mit seinen arroganten Sprüchen Studenten in ganz Deutschland zum Lachen. Die bekanntesten Internettrends scheinen vor allem aus dem anglo-amerikanischen Raum zu uns herüberzuschwappen.

Woher ein Internettrend ursprünglich stammt, ist eigentlich weniger von Bedeutung, Hauptsache, er macht Spaß. Trotzdem sind gerade französische Internettrends einen Bericht wert, denn sie sagen viel über das französische Volk aus und vervollständigen das Bild der französischen Medienlandschaft, das diese Artikelreihe skizzenhaft abzubilden versucht.

Vie de merde – Was für ein Scheißleben

Franzosen wirft man manchmal vor, arrogant zu sein. Wer der französischen Sprache nicht Herr ist, kommt oft mit Englisch auch nicht weiter in der Grande Nation. Die meisten Franzosen sprechen ungern Englisch, nicht etwa aus Arroganz oder fehlender Bildung, sondern weil sie keine Fehler machen möchten. Das Gesicht zu bewahren, ist überaus wichtig.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Franzosen nicht über eigene Malheure des Alltags lachen können, wie ein französischer Internettrend zeigt. Auf der Seite www.viedemerde.fr können User Anekdoten teilen, die beweisen, dass sie ein vie de merde, also ein „Scheißleben“ haben. Ein Beispiel gefällig?

Der Autor folgender Anekdote hatte richtig Pech: „Nachdem ich wegen der Streiks tagelang ohne Sprit auskommen musste, steht mein Auto nun ein Meter unter Wasser, aber dafür mit vollem Tank. Scheißleben“ (Zum besseren Verständnis: Aktuell werden Tankstellen aus Protest gegen eine Arbeitsreform der Regierung bestreikt, außerdem gab es kürzlich in Teilen Frankreichs Überschwemmungen). Die Nutzer können in Form von kategorisierten Klicks ihre Zustimmung zeigen. So hat der beschriebene Post am 9. Juni 2016 schon über 45.000 Mal die Bestätigung bekommen, dass der Autor ein „Scheißleben“ hat.

Ein Anderer klagt: „Heute hat meine Katze ihr großes Geschäft im Katzenklo gemacht. Dann ist sie auf den Küchentisch gesprungen, um sich den Hintern mit der Spitzentischdecke abzuputzen und ist, als wäre nichts gewesen, wieder hinuntergesprungen. Scheißleben.“

Die Anekdoten sind meistens zwei bis maximal drei Sätze lang und enden mit einer Pointe. Eine Garantie für ihre Wahrheit gibt es nicht, aber sie müssen witzig und dürfen weder rassistisch noch sexistisch sein. Die Themen Tod, Krankheit und Unfälle sind ebenfalls tabu.

Die Seite www.viedemerde.fr ist bis heute noch überaus erfolgreich. Gegründet wurde sie 2008 von dem Programmierer Maxime Valette. In einem anfänglichen Blog schrieb der junge Mann alles nieder, was er täglich an Kuriositäten und Aufregern erlebte. Das Timing war perfekt, denn die Auswirkungen der Finanzkrise traten zu Tage und viele Bürger konnten sich mit dem „Scheißleben“ identifizieren. Laut der Tageszeitung L’Est Républicain erreichte die Seite innerhalb der ersten zwei Monate eine Reichweite von 40.000 Lesern. Eine englische Version der Seite gibt es inzwischen auch, mit dem passenden Namen F my Life.

Internettrends2Was man früher nur dem engsten Kreis erzählt hat, möchte man heute mit so vielen Menschen wie möglich teilen. Die kleinen und großen Aufreger mit der Öffentlichkeit zu teilen, ist eine Art Selbsttherapie, bei der man den Zuspruch und die Anerkennung anderer bekommt. Das Erlebte ist plötzlich weniger dramatisch und wird ins Lustige verkehrt.

Schadenfreude spielt natürlich trotzdem eine Rolle. Wie das Wall Street Journal feststellt, basiert französischer Humor darauf, sich über das Unglück anderer lustig zu machen. Ganz nach dem Motto: Le malheur des uns fait le bonheur des autres“, was dem deutschen Sprichwort „Des einen Freud, des andern Leid“ entspricht. Nicht umsonst gibt es auch auf Viedemerde.fr den Button „Das hast du verdient“

Das ganz normale Stadtleben

Humor mit Augenzwinkern zeichnet auch eine junge Facebook-Seite aus.
Jugendliche, die sich außen an der Straßenbahn festklammern und so eine kostenlose Bahnfahrt einheimsen? Ganz normal in Lyon! Die Facebookseite C’est normal à Lyon (dt. Das ist normal in Lyon) veröffentlicht kuriose Fotos, die zeigen, was scheinbar normal ist in der drittgrößten französischen Stadt. Eigentlich stammt dieses Konzept aus Niort, einer Gemeinde in Poitou-Charentes. Der Facebook-Auftritt über Lyon, der im November 2014 kreiert wurde, hat inzwischen mit 24.000 Likes ingesamt etwa 5000 mehr Likes als die Originalseite über Niort.

Selbst, wenn man so wie ich nur ein paar Monate in Lyon gelebt hat, schaut man sich gerne die Bilder von den ungewöhnlichen Seiten der Stadt an. Man erkennt Situationen wieder, die man selbst erlebt hat und muss schmunzeln. Das Konzept, die typischen Seiten einer Stadt zu zeigen, gibt es natürlich auch in Deutschland. Auf dem Blog „When you live in Berlin“ zeigt eine Engländerin persönliche Stadtmomente, zu denen sie die Filmsequenzen als Gif-Animation einfügt.

Das Schöne an Internettrends ist, egal ob sie aus Frankreich stammen oder nicht, dass jeder Nutzer sie imitieren und daraus etwas Eigenes machen kann. Sie unterhalten und helfen uns, unseren Alltag, so kompliziert und mühsam er auch sein mag,  leichter zu nehmen. Denn Humor ist ja bekanntlich, wenn man trotzdem lacht.

Fotos: flickr.com/joffreydelacour (CC BY-NC-ND 2.0), flickr.com/Duncan Hall (CC BY 2.0)


Weitere Artikel dieser Reihe:

Wenn Leid zu Glück wird –  Der Eurovision Song Contest 2016

Die Crème de la Crème des Autorenkinos

Gérard Depardieu: „Es hat sich so ergeben“

Ein bisschen Wein muss sein

Filmkritik: Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen

Frankreich bleibt Charlie

Der Tabubruch im französischen Film