Meinung in Spalten – die Kolumne

von Alexander Karl

Sie ist aus der geschriebenen Medienwelt kaum wegzudenken: die Kolumne. Viele Zeitungen, egal ob online oder offline, haben eine oder mehrere. Und doch ist eine der bekanntesten Kolumnistinnen fiktiv. Ich starte den Versuch: Kann ich es schaffen, in die Fußstapfen einer Carrie Bradshaw zu treten?

Sex und der Rest der Welt

Das Wort Kolumne kommt, wen wundert’s, aus dem lateinischen und meint Säule. Doch das englische Wort column legt nahe: Damit ist auch die Spalte, speziell die in der Zeitung, gemeint. Der Duden versteht unter der Kolumne einen „von stets demselben [prominenten] Journalisten verfasster, regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichter Meinungsbeitrag“.

Gerade der letzte Teil ist interessant: Es geht um die Meinung zu einem bestimmten Thema und das kann – je nach Autor, Medium, Anlass usw. – natürlich variieren. Etwa im bekannten Streiflicht der Süddeutschen Zeitung: „Augenzwinkernd werden an dieser Stelle die großen und kleinen Ereignisse der „Welt ins Visier“ genommen, politische und sonstige Prominente gelegentlich auf menschliches Maß gebracht“, so heißt es bei der SZ über die Kolumne. Zumeist, so Wikipedia, auf 72 Zeilen und in drei Absätzen. Und noch ein anderer Aspekt wird dort erwähnt: Handelt es sich beim Streiflicht um eine Kolumne oder eine Glosse? Wikipedia entscheidet sich für „Glosse respektive Kolumne“.

Denn, und auch das weiß die Online-Enzyklopädie an anderer Stelle zu notieren: „Der Kolumne nahestehend und nicht immer klar von ihr zu unterscheiden sind die Glosse, die Causerie und der Kommentar.“

Doch eine der bekanntesten Kolumnistinnen ist wohl eine, die es gar nicht gibt: Carrie Bradshaw aus der Serie Sex and the City. Diese schreibt für die fiktive Tageszeitung New York Star eine Kolumne mit dem Titel – na, wer mag es erraten? Richtig: Sex and the City. Carrie Bradshaw entstammt aber ursprünglich der Feder von Candance Bushell, die für den real existierenden The New York Observer Mitte der 1990er eine Kolumne mit dem Titel Sex and the City schrieb. Aus der Kolumne wurde später ein Buch (der Titel sollte klar sein), auf dem eine TV-Serie mit der Protagonistin Carrie Bradshaw basiert. (Übrigens veröffentlicht Carrie zum Ende der Serie hin ihre Kolumnen auch noch in Buchform, aber das nur am Rande). Und das Bradshaw-Rad dreht sich weiter: Zwei Bücher, die die Geschichte der jungen Carrie erzählen, gibt es bereits. Und auch The Carrie Diaries starteten im Januar 2013 als TV-Serie. Nochmals zur Erinnerung: All das begann mit einer Kolumne. Die Geschichte der Carrie Bradshaw wird mittlerweile in vielen Medien erzählt – man könnte dies also nach Henry Jenkins „transmedia storytelling“ nennen.

Middendrin

Und nun heißt es auch für mich: Ich bin mittendrin in der Kolumnisten-Welt. Seit dem 19.01.2013 gibt es auf midde.de, dem Jugendportal für Mittelhessen, alle zwei Wochen eine Kolumne von mir. Unter dem Titel „Alexander in der midde“ schreibe ich über all das, was junge Menschen bewegt: Das Treiben in der (Groß-)Stadt, die Liebe und den Wahnsinn, der sich Leben nennt. Dabei helfen mir zwei Figuren: Lena, der Wirbelwind, und Ole, der Ruhepol. Sie zeigen Facetten, die wir wohl alle haben – und sicherlich auch viele Leute in unserem Umfeld. All das erzähle ich zwar nicht mit New Yorker, aber immerhin mit Hamburger Perspektive.  Aber ob „Alexander in der midde“ eher in der Tradition des Streiflichts oder von Sex and the City steht, dürft ihr selbst entscheiden.

 

Bild: flickr/gifake (CC BY-NC-ND 2.0)

Logo: „Alexander in der midde“: Anette Crepaldi/midde.de

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