Das Internet und die Kinder

von Pia Neef

Das Internet ist wie ein Rummel: Es gibt für jeden etwas – aber auch Pornographie und Gewalt. Für Kinderaugen ist das nicht geeignet. Wie kann man Kinder besser über die Gefahren des Internets aufklären und zugleich davor schützen?
Mit solchen und anderen Fragen setzt sich Siegfried Schneider, der neue Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Landesmedienanstalten seit Mitte Dezember 2011 auseinander.
Die Kommission versucht Kinder und Jugendliche vor Inhalten zu schützen, die ihrem Entwicklungsstand nicht entsprechen. Der Aufgabenbereich erstreckt sich vom Rundfunk, Print- und Tonträger, über das Internet bis zu Computerspielen und Filmen. Eine Aufgabe der KJM ist unter anderem die Bewertung und Beurteilung von möglichen Verstößen gegen den Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV). Als Siegfried Schneider den Vorsitz in der KJM übernahm, sagte er:

„Der Jugendmedienschutz steht in der globalen und konvergenten Medienwelt vor großen Herausforderungen. Die KJM wird weiter alles dafür tun, die Risiken des Medienkonsums für Heranwachsende wirksam zu reduzieren.
Kinder und Jugendliche sollen von den Chancen der neuen Medien profitieren können. Deshalb brauchen wir – allem voran für den Abenteuerspielplatz Internet – wirksame Schutzmechanismen und Regeln, an die sich Anbieter halten müssen.“

Diese Forderung ist jedoch schwer zu erfüllen, da das Internet kein geschlossener und kein leicht kontrollierbarer Raum ist. Nach der Ansicht von Sandra Fleischer, Medienpädagogin und Leiterin der Erfurter Geschäftsstelle von Ein Netz für Kinder, kann man das Internet nicht sicher machen. Regelungen auf globaler Ebene durchzusetzen ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn jedes Land hat eine andere Gesetzgebung.

Kindergerechte Internetprojekte in Deutschland

Auf nationaler Ebene in Deutschland hat die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM) für ihre Mitglieder, zu denen unter anderem die Vznet Netzwerke wie StudiVZ  gehören, einen Verhaltenskodex in Social Communities eingeführt. Er verpflichtet die Unternehmen darauf die User stärker vor Cybermobbing zu schützen.
2007 wurde in Zusammenarbeit von Politik, Medien- und Telekommunikationsunternehmen sowie dem Jugendmedienschutz die Initiative Ein Netz für Kinder ins Leben gerufen. Das Ziel dieser Initiative ist die Schaffung eines kindgerechten und sicheren Surfraum. Durch fragFINN.de wurde dieses Ziel realisiert.
Dieses Portal ermöglicht das Aufrufen von für Kinder unbedenklichen Websites, die zuvor von einer Redaktion überprüft worden sind. Das Angebot umfasst unter anderem eine Kindersuchmaschine. Zusätzlich können Eltern durch eine Kinderschutzsoftware andere Seiten für ihren Nachwuchs sperren lassen.
Das neuste Vorhaben der Familienministerin Kristina Schröder (CDU) ist die Einrichtung eines Internet-Kinderschutzzentrum. Sie will damit einen besseren Schutz der Kinder und Jugendlichen im Netz vor Mobbing und Missbrauch gewährleisten.
Ein Teil des Kinderschutzzentrum im Internet soll ein zentraler Notrufbutton sein. Fühlen sich Kinder durch den Inhalt von einer Website bedroht oder sind davon schockiert, sollen sie dies melden können und Hilfe erhalten.
Die Idee von einer Meldestelle für bedenkliche Inhalte ist nicht neu. Es existiert bereits einen Art Notrufbutton, die Internet-Beschwerdestelle. Jedoch werden an dieser häufig ihre Missbrauchsmöglichkeiten kritisiert.
Durch das Angebot Surfen ohne Risiko soll der für Kinder geschützte Surfraum erweitert werden. Die Website bietet den Eltern auch Unterstützung und Hilfe an, wie sie ihr Kind an das Internet heranführen.  Beispielsweise können die Kinder dort in spielerischer Form den Umgang mit dem Internet lernen.
Desweiteren will Kristina Schröder die Eltern durch eine Aufklärungskampagne über die technischen Möglichkeiten des Jugendschutz für diese Themen sensibilisieren.

Die Vermittlung von Medienkompetenz ist auch eine Aufgabe der Eltern

Die Eltern spielen bei der Heranführung des Nachwuchs an das Medium Internet eine wichtige Rolle. Sie stehen in direkter Kommunikation und Interaktion mit dem Kind und können als Unterstützung auf die Angebote der Politik zurückgreifen. Ihre Aufgabe besteht darin die Kinder schrittweise mit dem Medium vertraut zu machen. Die Kinder sollten das Internet nicht als Schreckensbild wahrnehmen. Sondern man sollte ihnen einen kritischen Blick auf das Internet z.B. im Hinblick auf den Datenschutz vermitteln und die Vorteile des Internet mehr in den Vordergrund rücken.
Der Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg Wolfgang Kraft ist überzeugt, dass es keinen Sinn hat das Internet vor den Kindern zu verschließen. Da sie sich dann eben außer Haus Zugang zum Internet verschaffen werden, z.B. bei Freunden.
Man muss den Kindern Medienkompetenz vermitteln, damit sie sich später alleine im Internet-Dschungel bewegen können und sich bestimmten Gefahren bewusst sind. So sagt KJM-Chef Wolfgang Kraft: „Es geht nicht um die Gefahren. Die Chancen, die sich eröffnen sind riesig- man muss darauf vorbereitet sein.

Foto: flickr/Paul Mayne (CC BY-NC-SA 2.0)

Autor will Blogger wegen schlechter Rezensionen verklagen

von Alexander Karl

Ein Autor und dessen Verlegerin wollen eine Bloggerin verklagen, weil sie eine schlechte Rezension über ein Buch verfasst hat? Nein, das ist kein Witz, es scheint bittere Realität zu sein! Während sich die Bloggerin auf die Meinungsfreiheit beruft, wittert der Autor mafiöse Strukturen. Aber der Reihe nach.

Eine Rezension – und die Klage droht

Der Blog Bücherzeit bespricht das Buch „Twin-PRYX. Zwillingsbrut“. Die Bloggerin Myriel gibt offen zu, nur 90 Seiten des 900 Seiten starken Werks gelesen zu haben: „Denn auf diesen Seiten sind mir schon so viele Dinge aufgefallen und haben mir quer im Magen gelegen, so dass ich gar nicht erst wissen möchte, wie es weiter geht.“ Dementsprechend fällt auch die Rezension aus: „Noch einige mehr dieser Ungereimtheiten sowie eine ziemlich schwerfällige Sprache haben die Lektüre für mich zu einer Qual gemacht, so dass ich nicht mal ein Zehntel dieses Ziegelsteins geschafft habe. Daher kann ich auch kein einziges Indianer-Armband für unsere Dracula-Nachfahren vergeben.“

Das ist für einen Autor vielleicht nicht schön zu hören, aber nun mal eine Kritik, mit der man Leben muss, wenn man ein Buch schreibt. Anscheinend nicht für John Asht. Denn er antwortet im Kommentarfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Damit jedoch nicht genug! Denn die Verlegerin schaltet sich nun ein (hier der komplette Antwortpost). Kurz gesagt wirft sie der Bloggerin eine „feindliche und destruktive Kampagne“ gegen Autor und Verlag vor, kritisiert den „Decknamen“ (man nennt es im Internet auch Nickname) und hält es für nicht professionell, bereits nach 90 Seiten aufzugeben. Während sich die Bloggerin auf den Artikel 5 des Grundgesetzes beruft, kontert die Verlegerin erneut: „Es tut mir leid, Ihnen sagen zu müssen, dass ich mich John Asht anschließen werde und ab Montag gerichtlich gegen Sie vorgehe, falls Sie diese Rezension nicht sofort entfernen.“

Meinungsfreiheit oder Narrenfreiheit?

Soweit zur ersten Runde. Doch John Asht lässt das nicht auf sich sitzen und schreibt in seinem Blog wiederum:

Heute aber, im zweiten und vielleicht auch letzten noch freien Internetjahrzehnt, kann jeder veröffentlichen, was er will – egal ob er etwas drauf hat oder auch nur eine frustrierte Niete ist: Er veröffentlicht vor allem Texte, weil’s nix kostet – und weil er irrtümlich glaubt, dass das „Freie Internet“ einen vor Strafverfolgung schützt – oder weil er „Meinungsfreiheit“ mit „Narrenfreiheit“ verwechselt.

Es folgen einige diffamierende Worte gegen eine „Studienhopperin“ (anscheinend die Autorin des Bücherzeit-Blogs), deren Buch bei einem Verlag abgelehnt wurde und sich nun rächen will – mit einer schlechten Rezension. So schildert zumindest Asht die Vorgänge. Nun sind wir wieder an dem Punkt der Anzeige – wie John Asht sagt „wegen Verstoßes gegen § 15 UWG „Geschäftlicher Verleumdung““. Und weiter heißt es in einem Nachtrag: „Er [Ashts Blog] hat viel Staub aufgewirbelt und mir letztendlich den erhofften Beweis erbracht, dass es tatsächlich so etwas wie „Rezensenten-Mafia für geistig Arme“ gibt.“

Doch damit nicht genug. Asht schreibt auf seinem Blog weiter:

Nach drei Tagen Provozier-Blog ist nun die Falle definitiv zugeschnappt – der Jäger zählt seine Beute: etliche 700 Screenshots von kriminellen Negativ-Rezensionen meines Romans „TWIN-PRYX, Zwillingsbrut“ – samt Namen, Blogadressen, Homepages, Foren, Gruppen, etc. Kriminell darum, weil keiner dieser gehässigen Rezensenten jemals das thematisierte Buch in der Hand gehalten hat, geschweige denn gelesen. Und jetzt drehen wir ganz sachte den Spieß um – seine Spitze heißt UWG.

Doch die Spitze des Eisbergs ist noch nicht erreicht: Wie der Blog „Kotzendes Einhorn“ schreibt, finden sich in einer früheren Version des Blogbeitrags von Asht (hier als Screenshot)  eine „explizit zweideutige Formulierung im Nachtrag zu Ashts Rant, die man als Vergewaltigungsaufruf missverstehen könnte“.

Noch einmal: Es geht hier um einen kleinen Verlag und einen Autor, die Rezensenten mit juristischen Schritten drohen – nämlich auf Basis des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Ich bin kein Jurist, doch schaut man sich einmal den Gesetzestext zum Thema „Geschäftliche Verleumdung“ an, kann ich als Laie keinen Verstoß erkennen – außer, man würde das Internet als einzigen Verstoß betrachten.

Denn dann wäre jede Amazon-Rezension potenziell geschäftsschädigend, jeder Kommentar zu dem YouTube-Video eines noch weitgehend unbekannten Künstlers könnte seine Karriere zerstören und so weiter. Um Ashts Überlegungen aber noch weiter zu drehen: Darf ich im Freundeskreis meine Meinung über ein Buch äußern, dass ich bisher erst angelesen habe? Darf ich auf Facebook einen Kommentar dazu posten? Darf ich behaupten, dass ich Justin Bieber nicht mag, obwohl ich nur eine Hand voll Songs von ihm kenne und nicht die komplett Diskografie?

Was vor oder hinter den Kulissen gelaufen ist oder in welcher Beziehung Autor und Bloggerin zueinander stehen, ist mir nicht bekannt. Vielleicht ist dies der Grund für den kleinen Skandal, vielleicht auch nicht. Fakt aber ist: Ein Autor, der sein Werk veröffentlicht, muss sich darauf gefasst machen, dass es nicht jedem gefallen kann. Es ist diskutabel, ob man für eine Rezension das Buch komplett gelesen haben muss – ich finde nicht. Denn Literaturagentur wie auch Lektoren lesen maximal fünf Seiten eines Buches, bevor sie zu einem ersten Urteil kommen – nämlich ob Potenzial vorhanden ist oder nicht. Wenn eine Leserin nach 90 Seiten kapituliert und dies offen zugibt, dann ist das ihr gutes Recht. Und kein Grund, um die deutschen Gerichte zu bedienen. Erschreckend ist zudem der Ton, mit dem Asht gegen Blogger zu Felde zieht: Denn ohne das Internet und die Möglichkeit zu bloggen, würde man auf sein Buch kaum aufmerksam werden und er selbst könnte seine Tiraden nicht öffentlich machen.

Übrigens: Im Internet formiert sich Widerstand gegen dieses Verhalten: Lesekreis.org, rezensionen-sam und natürlich zahlreiche Kommentare bei Bücherzeit. Und ich überlege mir gerade, ob das nicht eine (zugegeben schlechte) Werbekampagne ist…

Foto: flickr/Maria Reyes-McDavis (CC BY 2.0); Screenshot: buecherzeit.wordpress.com/2011/11/16/john-asht-twin-pryx-zwillingsbrut/ (24.01.2012)

 

Schon GEZahlt?

von Sebastian Luther

Die GEZ ist unbeliebt, unbeliebt wie wohl kaum eine andere Behörde. Auch das milde Grün von Logo und Umschlag vermögen nicht über diese Tatsache hinwegzutäuschen. Sie finanziert, was den Bürgern eine unabhängige, überparteiliche Meinungsbildung ermöglichen soll: Die Öffentlich-Rechtlichen. Was vielen von uns lieb ist, wird aber ab 2013 vor allem teurer.

GEZaubert?

Den Stolz, der zwischen den Zeilen mitschwingt, kann man kaum überlesen: „Der Erfolg des Marktführers Tagesschau mit Marktanteilen von rund 32 Prozent ist ungebrochen.“ So heißt es in einer Mitteilung der ARD zu den Zuschauerzahlen, veröffentlicht im März vergangenen Jahres. Im Jahr 2010 kam das Nachrichtenflaggschiff der ARD auf durchschnittlich 9,14 Millionen Zuschauer und verwies die Konkurrenz von ZDF und RTL auf die nachfolgenden Plätze. Doch längst ist die Dominanz der Öffentlich-Rechtlichen im Gesamtvergleich gebrochen: Betrachtet man die relevante Währung in der Fernsehbranche, die Marktanteile, liegt RTL hier zwar mit momentanen 13,5 Prozent vorne, kann den Atem der Öffentlich-Rechtlichen aber im Nacken spüren. Möglich macht all das hauptsächlich der Bürger, der brav seine GEZ-Beiträge entrichtet, die sich, entsprechend seiner medialen Ausstattung, auf einen Betrag zwischen 5,76 € und 17,98 € monatlich belaufen. 2010 kam dabei die stolze Summe von 7.402.420.986,36 € zusammen.

abGEZockt?

7,4 Milliarden Euro – eine Zahl, hinter der man sich nicht zu verstecken braucht. Oder eben doch – tritt nämlich der Wutbürger auf den Plan, der sich aus voller Kraft über Niveauverfall allerorts beschwert. Denn ARD, ZDF und Co. verwenden diese Summe nicht nur für die Produktion von Nachrichtensendungen, sondern auch etwa für den Kauf von teuren Sportrechten oder die Produktion von Telenovelas. Ab nächstem Jahr könnte sich zu diesen Vorwürfen in ähnlicher Lautstärke ein weiterer, alt bekannter, gesellen: Zu hohe Beiträge. So haben die Länderparlamente beschlossen, ab Januar 2013 die GEZ-Beiträge abzuschaffen und eine Haushaltspauschale von 17,98 €, dem momentanen Höchstbetrag also, einzuführen. Begründung? Das Problem der Schwarzseher soll damit beseitigt werden, da fast jeder irgendwo in Deutschland einen Wohnsitz gemeldet hat, an dem die Beiträge dann fällig werden. Denn die nicht ganz unbeliebte Praxis, die Gebühren nicht zu bezahlen, bzw. nur ein Radio anzumelden, wo man eigentlich auch einen Fernseher hat, „gewöhnt viele – auch jugendliche – Menschen an die Illegalität, schafft Ungleichheit unter den Nutzern“, so Paul Kirchhof, Verfassungsrechtler und gedanklicher Vater der Umstellung von Beitrag auf Pauschale. Die Zahlungsmoral ist vor allem in Ballungsräumen und unter jungen Erwachsenen schlecht und liegt stellenweise bei unter 80 Prozent. Kirchhof sieht auch kein Problem darin, den Beitrag von Haushalten einzuziehen, die tatsächlich keine Empfangsgeräte besitzen. Seine Aussage lautet sinngemäß: Jeder in der Bundesrepublik profitiert von den Öffentlich-Rechtlichen, egal ob er/sie fernsieht oder nicht.

Was den Blutdruck des Wutbürgers jedoch vorerst nur reflexartig nach oben ausschlagen lässt, bringt Unternehmer jetzt schon zum Haare raufen. Für sie gilt im neuen System ein nach Anzahl der Mitarbeiter gestaffelter Betrag. Zudem wird die gängige Praxis Autoradios aus gewerblich genutzten Fahrzeugen auszubauen hinfällig, gezahlt werden muss trotzdem. So muss dann etwa ein Bäcker mit 60 Mitarbeitern, zwölf Läden und acht Fahrzeugen anstatt wie jetzt 423 Euro, ab 2013 knapp über 2000 Euro zahlen.

Quo vadis, Öffis?

Die Änderungen in der Finanzierung und Beschwerden über die schleichende Boulevardisierung machen eine Grundsatzdebatte, wie sie über Beiträge und Programminhalte geführt werden sollte, nicht leichter. Flächendeckende Beitragsbemessung hin oder her, die Höhe wirft die Frage auf, ob Kirchhofs Begründung hier noch greift. Profitieren denn wirklich alle davon, dass sie theoretisch fernsehen könnten, und profitieren sie auch noch in dem Maße davon, dass sie Beiträge zahlen müssen, egal ob sie fernsehen oder nicht? Hinzu kommt, dass die GEZ in Zukunft ihren Außendienst, die „Schnüffler“, nicht mehr braucht. Einsparungen, die wohl nicht an die Verbraucher weitergegeben werden.Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk ist für die Konstituierung eines unabhängigen Meinungsmarktes unerlässlich und wird von den Bürgern auch in dieser Funktion wahrgenommen, das belegen die Zahlen. Was sie jedoch nicht belegen, ist die Beliebtheit der Sender und ihrer Programminhalte. Der Unmut über die Beiträge wächst bei vielen angesichts neuer Talkshows, Volksmusiksendungen, Sportübertragungen, vermeintlich immer schlechter werdenden „Tatort“ Folgen und Rosamunde Pilcher Verfilmungen. Immer wieder wird auch die Konvergenz der Inhalte hin zu den Privaten kritisiert. Diese Liste ließe sich aus Sicht jedes einzelnen Zuschauers beliebig fortsetzen, weil jeder etwas im Programm findet, das er oder sie 1. noch nie gesehen hat, 2. für völlig irrelevant hält und 3. mit Sicherheit auch noch vollkommen überteuert sein muss. Einzig und allein „Wetten, dass ..?“ stampft weiterhin unangeschlagen als das letzte Schlachtschiff bundesrepublikanischen TV-Spektakels in gewohnter Manier durch das Samstagabend Programm, wenngleich auch ab April mit neuem Kapitän. Da aber die K-Frage bis jetzt ungeklärt ist und für einen potentiellen Nachfolger der Maßstab „Gottschalk“ gilt, ist die Zukunft der Sendung ungewiss.

Es ist eben eine breite Diskussion, die hier nötig ist. Eine Diskussion über Sinn und Unsinn in Programm, Organisation und Struktur der Öffentlich-Rechtlichen. Denn mit der Umsetzung Kirchhofs Plans wurden die Finanzen gesichert. Ob auch ihre Zukunft gesichert wurde, bleibt abzuwarten.

 

 

Dschungel – und jeder schaut zu. Ein Plädoyer.

Das Dschungelcamp hat Traumquoten – und steht wie immer in der Kritik. Ekel-TV, pfui! Falsch, denn so offen und ehrlich ist kaum eine Sendung. Und natürlich so lustig.

Tot – und trotzdem online

von Steven Gold

Das Papier-Testament hat ausgedient – die letzten Worte werden virtuell gesprochen. Dafür entschied sich auch Derek K. Miller. Er war ein Journalist und Blogger, der letztlich seinem Krebsleiden erlag. Vor seinem Tod hat er allerdings einen letzten Beitrag für seinen Blog verfasst und seine Verwandten gebeten diesen nach seinem Ableben zu veröffentlichen.

Here it is. I’m dead, and this is my last post to my blog.

Mit diesen Worten beginnt er seinen definitiv letzten Blogeintrag, in dem er ein letztes Mal über seine Krankheit und seine Sicht auf den Tod. Er beschreibt diesen letzten Eintrag als einen ersten Schritt vom aktiven Blog zu einem Archiv. Diese, seine letzten Gedanken, mit uns zu teilen erfordert sicherlich Mut im Angesicht des nahenden Endes. Durch seine Art zu schreiben, regt er Menschen an mitzufühlen, ihn aber auch zu verstehen und noch einmal eine völlig neue Sicht auf das Angstthema eines jeden Menschen zu bekommen, den Tod.
Ein anderes Beispiel ist die kleine Jessica Joy Reese, die via Facebook den Menschen nach ihrer Hirntumor-Diagnose die Möglichkeit gab, sie in ihren letzten Monaten zu begleiten. Jeden ihrer posts schloss sie mit den Worten „Never Ever Give Up“,  kurz NEGU. Daraus wurde sogar eine Foundation, die Menschen wie Jessica helfen soll.
Aber ist wirklich jede „letzte“ Nachricht von Relevanz? Sollte jeder Mensch in der Lage sein, seine Gedanken über den Tod hinaus virtuell zur Schau zu stellen?

Eine letzte Nachricht, If I die…

„Zum Ende dieses Jahres wird es nahezu eine Milliarde Menschen […] geben, die aktiv Sites sozialer Netzwerke benutzen. Was sie alle eint, ist, dass sie sterben werden.“ Damit beginnt Adam Ostrow seinen TED Talk Beitrag aus dem Jahr 2011 zum Thema „After your final status update“.
Längst ist das Thema aber auch als Marktlücke entdeckt worden: Da es sich nie voraussehen lässt, wann es denn nun soweit ist, hilft eine Facebook-App mit dem digitalen Nachruf – „If I die“. Gleich zu Beginn auf ihrer Homepage heißt es in einem Video, dass der Tod praktisch hinter jeder Ecke lauert und diese App uns die überwältigende Möglichkeit gibt, sollten wir dem Tod überraschenderweise über den Weg laufen, einige letzte Worte über unseren Facebook-Account mit der Welt zu teilen. Dazu bestimmt man zunächst einmal drei sogenannte „Trustees“, welche das Ableben bestätigen müssen, um nicht ausversehen zu früh die verborgensten Gedanken, Ratschläge oder Geständnisse preiszugeben. Tritt nun tatsächlich der Tod ein, so kann man in einem Post oder einer Videobotschaft noch einmal alles sagen, was man schon immer sagen wollte.
Zweifellos ist dies dennoch nicht jedermanns Sache. Die meisten sind einer derartigen App gegenüber eher skeptisch eingestellt. Vor allem, da gerade bei „If I die“ schnell klar wird, dass diese App nicht so einfach funktioniert, wie die Macher sie in dem Video beschreiben. So müssen die Trustees selbst erst die Anwendung installieren, um die, laut „If I die“, ehrenvolle Aufgabe erfüllen zu können, ihre Freunde als verstorben zu melden. Des Weiteren reichen die drei Trustees natürlich nicht aus, da ja ebendiese mit einem sterben könnten. User erklären, dass es sechs Trustees sein müssen, die – wie bei beinahe jeder Aktion innerhalb von „If I die“ –  nun die App selbst installieren müssen.

Shame on you!

Shame on you!, wenn man an dieser Stelle denkt, die App würde auf wirklich jede erdenkliche Art versuchen, eine größere User-Menge zu bekommen. Zur Erinnerung: Die erste Stufe des Marketings begann mit scheinbar willkürlichen Telefonanrufen, bei denen der einprägsamen Satz „Death can catch you anywhere. Anytime“ formuliert wurde. Heute verbreitet sich die App gewissermaßen über sich selbst. Geht man von der Zahl der „Gefällt mir“-Klicks aus, so haben bis dato 7000 Facebook-User die App installiert (während allerdings über 40.000 monatliche Nutzer angezeigt werden). Wie viele davon allerdings eine eigene Botschaft hinterlassen haben, ist nicht bekannt. Denn, so „If I die“,  sind sämtliche Videos auf  gesicherten Servern gespeichert, wo sie für niemandem, außer dem User selbst, zugänglich sind. Es ist auch nicht bekannt, ob die App tatsächlich schon zum Einsatz kam. (In einem Selbstversuch mit einem Fake-Account hat es schon bei der Benennung der Trustees nicht funktioniert). Ob man sich tatsächlich für so eine Art von Facebook-App entscheidet, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Vor der Nutzung sollte man sich jedoch fragen: Will ich mich wirklich jetzt schon mit meinem Tod auseinandersetzen? Was ist, wenn ich in 3 Jahren sterbe und die Nachricht längst nicht mehr aktuell ist? Und letztlich auch: Will ich meine Gedanken wirklich mit der gesamten Welt teilen?

Rest in Peace oder Rest in Facebook?

Auch, wenn man sich gegen die „If I die“-App entscheidet, bleibt man nach dem Tod noch eine Weile erreichbar – zumindest online. So werden Profile in soziale Netzwerke häufig zu einer Art Kondolenz-Buch für Freunde und Bekannte.  Aber was passiert eigentlich nach dem Tod mit unseren Daten? Diese Frage kann kaum jemand beantworten. Chris Faraones geht in seinem Artikel „Digital Death“ ebenfalls der Frage nach – und findet keine eindeutige Antwort. Es gibt zwar Möglichkeiten, über die Verwaltung von Facebook, Twitter und Co. Zugriff auf den Account eines Verstorbenen zu bekommen und so Inhalte zu löschen, dies gestaltet sich allerdings häufig äußerst schwierig. Einige Netzwerke arbeiten deshalb an einem System, welches die Accounts löscht, sobald nachgewiesen werden kann, dass ein User sich „dem Farmville des Himmels“, wie es Chris Fararone nennt, angeschlossen hat. Einige Experten gehen aber auch davon aus, dass früher oder später sowieso alle Daten gelöscht werden. Aber auch wenn dies so sein sollte, so stellt sich doch die Frage: Wann beginnt früher oder später? Natürlich lässt sich der Fortschritt nicht aufhalten, doch sollten wir nicht eine Grenze ziehen? Dieser Frage muss sich jeder Einzelne stellen. Für den einen mögen die heutigen Möglichkeiten einen völlig neuen Weg bieten sich zu verabschieden, während andere sich doch lieber in einem „altmodischen“ Brief unter Ausschluss der Öffentlichkeit an die Nächsten wenden.

Im Gedenken an die am 5. Januar 2012 verstorbene Jessica Joy Rees: NEGU.

Das Ende der Suche

von Jelena Hauß

Das Semantische Web als „Antwortmaschine“

Ganz im Habitus großer Medienkonzerne liefert auch Google wieder einen Jahresrückblick 2011. Das Video „Zeitgeist 2011“ stilisiert die Suchmaske und weitere Anwendungen Googles als Tor zur Welt. Was zunächst nur als schöne Animation erscheint, kommt der tatsächlichen Bedeutung der Suchmaschinen für unsere Wissensbestände jedoch sehr nah. Diese mächtigen Filter ermöglichen es erst, das Web und darin gespeicherte Informationen nutzen zu können. Eine Facebookgruppe bringt die heutigen Nutzungsgewohnheiten – sei dahingestellt ob bewusst oder unbewusst – auf den Punkt: „Wir denken nicht, wir googeln“. Angesichts der Alltäglichkeit von Suchanfragen haben wir offenbar vergessen, welche Transferleistungen wir stets an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine erbringen müssen, denn Google funktioniert grundlegend anders als das menschliche Gehirn. Eine Zukunftsvision für das Internet und die Filterung der dort verfügbaren Daten widmet sich der Überwindung genau dieser Kluft: Das „Semantische Web“ und die „Semantischen Suchmaschinen“, die uns nicht mehr nur Suchergebnisse auflisten, sondern Antworten auf unsere Fragen geben.

Transferleistung? Fehlanzeige!

„Das Internet soll klüger werden“, überschrieb SpiegelOnline einen Artikel zum Semantischen Web und trifft damit das Kernanliegen. Bisher ist das Netz ein Ort der Datenberge, die mit mächtigen Suchmaschinen durchwühlt und uns dann in einer von Algorithmen bestimmten Reihenfolge angeboten werden. Die eingesetzten Rechner und Anwendungen können jedoch nicht die inhaltlichen Bedeutung von Suchanfragen erfassen, keine Informationen verknüpfen und so keine Antworten im ursprünglichen Sinne liefern. Stets ist der Nutzer gefragt: Webinhalte querlesen, einschätzen, möglicherweise eine neue Suchanfrage starten, um schließlich Zusammenhänge herstellen zu können. Schon einfache, alltagsnahe Fragen, werden so zu einer mühseligen Aufgabe für den Nutzer, wie Micheal Osl treffend beschreibt. Diese Kleinteiligkeit der Informationsgewinnung im Netz soll das Semantische Netz beenden, wie Wikipedia verdeutlicht:

Die Daten in einem Semantischen Web sind strukturiert und in einer Form aufbereitet, welche es Computern ermöglicht, sie entsprechend ihrer inhaltlichen Bedeutung zu verarbeiten. Zudem erlaubt ein Semantisches Web Computern […], aus den vielen Informationen der weltweiten Daten Wissen herzuleiten und neues Wissen zu generieren.

Eine verführerische Idee, die auch deswegen ernst zu nehmen ist, weil sie von Tim Berners-Lee entwickelt wurde, dem Erfinder des Internets, wie wir es heute nutzen. Sein erster Artikel zu diesem Thema ist inzwischen über zehn Jahre alt – doch wo steht das Semantic Web heute?

Von ersten Erfolgen hin zur Utopie

Der Herausforderung, diese weitreichenden Ideen in umsetzbare Konzepte zu gießen, stellten und stellen sich Experten wie Informatiker und Kognitionswissenschaftler, muss doch der Transfer menschlicher Denkstrukturen auf die Maschinen gelingen. Einige grundlegende Techniken, wie Auszeichnungs- und Abfragesprachen, wurden so schon geschaffen. Diese Sprachen dienen unter anderem dazu, Daten im Netz mit sogenannten Metadaten zu hinterlegen, die dann Wortbedeutungen transportieren und so der Ausgangspunkt für Informationsknüpfung sind. Greifbare Ergebnisse liefern bisher semantische Suchmaschinen, wie etwa die im universitären Rahmen entwickelte Suchmaschine Sempria, die bereits deutlich bessere Ergebnisse als algorithmische Maschinen liefert. Auch WolframAlpha kann als Etappenerfolg gelten, liefert diese Webanwendung doch „sinnvolle“ Antworten, wenn auch vornehmlich für mathematisch oder physikalisch exakt zu beantwortende Fragen. Ein Zeichen, wie wichtig die Entwicklung einer Netzsemantik ist, setzte die deutsche Politik: Bereits 2006 rief die Bundesregierung das interdisziplinäre Forschungsprogramm Theseus ins Leben.

Jenseits aller Detailarbeit und Interessensgruppen, die am Semantic Web arbeiten, scheint das Szenario, auf das hingearbeitet wird, in der Webgemeinde jedoch ausgemachte Sache: Das Netz und die Websuche sollen eine „Antwortmaschine“ werden, so zum Beispiel dargestellt in einem anderen aktuellen Video von Google: Man stellt Fragen, die einer natürlichen Gesprächssituation gleichen – und erhält eine ebenfalls „menschliche“ Antwort in Form eines Aussagesatzes.

Was auf den ersten Blick traumhaft einfach erscheint, könnte jedoch auch zu einfach sein: Antworten, deren Quellen nicht erschlossen werden können, sind kaum etwas wert. Die Frage, ob als Grundfunktion die Komplexitätsreduktion bei der Semantischen Suche auch stets nachvollzogen und aufgeschlüsselt werden können sollte, wird derzeit offenbar noch kaum diskutiert –die Expertenbeschäftigen sich vor allem damit, die „Antwortmaschinen“ erst mal zum Laufen zu bekommen. Wolfram Alpha als Vorreiterprojekt liefert einen erste Lösung hierfür: Mit einem Klick kann man einen Blick in die „Source information“ der Suchergebnisse werfen. Zukunftsvisionen für das Semantische Web reichen jedoch noch viel weiter; solche umreißt der Wissenschaftler Michael Herzog einer Sendung des Deutschlandradios Kultur: Beispielsweise könnten mithilfe dieser Technologie „Augmented Reality“Anwendungen die Unterschiede zwischen Mensch und Maschine verwischen oder ganz verschwinden lassen.

Mensch und Maschine in Seligkeit vereint?

Heute besteht jedoch nur ein Bruchteil des Netzes aus semantisch angereicherten Daten und es gibt bisher nur vage Vorschläge, wie die unvorstellbare große Menge an notwendigen Metadaten in das Web 2.0 eingepflegt werden könnte. Auch ist es ein sensibler Punkt, wer mit welchen Interessen Daten welche Bedeutungen zumisst, womit gerade im Semantic Web Fragen zur Macht über Wirklichkeitskonstruktionen umso dringlicher gestellt werden müssen. Die erste Frage, die man folglich einer perfekt funktionierenden semantischen Suchmaschine stellen sollte, ist wohl: „Ist das Semantische Web ein Fluch oder Segen für die Menschheit?“ Eine Antwort, destilliert aus allem, was dazu jemals an Daten ins Netz gespeist wurde, wäre sicherlich aufschlussreich.

Foto: Flickr/Jeffrey Beall (CC BY-ND 2.0)

Werbung, die keine ist. Der Fall Facebook

von Larissa Grodke-Bried

Computer an – Internetbrowser auf – Facebook laden – Anmelden: 1 neue Nachrichten, 2 Freundschaftsanfragen, 5 Neuigkeiten. Erst einmal die Freundschaftsanfragen beantworten, dann die Nachrichten lesen und danach die Neuigkeiten begutachten (L backt gerade Plätzchen und P fährt übers Wochenende zu seiner Oma), um sich auf den neusten Stand zu bringen.
Es ist erstaunlich und auch ein wenig beängstigend, wie eng unser Alltagsleben mit Online Communities verknüpft ist. Laut allfacebook.de gibt es derzeit (Stand 13.12.2011) über 22.000.000 aktive Facebook Nutzer (ca. 25% der deutschen Bevölkerung). Auch laut Nielsen Media Research ist Facebook die meist genutzt Media-Plattform: Die durchschnittliche Verweildauer ist sechsmal höher als im Durchschnitt aller Social Networks (22.03.2010).
Aufgrund dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass Facebook eine gute Anlaufstelle für Werbetreibende ist: Viele potenzielle Käufer, die viel Zeit auf Facebook verbringen und so oft beworben werden können.

Facebook – die Werbemaschine

Anfang 2011 stieg der Wert von Facebook auf über 50 Milliarden Dollar. Der russische Investor Digital Sky Technologies und die US-Bank Goldman Sachs beteiligten sich mit 500 Millionen Dollar am Internet-Portal. Luca Di Blasi, wissenschaftlicher Assistent in einem privaten Forschungsinstitut in Berlin mit den Forschungsschwerpunkten Medienphilosophie und Kunsttheorie, erläutert in seinem Gastkommentar bei Zeit Online, wie „Facebook […] seine Mitglieder [benutzt] und […] ihre Profilseiten zu Werbetafeln“ macht. Er stellt die Frage woher diese Einnahmen kommen sollen, die diese Zahlen rechtfertigen. „Da Facebook  auch künftig keine Mitgliedsgebühren erheben will, bleibt im Wesentlichen nur die Werbung“, schlussfolgert Di Blasi.

Die Konkurrenz der Werbeanzeigen

Googelt man einen Begriff, ist es für uns selbstverständlich, dass die obersten Suchergebnisse gesponserte Werbeanzeigen sind. Auch in Sozialen Netzwerken sind wir Werbung gewohnt, doch hier konkurrieren die Anzeigen mit Mitteilungen, die für die Nutzer um einiges interessanter sind: Die Änderung des Beziehungsstatus des Fitnessstudiofreundes auf verlobt und die neuesten Partybilder der Kommilitonin mit diversen Kommentaren von Freunden. Die folgerichtige Idee: Werbung kombiniert mit persönlichen Informationen, die die User direkt anspricht.
Laut einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Fittkau&Maaß aus dem Jahr 2010 lehnt jeder zweite personalisierte Werbung ab. 60% der Befragten befürchten zudem, dass durch personalisierte Werbung Datenschutz missachtet wird. Ebenfalls 60% fühlen sich durch personalisierte Werbung beobachtet. Für Werbende ist es also wichtig, das richtige Maß zu finden; einerseits um die passende Zielgruppe anzusprechen und andererseits um dem User nicht das Gefühl zu vermitteln, beobachtet zu werden.

„Sponsored Stories“

Seit Anfang 2011 bietet Facebook nun die Werbeform der „Sponsored Stories“ an.  Unternehmen können veranlassen, dass Check-In-Anmeldungen in ihren Filialen und „Gefällt mir“ – Klicks als Werbung auf der Facebook Seite in der rechten Spalte erscheinen. Die Firmen können ein bestimmtes Kontingent an „Sponsored Stories“ für den Geotaggingdienst Places von Facebook kaufen. Bei diesem Dienst wählt sich der User mit einem GPS-fähigen Smartphone in das Internet ein und bestimmt seinen aktuellen Aufenthaltsort. Der Standort wird auf dem Facebook Profil angezeigt. Zudem ist es möglich, noch weitere Personen zu taggen (markieren).
Loggt sich der Nutzer nun ein, während er in einem Café sitzt, darf das Café den Namen des Nutzers bei den Facebook Kontakten des Nutzers einblenden lassen. Aber nicht nur der Name samt Foto erscheint in der rechten Spalte der Facebook Seite. Es dürfen auch weitere Angaben wie Begleitung, eventuelle  Kommentare und „Gefällt mir“-Klicks veröffentlicht werden. Das Ganze kann dann noch mit dem Logo des Unternehmens versehen werden und ergibt so eine attraktive personalisierte Werbung. Personalisierte Werbung suggeriert Freundschaft und dementsprechend Vertrauen; empfiehlt ein Freund ein Produkt oder die Dienstleistung eines Unternehmens ist die Kaufbereitschaft oder zumindest der Gedanke an einen möglichen Produktkauf um ein Vielfaches höher als bei „normaler Werbung“. Beim sogenannten „Viralen Marketing“ wird die Propaganda der bestehenden Kunden genutzt, um neue Kunden zu werben. Wichtig ist dabei, dass es nicht zu offensichtlich nach Werbung aussieht.

 

Werbung für Werbung

Facebook ist sich seiner Attraktivität bewusst und wirbt selbst für die eigenen Werbeanzeigen: Zielgruppenauswahl, Aufbau einer „Fan“-Gemeinschaft mit Hilfe des „Gefällt mir“-Buttons und Zahlung nur bei Anklicken oder Ansehen der Werbeanzeige.
Auf der anderen Seite wirbt Facebook auch bei seinen Nutzern für seine Werbeanzeigen: „Alle möchten wissen, was ihren Freunden gefällt. Darum kombinieren wir Werbeanzeigen mit Freunden – so kannst du basierend auf den „Gefällt mir“ – Angaben und geteilten Inhalten deiner Freunde ganz einfach Produkte und Dienstleistungen finden, an denen du interessiert bist.“ Dies kann man aber auch abstellen. Sowohl für die Werbeanzeigen von Drittanbietern, als auch für soziale Anzeigen:  Startseite -> Kontoeinstellungen -> Facebook-Werbeanzeigen ->Einstellungen für Werbeanzeigen von Drittanbietern bearbeiten bzw. Einstellungen für soziale Werbeanzeigen bearbeiten.

Das große Werbepotenzial

„Facebook ist und bleibt kostenlos“, heißt es auf der Facebook Startseite. Doch auch ein kostenloses Social Network muss – um kostenlos zu bleiben – Geldverdienen. Facebook verdient durch seine Nutzer und verkauft dies zudem als weiteres Angebot für die Community Mitglieder. Werbung hat ein rießiges Verkaufspotenzial und Facebook die passenden Inserenten.

Foto: flickr/Andrew Feinberg (CC BY 2.0)

Online-Piraten im Visier

von Sandra Fuhrmann

Online-Piraten geraten immer mehr ins Visier der Ermittler. Nachdem die deutsche Kriminalpolizei im letzten Jahr kino.to vom Stecker nahm, soll es jetzt auch dem Nachfolger kinox.to an den Kragen gehen. Die USA aber gehen noch einen Schritt weiter: Mit einem neuen Gesetzesvorhaben könnte auch YouTube illegal werden.

Mission Internet

Jeder der dieser Tage versucht, die Seite http://tvshack.net/ aufzurufen, wird auf ein interessantes Beispiel für die Bemühungen der USA im  Kampf gegen Online-Piraterie stoßen. Vorzufinden ist auf der Seite nicht, wie vielleicht erwartet, eine Liste mit Verlinkungen zu anderen Seiten, deren Inhalt aus nicht lizensierten Streams von Filmen und Fernsehshows besteht. Stattdessen stößt der Besucher auf eine eindrucksvolle Anzeige, die auf die Beschlagnahmung der ursprünglichen Seite und diverse Strafen hinweist, die Verstöße gegen das Copyright zur Folge haben – gekrönt ist dieser Hinweis von drei offiziellen Wappen der US-Regierung.
Richard O’Dwyer hätte wohl nie damit gerechnet, dass sein Angebot jemals der Grund für solche Furore sein wird. Seit Mai 2011 läuft ein Verfahren wegen krimineller Urheberrechtsverletzung gegen den 23-jährigen Studenten aus Großbritannien.  Die ICE (Immigration and Customs Enforcement) fordert die Auslieferung des jungen Briten an die USA, um den Fall vor einem dortigen Gericht verhandeln zu können.  O‘Dwyers Anwalt argumentiert, dass sich der Server, von dem aus die Seite betrieben wurde, nicht in den USA befand und die Angelegenheit somit unter britisches Recht fällt. Die ICE jedoch erhebt Anspruch auf alle Angebote, die von einer .net- oder .com-Domain aus betrieben werden. Die für diese Domains zuständige Firma hat ihren Sitz in Virginia und damit auf US-amerikanischem Boden. Eine Lösung des Streits steht somit weiterhin aus.

Kriminell aber so nützlich

Sind wir bald alle Piraten?

Klickt man auf den Warnhinweis auf der beschlagnahmten Seite wird man zu einem Video weitergeleitet, das noch einmal die Schwere des Vergehens „Online-Piraterie“ verdeutlichen soll. Dieses Video steht auf einer Seite von YouTube.  Beschäftigt man sich nun mit der geplanten Erweiterung des Gesetzes, das zu O’Dwyers Anklage führte, muss man sich fragen, wo die US-Regierung ihre Videos wohl in Zukunft einstellen will, sollte das neue Gesetz tatsächlich in Kraft treten.
Denn: Mit dem SOPA (Stop Online Piracy Act) nämlich soll zukünftig all jenen die Suppe versalzen werden, deren Seiten das Ziel haben, US-Eigentum zu stehlen und auch solche, die gegen das geltende US-Recht verstoßen, Verstöße erleichtern oder diese nicht verhindern. Dazu gehören dementsprechend auch Facebook, Twitter, Google und YouTube. Tausendfach werden beispielsweise auf YouTube urheberrechtlich geschützte Songs und Videos eingestellt, die sich dann über Facebook und Twitter verbreiten. Es wären genau genommen Seiten weltweit, die von diesem Gesetzt betroffen wären – es wäre das gesamte Internet.

Protest auch aus den eigenen Reihen

Dass die US-Regierung mit dem SOPA eine Grenze überschreitet, darüber sind sich die meisten einig. Der Journalist und Medienexperte Felix Salmon stellt in seinem Blog die Frage, ob es unter den gewöhnlichen Internetusern überhaupt Befürworter des Gesetzes gibt. Sogar unter US-Abgeordneten regt sich mehr und mehr Protest gegen den Entwurf. In einem Brief verschiedener Kongressmitglieder an die Vorsitzenden des Komitees werden die Argumente erläutert, die gegen die Verabschiedung des Gesetzes sprechen.
Kritikpunkte gibt es viele. Zum einen ist es die angeblich schlechte und vage Formulierung in der Vorlage. So wird viel Raum für Interpretation und Willkür geschaffen. Und wem soll das Gesetz nun überhaupt nützen? Die gewöhnlichen User sind es offenbar nicht. Ein Vorwurf lautet, dass die Politik sich von Lobbygruppen wie der Film- und Musikindustrie beeinflussen lasse, da diese die Politiker mit Geld für ihre Wahlkämpfe versorge.
Es ist in der Tat eine feine Suppe, die uns die US-Regierung da eingebrockt hat. Auch Online-Innovationen werden durch das geplante Gesetz blockiert. Gerade kleine Firmen und Start-Ups haben oft nicht genug Geld für Überwachungsstrukturen und zur Abwehr von Klagen. Hätte es das Gesetz schon im Jahr 2005 gegeben, wäre beispielsweise YouTube niemals entstanden.

Mit dem SOPA muss sich die USA nun wohl selbst an die Nase fassen. Ganz gemäß ihrem selbst geschneiderten Ruf haben die USA in der Vergangenheit wiederholt andere Länder, wie China, auf das Recht zur freien Meinungsäußerung hingewiesen. Mit dem neuen Gesetzt jedoch würden Access und Service Provider dazu gezwungen Inhalte zu überwachen und zu sperren, um Verstößen aus dem Weg gehen zu können. Eine Maßnahme deren Auswirkungen sich gerade in China bereits beobachten lassen.

Am Pranger – doch zumindest nicht allein

Das Internet ist ein „dunkler Ort“, der „Urheberrechtsverletzungen geradezu fördert“. Zu diesem Schluss kam offenbar auch die Europäische Kommission. Denn nicht nur die US-Regierung kann wegen ihres Gesetzesentwurfs an den Pranger öffentlicher Beschimpfung gestellt werden. Längst gibt es in Europa einen ähnlichen Gesetzesentwurf, gegen den sich ähnlicher Protest regt. Das ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) wird bereits seit gut zwei Jahren im Stillen verhandelt. Unter den 39 teilnehmenden Staaten befinden sich neben den EU-Ländern auch die USA. Beschlossen wurde der Beitritt vom EU-Rat während einer Sitzung des Fischereiausschusses. Die Angst vor dem großen Dunkel und schneller Handlungsbedarf scheinen entsprechend groß zu sein.

Außergewöhnliche Umstände

Vielleicht ist die Frage ja gar nicht die, ob es eine Regelung geben muss, sondern mehr die, wie eine solche Regelung aussehen und wie sie umgesetzt werden soll. Dass das Internet ein außergewöhnlicher Raum ist, der auch außergewöhnliche Maßnahmen erfordert, wird wohl kaum jemand bestreiten. Doch bedeutet das nicht, dass es eventuell unangemessen ist, hier gewöhnliche Gesetze zum Einsatz zu bringen? Einen interessanten Anstoß dazu liefert die Quadrature de Net. Wenn in unserer modernen Zeit jeder Weltweit Zugriff auf im Internet verbreitete Kultur und andere Informationen hat, wie sinnvoll ist es dann eine alte Idee darauf  anzuwenden, die für jeden Akt eine ausdrückliche Genehmigung einfordern möchte?

Foto: flickr/~dolldreamer~ (CC BY-NC-SA 2.0)

Facebook-Beziehung gefällig? – 3…2…1…Deins!

von Mareen Michell

Auf Facebook mit der neuen Freundin prahlen und die Freunde beeindrucken? Die Ex eifersüchtig machen mit dem vollbusigen neuen Fang? Kein Problem! Ein Klick bei eBay genügt.

Beziehungshandel auf eBay – eine illegale Geschäftsidee

Vor ein paar Tagen trennten einen hiervon nur ein paar Mausklicks auf der deutschen Shopping-Website eBay. Junge Frauen boten hier käufliche, ausschließlich virtuelle Beziehungen auf bestimmte Zeit im sozialen Netzwerk Facebook an. Wer sicher gehen wollte, konnte beispielsweise direkt eine Freundin für 250€ erwerben. Doch die meisten Angebote waren herkömmliche Auktionen, bei denen sich das Gebot für den „Artikel“, wie beispielsweise eine 3-monatige Beziehung, nach und nach hochschaukelte. Neben dem reinen Beziehungsstatus, der im Profil oben bei den persönlichen Angaben wie Geburtsdatum, Schule oder Arbeitgeber erscheint, waren Pinnwand-Einträge, diverse Kommentare oder Likes bei Postings, sowie Bildern, oder auch Chatgespräche auf Freundschaftsniveau meistens inklusive.
Die Versteigerungen der Schein-Beziehungen erfreute sich in den letzten Wochen gesteigerter Popularität, woraufhin eBay auf die Geschehnisse aufmerksam wurde und die Auktionen beendete. Denn: Sie verstoßen gegen die eBay Geschäftsbedingungen, welche tatsächlich eine Klausel beinhalten, die bereits eben solche Versteigerungen virtueller Beziehungen untersagt. Leonie Bechtoldt, Sprecherin jenes wohl bekanntesten Auktionsportals, nahm Stellung zum Vorfall, indem sie versicherte, ein Team würde nach den verbotenen Artikeln sehen und diese löschen. Offenbar ist es erfolgreich in seinem Tun, denn beim Anklicken verschiedener Links, die einst zu den netten Ladies führten, erscheinen nun ausnahmslos Fehlermeldungen:  „Dieses Angebot wurde entfernt oder der Artikel ist nicht verfügbar.“
Schade für die Bieterinnen! Denn so manche hätte guten Gewinn erzielt, wie beispielsweise diese:

Für die horrende Gebots-Summe von 132.250 € bei immerhin 58 Geboten zur Zeit des Screenshots ist dann wohl auch eher ihr Foto als der recht einfallslose Text verantwortlich. Denn Die Artikelbeschreibung ihrer selbst lautete:

“Hey Jungs
Wer würde gerne eine 2 Monatige Facebook-Beziehung mit mir haben?
Dann fleißig bieten, ich warte!! 😀
egal wie alt und gilt ab da ich das Geld habe =)))”

Käufliche Liebe ist nichts neues, doch erscheint diese zwar harmlosere Form dennoch obskur. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass viele Facebook-user (unter ihnen meine eigenen Freunde) diverse dieser Auktionen in den vergangenen Wochen posteten. Selbstverständlich erreicht jede Meldung, die in einem Netzwerk mehrfach geteilt wird, binnen kürzester Zeit ein riesen Publikum. So wurden wohl die bis dato recht versteckt gebliebenen Geschäftchen der jungen Frauen bekannt. Denn die Idee und das Geschäftsmodell sind keineswegs so brandneu wie die Ermittlungen gegen die oftmaligen Fake-Profile, hinter denen keine realen Persönlichkeiten stehen. Die gab es bereits im August dieses Jahres, wie ein Blogger beweist. Zu seinem Blogeintrag gehört ein Bild, wieder ein Screenshot aus eBay. Erstaunlich ist, dass dieses Mal ein Mann seinen Namen und sein Profil für eine Web-Beziehung versteigert, waren es anderen Bloggern zufolge vor allem in letzter Zeit doch hauptsächlich weibliche Anbieterinnen.

Wie hoch bietest du? Oder: Wie tief sinkst du?!

Doch mal ehrlich: In was für einer Welt leben wir, in der sich offenbar nicht nur das halbe Leben im Internet abspielt, wo Leute gerne zeigen, in welcher Form einer Beziehung  sie angeblich mit wem stecken, sondern auch noch Menschen ganz bewusst sich selbst als Produkt in ein Shopping-Portal stellen?! Und ist es denn auf Käufer- bzw. Bieter-Seite nicht Selbstdiskriminierung genug, eine Fake-Beziehung mit einem Unbekannten einzugehen? Offenbar nicht. Denn gewinnen tut der, der am meisten bietet…oder doch eher der, der bereits am tiefsten gesunken ist? Beziehungen stellen im online-Zeitalter offensichtlich nichtmehr das dar, was sie einmal taten. Ständig liest man auf seiner Startseite neue Meldungen bezüglich des Beziehungsstatus‘ diverser (Facebook-)Freunde, die häufig genauso gerne teilen wenn sie sich wieder einmal getrennt haben und erneut zu den „Singles“ gehören, wie wenn sie eine neue (zeitweilige) Partnerschaft eingehen. Doch wer absichtlich provoziert, dass sein Beziehungsstatus für von vorneherein 2 festgesetzte Monate im Profil ganz schön aussieht und dafür auch noch hunderte, bzw. tausende von Euro hinblättert, ist schon ein schiefer Typ. Vielleicht fanden deswegen einige ihre Wunsch-Beziehungen in eBay unter der Rubrik „Sammeln & Seltenes > Total Verrücktes > Total durchgeknallt“, wie in einem Artikel dieses Medien-News-Portals  bereits im September berichtet wurde.

Prestige-Förderung durch falsche Beziehungen?

Insgesamt dient dieses ganze Vorspielen und fälschliche Vorgeben einer interpersonalen Beziehung auf Facebook jedoch einzig und allein dem Prestige einer Person, das bei besonders hübschen, oder „geilen“ Freundinnen / Freunden, wohl positiv beeinflusst wird. So, oder so ähnlich müssen die Motive der Mitsteigerer auf eBay ausgesehen haben, denn wie in einem weiteren privaten Online-Blog  beschrieben ist, beinhalteten die Angebote „kein reales Treffen oder jegliche Chancen auf ein reales Kennenlernen.“ Weiter steht dort, dass die Freundschaft und der Beziehungsstatus sofort vom Anbieter gekündigt werden darf, sobald obszöne Mails, Bilder, oder Anfragen auch nach einer Verwarnung nicht aufhören sollten. Es war also von vorne herein erklärt, dass sich der Ersteigerer seines als allgemein für hübsch befundenen „Artikels“ keine Hoffnungen auf mehr oder eine jemals echte Beziehung machen durfte.
Doch auch auf der anderen, der Anbieter-Seite, ist es, wie bereits erwähnt, doch fragwürdig, sich auf materielle Ebene herabzusetzen und sogar seinen „Artikelzustand“ anzugeben. Manche titulieren sich als „sehr gut“ , andere geben sogar in wenig für sich werbender Art und Weise an, bereits „gebraucht“ zu sein.

Online-Handel mit Dienstleistungen für soziale Netzwerke wird immer populärer

Da fragt man sich:  Wie weit soll dieser Handel mit Dienstleistungen für soziale Netzwerken noch gehen? Schockierend genug ist es, dass, seit geraumer Zeit jegliche Dienste online für Geld zu haben sind. Und das ganz legal und völlig normal?! Beispielsweise zahlt man bei getfansfast.com bis zu knapp 3.000$ für bis zu 10.000 neue Facebook-Fans, und das alles bei 100%iger Geld-zurück-Garantie, falls es nicht funktionieren sollte. Ein anderes Beispiel ist die Seite Fünfi.de, auf der, passend zum Namen, 5-€-Deals zu allem Möglichen abgeschlossen werden können. Gibt man den Suchbegriff „Facebook“ ein, ergibt sich eine Liste diverser Dienste. Ob man nun sein Produkt promoten lassen möchte, oder lieber „how-to“-Tipps für 500 neue Fans pro Tag  bekommen will – das Portal lässt keine Wünsche offen. Wirklich keine. Denn auch hier bietet eine Verkäuferin namens Fashionmodel an, über 2 Monate hinweg eine Facebook-Beziehung mit dem Käufer zu führen – inklusive Beziehungsstatus, süßer Posts, oder Modelbilder ihrer selbst auf seiner Pinnwand. Dieses Konzept funktioniert auch für andere soziale Netzwerke wie StudiVZ oder Wer-kennt-wen.de, wie weitere bei Fünfi.de aufgelistete Angebote zeigen. Anscheinend ist hier die gefundene Marktlücke, welche ja auf eBay verboten ist, nicht nur ebenfalls bereits entdeckt worden, sondern auch gut am Laufen. Denn der Beschreibung des genannten Beziehungs-Angebots für Facebook lässt sich entnehmen, dass bereits zwei Aufträge bei Fashionmodel in der Warteschlange sind.
Völlig crazy? – Ja! Denn auch dieses Angebot findet sich bei Fünfi.de unter der Kategorie „Verrücktes“.

Die Multitasking-Medien

Immer häufiger werden Medien parallel genutzt – etwa beim Fersehen im Internet gesurft oder nebenbei gesimst. Doch während Multitasking in den letzten Jahren zum Schlüsselwort für die Arbeitserleichterung war, ist jetzt klar: Es ist nicht zielführend.