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Podcast: Nebraska

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 9 fertig2

 

Der Film: Der Wert des Geldes

Dement und Alkoholiker – den alten Woody (Bruce Dern) nimmt niemand mehr für voll. Insbesondere, als er dem durch einen Werbeprospekt verursachten Irrglaube auferlegt ist, eine Million Dollar gewonnen zu haben. Doch sein sensibler und lange schon entfremdeter Sohn David (Will Forte) hat Mitleid und erklärt sich bereit, mit seinem Vater die 900 Meilen nach Nebraska zu fahren, um dort seinen vermeintlichen Gewinn abzuholen. Als sie Woodys provinziellem Heimatstädtchen einen unfreiwilligen Besuch abstatten, verbreitet sich die Nachricht der Million wie ein Lauffeuer und Woodys Verwandte und Freunde bemühen sich eifrig, ein Stück des Kuchens abzubekommen.

Regisseur Alexander Payne stammt selbst aus Omaha in Nebraska und siedelte bereits zahlreiche Handlungen seiner Werke in seinem Heimatstaat an – unter Anderem Election und den Oscarnominierten About Schmidt. Dass Payne ein Experte in Sachen Familienangelegenheiten ist, zeigt sich nicht nur in seinen Filmen sondern auch in der Besetzung – Laura Dern, die die Hauptrolle in seinem Debutfilm Baby Business übernahm, ist die Tochter des deutschstämmigen Bruce Dern, der in Nebraska den Woody verkörpert. Nebraska wurde ursprünglich auf Farbmaterial gedreht, erst später kam es zu dem Entschluss, den Film in schwarzweiß zu zeigen. Eine sehr gute Entscheidung, entwickelte sich das verwaschene schwarzweiß doch zu einer entscheidenden Charakteristik des Films.

 

Nebraska, USA 2013, 115 Min.

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Bob Nelson

Mit: Bruce Dern, Will Forte, June Squibb

 

© Copyright: Paramount Pictures Germany

Podcast: The Counselor

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 4 fertigKlein

Der Film: Koks und Kohlenstoff – Wenn Gier zum Verhängnis wird

Als Laura (Penélope Cruz) von ihrem Freund einen riesigen Diamantring bekommt, kann sie nur entzückt „Ja, ich will“ hauchen. Was sich wie das Happy End einer so kitschig wie unrealistischen Hollywoodromanze anhört, ist in diesem Fall der Beginn einer Geschichte von Gier und ihren Konsequenzen. Denn der Anwalt, im Film nur Counselor (Michael Fassbender) genannt, kann sich diesen Ring nur leisten, weil er in ein dubioses Drogengeschäft investiert, das seine Zukunft mehr als sichern soll. Als die Lieferung verschwindet müssen der Counselor und seine Partner (Brad Pitt & Javier Bardem) am eigenen Leib erfahren, dass die Drogenmafia nichts von Zufällen hält.

Ridley Scott siedelt seinen Film nicht zufällig im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den Staaten an, gilt dieser Ort im Film doch seit jeher als ein Niemandsland, in welchem Gesetze und Moral eine untergeordnete Rolle spielen. Ein düsterer Film, dessen Dreh für Ridley Scott von einem harten Schicksalsschlag überschattet wurde. Zu Beginn der Dreharbeiten nahm sich Tony Scott, Ridleys jüngerer Bruder, das Leben. Auch er wurde als Regisseur von Actionfilmen wie Staatsfeind Nr. 1, Déjà Vu und Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 weltbekannt. Ridley Scott widmete sein neuestes Werk The Counselor seinem Bruder Tony und seinem Regieassistenten Matthew Baker, der ebenfalls während des Drehs verstarb.

 

The Counselor, GB/US 2013, 117 Min.

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Cormac McCarthy

Mit: Javier Bardem, Cameron Diaz, Penélope Cruz, Michael Fassbender, Brad Pitt

 

 

 

© Copyright: 20th Century Fox

 

 

Vom Film zum Politikum: JFK

von Selina Juliana Sauskojus 

Vor fünfzig Jahren, am 22. November 1963, verübten bis heute Unbekannte einen Anschlag auf den amtierenden Präsidenten John F. Kennedy. 28 Jahre später versuchte der Regisseur Oliver Stone die Ereignisse rund um das Attentat auf der Leinwand aufleben zu lassen – und löste mit JFK einen Aufruhr in den Vereinigten Staaten aus.

Tatort: Dallas

Gegen 12.30 biegt der Lincoln, in dem John F. Kennedy mit seiner Frau Jackie und dem texanischen Gouverneur Connally und dessen Frau sitzt, in die Elm Street am Dealey Plaza ein. Das Präsidentenpaar winkt gutgelaunt in die Menge. Plötzlich fallen Schüsse. Der Präsident wird am Hals getroffen. Dann der zweite – er geht daneben. Der dritte – der tödliche Schuss. Er trifft den Präsidenten am Kopf, verletzt ebenfalls den Gouverneur. Um 12.34 Uhr folgte die erste Meldung der Medien: „Drei Schüsse wurden auf Präsident Kennedys Autokolonne in der Innenstadt von Dallas abgegeben.“ Diese Meldung lähmt das gesamte Land. Um 13 Uhr wird Kennedy für tot erklärt.

Ein Täter ist schnell gefunden. Lee Harvey Oswald, ein Marxist mit Verbindungen nach Russland und Kuba, soll Einzeltäter gewesen sein. Zwei Tage nach dessen Festnahme wird Oswald von Jack Ruby, einem Nachtclubbesitzer, bei der Überführung ins Staatsgefängnis von Dallas erschossen. Nach dem Attentat bewegte die Welt vor allem eine Frage: Wer war der Täter? Oder auch vielleicht sogar die Täter? Eine Woche nach der Ermordung wurde Warren-Kommission einberufen. Sie sollte die Täterfrage klären. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Täter, Lee Harvey Oswald, gehandelt habe, der drei Schüsse abgefeuert haben soll. Damit war der Fall vorerst erledigt. Bis Jim Garrison, der Staatsanwalt von New Orleans, sich erneut mit der Angelegenheit befasste. Stutzig machte ihn vor allem die „Magic Bullet“, der letzte Schuss, der angeblich sieben Verletzungen beim Präsident und dem Gouverneur verursacht haben soll. In seinen Ermittlungen kam er zu dem Ergebnis, dass CIA und FBI die Hände mit im Spiel gehabt haben sollen. Im März 1967 klagte er den Geschäftsmann Clay Shaw wegen Teilnahme an der Verschwörung zur Ermordung des Präsidenten an. Im Prozess 1969 wurde dieser allerdings von der Jury freigesprochen. Damit wurde der Fall Kennedy zu den Akten gelegt – Zweifel an den Ergebnissen der Warren-Kommission blieben aber weiterhin bestehen.

Oliver Stone – Regisseur oder politischer Aktivist?

Aktualität erlangte der Fall erst wieder im Jahr 1991, als Oliver Stone die Geschehnisse der sechziger Jahre in seinem Film JFK wieder in das kollektive Gedächtnis der Amerikaner rief. Dreh- und Angelpunkt des Films ist Jim Garrison, gespielt von Kevin Costner. Stone stellte die Ereignisse rund um dessen Ermittlungen nach und folgte dessen These, dass es sich keinesfalls um einen Einzeltäter hätte handeln können, sondern um eine Verschwörung in den höchsten Institutionen der USA.
Oliver Stone ist bekannt dafür, Filme zu machen, die sich mit den großen politischen und sozialen Fragen der Staaten befassen: 1986 bannte er mit Platoon das Grauen des Vietnamkrieges auf die Leinwand, in Wall Street legte er die Machenschaften der Börsenhaie offen, in Nixon und W. befasste er sich mit der Watergate-Affäre und dem Leben des umstrittenen Präsidenten George W. Bush. Dennoch bezeichnet sich Stone selbst nicht als politischen Aktivisten, sondern als Regisseur, der Geschichten erzählt und sein großes Vorbild in Jean-Luc Godard sieht. Schon vor Veröffentlichung sorgte der Film für Furore, als die erste Version des Drehbuchs gestohlen und großen amerikanischen Zeitungen wie dem Chicago Tribune, der Washington Post und dem Times Magazine zugespielt wurde. Diese warfen Stone vor Fakt und Fiktion durcheinanderzubringen und zerrissen das Werk bevor es in die Kinosäle kam. Auch der damalige Präsident George Bush positionierte sich klar gegen den Film und versuchte sogar die Veröffentlichung zu stoppen. Stone konterte indem er den Entwurf des Drehbuchs mit Quellenangaben versah und in die Öffentlichkeit brachte. Der große Aufschrei erfolgte dann aber nach Veröffentlichung des Films. Die Darlegung einer theoretischen Unmöglichkeit eines Einzeltäters löste einen Aufruhr im amerikanischen Volk aus.
28 Jahre nach der Ermordung war noch immer keine befriedigende Lösung des Falles präsentiert worden. Die Tatsache, dass ein Großteil der Akten zum Attentat und zu Lee Harvey Oswald immer noch unter Verschluss waren, stieß den Bürgern sauer auf. Ein wichtiges Beweisstück, das Jim Garrison in der Verhandlung anführte, war der Zapruder-Film, der Film eines Amateur-Kameramannes, der ein völlig neues Licht auf den Fall warf: Dieser belegte ganz klar, dass es nicht nur einen Schützen gegeben haben konnte, weil die Schüsse von mehreren Seiten kamen. Die Audiospur bewies ebenfalls, dass es mehr als drei Schüsse gab. Dieser Film wurde erst 1975 öffentlich gemacht. Eine wichtige Rolle spielten für den Film auch Zeugenaussagen, die von der Warren-Kommission ignoriert worden waren: Jene Zeugen sagten aus, dass sie die Schüsse nicht nur gehört, sondern ebenso einen zweiten Schützen gesehen hatten. Die größte Rolle spielte allerdings Lee Harvey Oswald, dargestellt von Gary Oldman, und dessen Verbindung zur CIA. Die Öffentlichkeit war bis 1991 weitestgehend davon ausgegangen, dass der angeblich bekennende Marxist alleine gehandelt habe. Doch Oliver Stone zeigt eine andere Version der Geschichte, in der Oswald ein CIA-Mann war, der zum Sündenbock gemacht werden sollte.

Conventions und Kommissionen

All die Fragen, die der Film aufwarf, konnten in der Realität nicht beantwortet werden. Die Geheimhaltungspolitik der amerikanischen Institutionen machten eine Recherche mit Originalmaterial unmöglich. Unmittelbar nach Veröffentlichung des Films rollte eine Lawine von Literatur zu dem Thema über die USA hinweg: Bücher, in denen die Ereignisse dargestellt wurden, Bücher, die sich mit der Warren-Kommission und der Causa Shaw beschäftigten, Bücher, die eine Verschwörungstheorie nach der anderen in die Welt setzten. Amerika war gespalten in zwei Lager. Auf der einen Seite standen die Institution CIA, FBI, Secret Service, die Regierung und jene, die deren Version der Dinge für die Realität hielten. Auf der anderen Seite unabhängige Analysten, skeptische Bürger und eine nicht geringe Anzahl an freien Medien, die sich nicht zufrieden geben wollten mit dem Argument, dass die Akten aus Gründen des Heimatschutzes unter Verschluss bleiben sollten. Plötzlich tummelten sich auf dem Dealey Plaza Gruppen aus hunderten von Menschen aus aller Herren Länder, die sogenannte „Conspiracy Conventions“ abhielten und eigenständig versuchten, den Fall zu lösen. Mittlerweile waren 73% der Amerikaner der Überzeugung, dass die Regierung sie für dumm verkaufte und sie forderten die Veröffentlichung sämtlicher Akten. Internationale Tragweite erlebten die Auswirkungen der Veröffentlichung von JFK als die russische Regierung sämtliche KGB-Akten Lee Harvey Oswald betreffend öffentlich machte. Die CIA weigerte sich nach wie vor standhaft ihr Material offenzulegen. Doch die Regierung konnte sich dem öffentlichen Druck nicht länger entziehen und sah sich gezwungen zu handeln:

Am 26. Oktober 1992 trat der „President John F. Kennedy Assassination Records Collection Act of 1992“ in Kraft. Eine unabhängige Kommission, genannt das „Assassination Records Review Board“ wurde dazu angehalten, sämtliche Beweise zum Attentat zu sammeln und Zeugen zu befragen. Eine These zum Täter sollte allerdings nicht geliefert werden. Bis 1998, als die Kommission ihre Arbeit beendet hatte, wurde der gesamte Warren-Report (bis auf wenige Ausnahmen) in nationalen Archiven für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis heute allerdings sind schätzungsweise weitere 50.000 Dokumente unter Verschluss, darunter die von Akten von FBI und CIA zu Lee Harvey Oswald.

Das Rätseln geht weiter

Dass sein Film einen solchen erheblichen Beitrag zur Meinungsbildung im amerikanischen Volk leisten würde, konnte Oliver Stone bis zur Veröffentlichung höchstens hoffen. Doch die Wunden, die das Attentat dem Volk zugefügt hatte und die dubiosen Umstände der Tat, konnten in 28 Jahren nicht verheilen. Bis heute ist der Mord an John F. Kennedy eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte der USA. Und immer noch umgibt der ganze Fall eine Aura des Mysteriösen, was ihn auch noch für nachfolgende Generationen spannend machen wird. Wirklich neue Erkenntnisse konnten nach der Veröffentlichung von JFK nicht gemacht werden. Es ranken sich immer noch diverse Verschwörungstheorien um den 22. November 1963, eine Involvierung der Mafia etwa oder gar eine Beteiligung von Fidel Castro an dem Verbrechen. Nichtsdestotrotz ist JFK der Beweis dafür, dass das Medium Film eine unglaubliche Schlagkraft entwickeln kann. Bei Veröffentlichung des Werkes sagte Oliver Stone, er habe eine Geschichte erzählen wollen. Er wolle, dass die Menschen im Jahr 1991 das fühlten, was ihre Eltern und Großeltern 1963 gefühlt hatten. Am Ende war es ihm zu verdanken, dass das amerikanische Volk im Jahre 1991 so handelte, wie es vielleicht schon 1963 hätte handeln sollen.

 

Bilder: 20th Century Fox

Podcast: Blancanieves

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 3 fertig

 

Der Film:  Es war einmal der Stummfilm? Wenn Märchen wahr werden

Bis zur Oscarverleihung 2012 hatten wohl die Meisten den schwarz/weiß Stummfilm als Relikt einer lange vergangenen Zeit abgetan. Umso größer war also die Überraschung über den Erfolg von The Artist, mit dem der Stummfilm ein kleines Comeback feierte und sich wieder zurück in unser Bewusstsein katapultierte. Davon profitieren vor allem kleinere Produktionen mit geringerem Budget, wie eben der spanische Stummfilm Blancanieves von Pablo Berger.

Obwohl der Titel genau das vermuten lässt, ist Blancanieves nicht wirklich eine Adaption des Märchenklassikers Schneewittchen. Es gibt keine Prinzen und Königreiche, keine sieben Berge und sprechende Spiegel. Stattdessen gibt es Flamenco, Stierkampf und einen frechen Hahn. Pablo Berger selbst sagte, er habe seine ganz eigene Version von Schneewittchen erzählen wollen und nutzt dafür auch Elemente der berühmten Oper Carmen. Zum Beispiel leiht er sich von ihr den Namen für seine Protagonistin. Und so entfaltet sich vor der malerischen Kulisse Sevillas der 20er Jahre eine Geschichte voller Poesie, die ganz ohne Farben und Worte verzaubert.

Wem übrigens die Idee von spanischen schwarz/weiß Filmen gefällt, kann vom 20. Bis zum 27. November neben Blancanieves auch Das Mädchen und der Künstler von Oscarpreisträger Fernando Trueba  im Tübinger Kino Museum sehen. Beide Filme laufen im Rahmen des Filmfestivals FrauenWelten, das sich nun zum 13. Mal jährt. Mittlerweile eine feste Institution in der Tübinger Festivallandschaft, werden auch dieses Jahr wieder humorvolle, berührende und außergewöhnliche Geschichten von außergewöhnlichen Menschen erzählt.

 

Blancanieves, Spanien  2012, 109 Min.

Regie & Drehbuch: Pablo Berger

Mit: Maribel Verdú, Daniel Giménez Cacho, Ángela Molina, Macarena Garcia, Sofia Oria

 

 

 

 

Copyright: AV Vision Filmverleih

 

SpielFilm – Games auf der großen Leinwand. Teil I

von Miriam Gerstenlauer

Seit einiger Zeit haben sich Videospielverfilmungen in der Filmindustrie etabliert. Sie sind schon lang mehr als nur Merchandise, sie sind zu eigenständigen Filmen geworden.

Wo früher Filme wie Super Mario Bros. (1993) oder Pokémon: Der Film (2000) nur für Fans der zugehörigen Videospiele interessant waren, werden heute millionenschwere Blockbuster auf Basis von Videospielen produziert. Nach dem Erfolg von Lara Croft: Tomb Raider (2001) folgten Verfilmungen von Actionspiel-Klassikern wie Doom (2005) sowie eine Adaption des genreprägenden Horrorspiel-Klassikers Silent Hill (2006) und dem Jump’n’Run Urgestein Prince of Persia (2010).

 

Von Klempnern und Zombies

Eigentlich sollten die Gamer sich doch freuen, dass „ihre“ Helden auch die große Leinwand erobern. Oft ist aber das Gegenteil er Fall.  Hauptkritikpunkt der Spielfans sind die Veränderungen in den Verfilmungen. Diese ergeben sich zum Großteil aus den unterschiedlichen Medialitäten von Spiel und Film, aber das ist nicht immer der Fall. Viele Filme ändern die Dramaturgie eines Spieles, auch wenn sich die Storyline ohne Probleme auf einen Film übertragen lassen könnte. Aus der Sotry „Mario rettet Prinzessin Peach aus den Fängen des bösen Bowser“ wurde „Installateur-Brüder Mario und Luigi finden im Brooklyn des 20. Jahrhunderts ein Dimensionsloch woraufhin sie den bösen König Koopa mithilfe eines Meteoriten zur Strecke bringen müssen“ oder so ähnlich. Eine einfache Geschichte, die scheinbar unnötig verkompliziert wurde.

Aber warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Die Story von Alone in the Dark (2005): „Ein berühmter Autor erhängt sich in einem alten, von einem Fluch heimgesuchten Herrenhaus. Ermittlungen werden eingeleitet. Der ermittelnde Polizist wird eingesperrt und ist allein auf sich gestellt, die Türen des Herrenhauses sind wie magisch versiegelt“. Was Uwe Boll daraus machte: „Auf der Jagd nach übernatürlichen Phänomenen machen ein Privatdetektiv und ein Commander Jagd auf Zombies“.

Ein letztes Beispiel: Dass aus der zielsicheren Bogenschützin Prinzessin Faarah im Spiel Prince of Persia dann im Film eine klassische „Damsel in Distress“ wurde, zeigt vielleicht, dass Filme noch mehr in ihrem althergebrachten Denken verwurzelt sind als Videospiele.

Super Mario Bros., Alone in the Dark und Prince of Persia sind freilich drei extreme Beispiele, doch stehen sie Parade für die Leiden der Gamer: Scheinbar sinnfreie Änderungen von eigentlich so tollen Storys.

 

Mittendrin statt nur dabei

Viele Spiele stehen in der Komplexität ihrer Narration Filmen oder Büchern in nichts nach. In Open-World Spielen wie The Elder Scrolls V: Skyrim (2011) lernt der Spieler mehrere Stunden lang sich  in der Spielwelt zurechtzufinden, findet Briefe und alte Bücher oder trifft Charaktere, die ihm Geschichten erzählen. Es liegt in der Hand des Spielers herauszufinden, was in der Spielwelt vor sich geht. Er steuert seinen Avatar und sammelt Bruchstücke, die ihm die Geschichte zugänglich machen. Jeder Spieler schreibt sich so seine ganz eigene „Spieler-Geschichte“, und niemand wird das Spiel auf genau die gleiche Weise spielen.

In anderen Fällen, wie dem 2005 erschienenen Metal Gear Solid 3, eröffnet sich dem Spieler die komplexe Storyline anhand unzähliger Cutscenes mit einer Gesamtlänge von rund fünf Stunden. Verbunden sind diese Cutscenes durch interaktive Spielabschnitte, in denen der Spieler stets vor die Wahl gestellt wird und so das Fortgehen der Geschichte bestimmen kann.

Im Film gibt es weder die Freiheit einer erkundbaren Welt, noch die Entscheidungsmöglichkeit. Im Gegensatz zu den immer anders ablaufenden Spielen ist ein Film für jeden gleich und unbeeinflussbar. Gamer gibt seinen Controller aus der Hand und lässt sich die Geschichte erzählen. Wer sich dazu entscheidet, einen Action-Shooter zu spielen, möchte herausgefordert werden, präzise kämpfen und schnell Entscheidungen treffen. So etwas wird von einem Film nicht erwartet, bei dem sich die Interaktion auf den Kauf einer Kinokarte oder dem Einlegen einer DVD beschränkt.  Aufgrund dieser unterschiedlichen Anforderungen der Medien Film und Game an den Rezipienten kann eine Eins-zu-Eins-Umsetzung von Inhalten gar nicht funktionieren.

 

Ausnahmen bestätigen die Regel

Manchmal gelingt es den Adaptionen, Stimmung und Charaktere von Spielen auf der Leinwand einzufangen. Allen voran  sei hier der Film Tomb Raider genannt, der vor allem mit Angelina Jolie als die taffe und smarte Archäologin Lara Croft das Publikum überzeugen konnte. Die unbestreitbare Übersexualisierung von Frauen in Videospielen kam Hollywood in diesem Fall deutlich entgegen: So sah man Angelina im Film genauso wie Lara im Spiel stöhnend und knapp bekleidet über Felsen springen. In einer ästhetischen Art und Weise, mit ausgebildetem Kameramann, auch wenn man sich wünschen würde man könnte , wie im Spiel, die Kamera zwischen Laras Beine fahren und sie dann hüpfen und hecheln lassen. Dennoch gilt Lara Croft als eine der großen Power-Frauen in Film- und Spielindustrie, die durch das Franchise beide aneinander profitieren.

Anders bei Silent Hill. Hier fiel der im Spiel männliche Hauptcharakter Harry Mason der Frauenquote zum Opfer und wurde durch Protagonistin Rose daSilva ersetzt. Der Film versucht es, die bedrückende und psychedelische Stimmung des Spiels einzufangen, indem er die Hilflosigkeit und die Unwissenheit der Protagonistin zur Charakteridentifikation nutzt. Diese Identifikation kann jedoch im Gegensatz zum Spiel nur eingeschränkt funktionieren, da gerade das Horrorgenre der Games sich durch tatsächliche Hilflosigkeit auszeichnet, da man selbst die nutzlose „Waffe“ in den zitternden Händen hält. Trotzdem gelingt es dem Film die Atmosphäre des schaurigen Ortes Silent Hill zu vermitteln, indem er die nervenaufreibende Geräuschkulisse und den Soundtrack des Originalspiels übernimmt und auf dieselbe Wirkung der schrägen Kamerawinkel setzt, die einem nicht verraten was hinter der nächsten Ecke lauert – jedoch ohne den Spieler in eine frustrierende Todesfalle zu stürzen. Damit hat der Film schon mehr erreicht, als manch andere Videospieladaption.

Ein Spiel ist kein Film

Videospiele leben vom Prinzip der Interaktivität. Man kann selbst entscheiden, ob man nun den linken oder den rechten Gang hinuntergeht, ob man sich dem Monster stellt oder vor ihm wegläuft, oder vor lauter Angst den Controller in die nächste Ecke wirft und eine Woche nicht mehr anfasst.
Im Film werden einem diese Entscheidungen abgenommen. Doch genau dieses Aufgeben der Kontrolle über die Situation und die dadurch noch größere Ungewissheit  darüber, was als nächstes passiert, erzeugt Spannung. Im Film kann außerdem eine bildliche Ästhetik erzeugt werden, die mit einer via Analogsticks am Controller gesteuerten Kamera nicht möglich wäre.
Wenn also die Stimmung stimmt und die Charaktere Charakter haben, kann auch der geneigte Gamer einmal den Controller aus der Hand geben und den Film Film sein lassen.

Foto: Concorde Film

C’est une revolte? Non, c’est une revolution!

von Pascal Thiel

Xavier Dolan hat es wieder getan. Mit Laurence Anyways ist dem francokanadischen Filmautor das dritte Kunstwerk gelungen.

Ein besonderer Film

Xavier Dolan hat es also wieder getan. Bereits seine zwei ersten Werke schlugen wie Bomben ein. Der autobiografische Film I killed my mother und Les amours imaginaires, zu deutsch Herzensbrecher erregten in der Kritikerwelt erhebliches Aufsehen. Von den einen als das neue „Wunderkind“ des francophonen Films gefeiert – von den anderen als frecher Emporkömmling verachtet, polarisiert Dolan. Das wird er wohl auch mit seinem neuen Film.

Fernab vom Klischee eines braven Literaturdozenten führt Laurence Alia mit seiner Freundin Frédérique „Fred“ Belair ein alles andere als spießiges Beamtenleben. Sie sind ein verrücktes Paar. Liebe, Lust, Lebensfreude. Sturm und Drang. Frech und herrlich obszön. Doch Laurence will sich und Fred nicht mehr belügen. Inmitten einen der Redeschwälle seiner Freundin bricht es aus ihm heraus: Er wolle endlich seiner Natur folgen und eine Frau sein.

Damit beginnt ein Film, der mehr ist, als die bloße Darstellung eines Kampfes gegen gesellschaftliche Widerstände. Dolan selbst beschreibt seinen Film als

homage to the ultimate love story: ambitious, impossible, the love we want to be sensational, boundless, the love that we don’t dare hope for, the love that only cinema, books and art provide.

Es beginnt ein Film, der eine Liebesgeschichte ist, die Leidenschaft auf eine ganz neue Art und Weise transportieren soll. Ein Film, der Gefühle bildhaft eindrucksvoll so drastisch und schön wie wohl kaum ein anderer offenbart, den manche als „speziell“ titulieren mögen – und tatsächlich eine wichtige Rarität ist in einer Welt der Blockbusteroberflächlichkeit.

Ein Mann, der zur Frau werden will. Das Sujet des Films ist vermeintlich schnell gefunden: Transsexualität. Doch da ist nicht nur die „Metamorphose“ von Laurence, da ist auch die Beziehung zu und mit Fred. So erzählt der Film aus zwei unabhängigen Perspektiven – und gewährt, wie unten deutlich wird – beeindruckende Einsichten in die Gefühlswelten seiner Protagonisten.

Die werden gespielt von einem grandiosen Melvil Poupaud und einer noch grandioseren Suzanne Clément. Mit im exzellent erwählten Ensemble: Nathalie Baye (als Laurence‘ Mutter) und Monia Chokri (als Freds Schwester) – Dolan greift auf neue und bewährte Schauspieler zurück. Im Gegensatz zu seinen ersten beiden Filmen, entdeckt man Dolan selbst nur einige wenige Sekunden auf der Leinwand, die Aufmerksamkeit gilt den Protagonisten.

Le Cinéma Dolan

Xavier Dolan versteht es in seinen Filmen immer wieder, im Zusammenspiel verschiedener Elemente perfekte Situationen zu kreieren. So auch in Laurence Anyways. Er ist ein Kunstwerk geworden.

Geradezu ein Paradebeispiel ist die Szene, die in Laurences „Outing“ mündet. Am Abend seines 35. Geburtstags überrascht Fred Laurence mit einem Trip nach New York. Und ein „Trip“ ist es wirklich.

In perfekter Dolan-Reizüberflutung geht es in Richtung USA: Fred plappernd, wild herumkreischend und durch die Luft fuchtelnd, vollkommen zugedröhnt am Steuer ihres knatternden 80er-Jahre-Mobils. Wackelnde Kameraschwenks wechseln hin- und her – zwischen Fred und Laurence. Bis die Situation in einer Waschanlage schließlich – Bürsten schlagen gegen das Auto, unterlegt – nein überlagert – von einem hetzendem Prokofiev – ihren Höhepunkt findet. So drastisch die Dramaturgie des perfekten Sinneschaos in Richtung Climax drängt, so gewaltig schreit Laurence den Überdruss seines Daseins mittenhinein: Er werde sterben (siehe oben).

Oder sein erster Auftritt in der Schule. Laurence schüchtern und steif in den ersten Momenten vor einer peinlich berührten bis geschockten Klasse, alles in eine unerträgliche Stille gehüllt. Und: Laurence wie auf einem Laufsteg durch die Schule stolzierend, die Blicke der anderen ertragend – oder genießend? – unterlegt von eindringlichem hippen Elektrogequietsche.

Das ist die laute, schrille, freche Seite des Xavier Dolan. Doch er kann auch anders – mit einem Element, einem Stilmittel, das seinen Filmen zu ihrer Großartigkeit verhilft. Besonders deutlich in Laurence Anyways: unerwartete Cuts. Radikal werden Szenen, wird die Handlung abgebrochen – was passiert, wird dem Zuschauer erst später präsentiert. Wie etwa bei Laurence‘ Ausbruch: Gezeigt wird lediglich Freds Reaktion. Es folgen vage Bilder, schemenhaft gezeichnet. Nichts weiter passiert. Zeit für den Zuschauer, sich über den Fortgang selbst Gedanken zu machen. Eine Denkpause.

Was Dolans Filme auszeichnet, ist zudem die eindrückliche Darstellung von innerlichen Gefühlen.

Da ist der Schmetterling, der Laurence‘ Mund entflattert, als er Fred zwischenzeitlich an einen anderen zu verlieren droht. Noch immer Schmetterlinge im Bauch? Da ist der Wasserfall, der durch Freds Wohnzimmer rauscht, nachdem sie in Laurence‘ Gedichtsband versunken ist. Noch immer voller Sehnsucht? Und da sind die durch die Luft wirbelnden Kleider nach ihrem Wiedersehen auf der Île au Noir. Wiedergewonnene Freiheit? Eine Hommage an ihre frühe Liebe? Die herbstlich tanzenden Blätter am Ende des Films als Symbol der endgültigen Befreiung voneinander?

Mehr als Transsexualität

Mit seinen über 160 Minuten sprengt der Film jegliche Spielfilmkonventionen. Dolans bewegte Bilder beeindrucken – ihre Sinnlichkeit, ihre Schönheit. Sie offenbaren das Innenleben zweier Menschen über Jahre hinweg so schonungslos wie kaum andere.

Auf der einen Seite ist Fred, noch immer verliebt in Laurence, die aber ihre neu gewonnene Sicherheit, ihr Haus, ihren Mann, ihre Familie aufzugeben nicht bereit ist. Fred, die Laurence einst, bis den Tränen nahe, verteidigt hat, nun aber doch das Andere nicht respektieren kann, die die Gebundenheit der Liebe an einen Körper nicht überwinden kann. Eine Beziehung zu Laurence ist trotz des zwischenzeitlichen glücklichen Wiedersehens unmöglich geworden – das Bürgertum und seine eigenen Gesetze haben Fred sich einverleibt. Ihre Offenheit, ihre Unbeschwertheit liegen weit in der Vergangenheit.

Auf der anderen Seite Laurence, der eine Wandlung durchgemacht, der viele Hürden überwunden hat und ein neuer Mensch geworden ist. Laurence, der nicht verstehen will, warum nicht alle diesen Weg gehen wollen. Selbstgerecht scheint er auf Fred herabzuschauen. Auch er hat sich verändert: Vom bescheidenen, eher schüchternen, zurückhaltenden Mann zur konfrontativen, aufrechten Frau.

So zeigt der Film mehr als ein „Trans-Outing“. Der Film zeigt zwei Charaktere, zwei Lebenswandel im Spiegel der Zeit. Er zeigt Leidenschaft und Gefühle. Und so verschwimmt im Hinterland des Films das Sujet der Transsexualität immer mehr, bis es schließlich wie selbstverständlich der Liebesgeschichte weicht.

Laurence Anyways ist zu lang, zu komplex, um in einer Kritik umrissen zu werden. Xavier Dolan hat gezeigt, dass von ihm noch viel zu erwarten ist. Viele gute Schauspieler. Viele exzellente Soundtracks. Viele eindrucksvolle Bilder. Viele glitzernde Kostüme und intelligente Dialoge.

 

Bilder: FilmPressKit

Disney, der Filmtitan

von Julia Heitkamp

Wer Walt Disney hört, denkt an harmlose Zeichentrickfilme aus der Kindheit, die uns bis heute begeistern. Doch hinter der Walt Disney Company verbirgt sich heute weit mehr als nur das Zeichentrickstudio: Mit Walt Disney Studio Entertainment, der Disney-ABC Television Group, der Buena Vista Music Group und den Walt Disney Parks und Resorts gehört der Konzern heute zu den Größten der Welt. Der neuste Coup der Studios: Mit dem Kauf von George Lucas Lucasfilm im vergangenen Jahr sicherten sie sich die Rechte an Star Wars und kündigten für 2015 bereits eine Fortsetzung der Saga an. Nicht nur auf der großen Leinwand, auch am heimischen Bildschirm gibt es Neuerungen. Der Disney Konzern will ab Januar 2014 mit einem eigenen Free-TV Kanal das „Vierte Programm“ in Deutschland ersetzten.

Es begann wie im Märchen …

Die Brüder Walt und Roy Disney gründeten 1923 das Disney Brothers Cartoon Studio im Sunshine State Kalifornien. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Der erste Micky-Maus Cartoon wurde 1928 veröffentlicht. Nach dem Erfolg von Schneewittchen und den sieben Zwergen und Bambi während des zweiten Weltkrieges, gelang ihnen der Durchbruch in den Nachkriegsjahren. Es folgte eine wahre Flut an Zeichentrickfilmen wie Cinderella, Alice im Wunderland, Peter Pan, Dornröschen oder Das Dschungelbuch. Heute zählen viele der Meisterwerke zu Filmklassikern, die auch heute noch den Nachwuchs begeistern.

Möge die Macht mit ihnen sein

Seitdem gehört die Disney Company zu den Giganten der Unterhaltungsbranche. Erst im Oktober vergangen Jahres machte Disney Schlagzeilen mit dem Kauf von George Lucas Lucasfilm. Fans dürfen sich, ab 2015 alle zwei Jahre auf Fortsetzungen der berühmtesten Science-Fiction-Saga freuen. Disney traut sich das, was der Star Wars Schöpfer George Lucas niemals wagte: Die Verfilmung der Episoden Sieben bis Neun. Für den Dreh der Fortsetzungen hat Disney J. J. Abrams verpflichtet, der sich bereits mit Filmen wie Mission Impossible III einen Namen in der Branche machte. Dass der gleiche Regisseur ebenfalls für die neuen Star-Trek-Verflimungen verantwortlich ist, scheint den eigentlich verfeindeten Fans egal zu sein. Doch damit nicht genug: Um den Fans die Wartezeit zwischen den Filmen zu verkürzen, sollen weitere Spin-Offs produziert werden, die spezielle Charaktere der Reihe in den Mittelpunkt stellen. Und auch dafür hat sich Disney namhafte Unterstützung ins Boot geholt: Lawrence Kasdan und Simon Kinberg (Mr. & Mrs. Smithsollen an den Drehbüchern arbeiten. Mit diesem Projekt hat sich der Disney Konzern einiges vorgenommen.

Was ist denn alles Disney?

Die Übernahme von Lucasfilm ist nicht der erste große Streich der Disney Studios. Die Masse an Entertainmentstudios die zu dem Medienkonzern gehören, ist überwältigend. Zur Filmproduktion gehören neben Walt Disney Pictures, denen wir die berühmten Zeichentrickverfilmungen verdanken, auch noch Schwergewichte der Branche wie Touchstone Pictures (Flubber, Freaky Friday), seit 2006 die Pixar Animation Studios (Findet Nemo, Die Monster AG), die Disney Animation Studios (Küss den Frosch) und die Marvel Studios (X-Men, The Fantasic Four).

Neben Freizeitparks und einem Plattenlabel ist Disney´s zweites großes Standbein das Fernsehen. Die Disney-ABC Television Group besitzt amerikanische Sender wie ABC, aber auch die Hälfe der Anteile an dem deutschen Sender Super RTL . Doch Disney will sich weiter vergrößern und sich auf verschiedenen Märkten etablieren, so auch im Deutschen Free TV.

Disney ersetzt das Vierte

Wie Lars Wagner, der Geschäftsführer des neuen Disney-Senders, in verschiedenen Interviews berichtet, will man Disney mit dem neuen Free-TV-Sender eine neue Präsenz verschaffen und sicherte sich deshalb bereits im vergangenen Jahr die Rechte an dem „Vierten Programm“. Im Gegensatz zu Super RTL, das sich aus mehreren Quellen speist, setzt man bei dem neuen Sender ausschließlich auf Produktionen aus dem eigenen Haus. Es gehören nicht nur Kinder zum Zielpublikum des neuen Senders, zur Prime Time will man sich auch an das erwachsene Publikum wenden, die mit Filmen wie „Fluch der Karibik“ mit Johnny Depp umworben werden sollen. Von denen habe Disney nämlich auch eine Menge zu bieten, auch wenn sie oft in Vergessenheit geraten. Mit diesem Schachzug tritt der neue Disney Sender in direkte Konkurrenz zu Super RTL, die ihr Programm nach einer ähnlichen Strategie zusammenstellen. Zwar sei man laut Wagner mit der Arbeit von Super RTL nach wie vor zufrieden, doch Mediendienste wie kress.de vermuten, dass sich das zweigleisige Fahren auf lange Sicht nicht lohnen wird.

Was bleibt ist die Erkenntnis

Mit dem harmlosen Trickfilmproduzenten aus den Anfängen der Company hat der Konzern 2013 nichts mehr zu tun. Aus der Trickfilmproduktionsfirma ist ein riesiger Konzern geworden, der expandiert, wo er kann. Die Walt Disney Company gehört zu den 100 größten Unternehmen der Welt und mischt in fast allen Bereichen der Unterhaltungsbranche mit. Zwar können sich Fans von Disney, Star Wars und Co. über Nachrichten wie diese freuen, trotzdem geht der Aufkauf von kleineren Produktionsfirmen wie Lucasfilm durch Medienkonglomerate wie Disney zu Lasten der Vielfalt der Unterhaltungsindustrie.

 

Foto: flickr.com/Aziem Hassan (CC BY-NV-SA 2.0) und  ©2012 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Brechend schlecht? Synchronisation in Deutschland

von Sebastian Luther

Segen oder Fluch? Hilfe für Leute ohne solide Fremdsprachenkenntnisse, oder vergeudete Chance, eine Fremdsprache idiomatisch zu lernen? Nicht nur im Nörgeln und im Maschinenbau ist Deutschland gefühlter Weltmeister, sondern auch im Synchronisieren ausländischer Serien und Filme. Von der Spurensuche im deutschen Sprachfetischismus und Verbrechen im Kampf zwischen Original und Synchronisation.

Deutschland, ein Sprachmärchen

Was anderen Ländern leicht fällt, da tun sich die Deutschen manchmal schwer. Nationalstolz ist so ein Fall. Auch bald 70 Jahre nach Ende des dritten Reichs ist er hierzulande noch anrüchig, verpönt, gar despektierlich. Große Fußballereignisse wirken da wie konzentrierter Traubenzucker für das Bedürfnis vieler Bürger, ihre Zugehörigkeit zur Nation gleich mehrfach auszurücken. Das lässt während der restlichen Zeit einerseits Freiraum, um über Berechtigung und Notwendigkeit von Nationalstolz generell nachzudenken. Andererseits lenkt es die Aufmerksamkeit verstärkt auf Bereiche, in denen die Deutschen sehr viel ungenierter mit dem ihnen Gegebenen umgehen. Denn ein Blick in die Kino- und Fernsehlandschaft lässt kaum einen Zweifel: Die Deutschen lieben ihre Sprache. Filme und staffelweise Serien werden eingekauft und mit enorm hohem Aufwand synchronisiert.

Als erstes muss eine Übersetzung erstellt werden, deutsche Schauspieler müssen den übersetzten Originaltext nachsprechen (und vor allem auch spielen), Geräusche müssen häufig neu erzeugt werden, und schließlich muss die deutsche Tonspur richtig auf die Lippenbewegungen gesetzt werden, bis eine glaubwürdige deutsche Fassung entstanden ist“,

beschreibt die Webseite synchronkartei.de treffend. Der Bundesverband Deutscher Synchronproduzenten (BVDSP) schätzt das Gesamtvolumen der Branche auf 90 bis 100 Million Euro pro Jahr, die professionelle Synchronisation eines Kinofilms kostet zirka 40.000 bis 50.000 Euro. Auch wenn der Preisdruck enorm ist und im Staate Synchronisation viel faul zu sein scheint, so sieht RTL in den hochwertigen Synchronisierungen amerikanischer Serien einen wesentlichen Grund für deren Erfolg in Deutschland. Doch das allein beantwortet die Frage nicht, warum wir diese Version unbedingt vorziehen. Sind Synchronisationen unsere Form von vorsichtigem Nationalstolz oder doch Gewöhnungssache?

 Ich ♥ das Deutsche

Qualität also hin oder her, warum keine Originale? Die Ursachenforschung präsentiert hier, wie meistens, verschiedene Gründe, die zusammenspielen. Der offensichtlichste Grund dürfte sein, dass deutsche Fassungen immer noch mehr Menschen erreichen als englische oder gar französische. Eine größere Zielgruppe bedeutet logischerweise mehr potentielle Kunden. Und was mehr Kunden für ein Unternehmen bedeuten, bedarf keiner Erklärung.

Auch die Alternativen zu Synchronisationen erscheinen momentan nicht attraktiv. So verspüren wohl nur sehr wenig Menschen Lust, beim Fernsehen oder im Kino ständig auf Untertitel zu kucken. Das lenkt einerseits von der Bildebene ab und nimmt im Ernstfall spannende Wendungen vorweg. Andererseits ist der Reflex, die Untertitel zu lesen, durch das den Imperativ des geschriebenen Worts nur sehr schwer zu unterdrücken, weshalb auch diejenigen ein minderwertiges Erlebnis haben, die die Sprache eigentlich beherrschen. Da bleibt gezwungenermaßen nur noch die Originalfassung, die für noch weniger Zuschauer verständlich ist. Der finanzielle Teufelskreis für Originale schließt sich hier, wenn das Fehlen einer deutschen Synchronisation weniger Zuschauer für die teuer gekaufte Serie bedeutet. Kosten können nicht gerechtfertigt werden und auch in Zukunft wird kein Original eingekauft.

 Wie ich deine Mutter traf

Wenn wir im Kino sind, wollen wir alles verstehen. Wenn wir eine Serie im Fernsehen ankucken, wollen wir quasi-mühelos unterhalten werden. Aber genau so gerät ein wichtiger künstlerischer Aspekt unter die Räder des akkuraten Deutschen mit seinen preisgekrönten Maschinen. Kulturelle Codes auf sprachlicher Ebene lassen sich sehr schwer in eine andere Sprache übertragen. Dabei sind es genau diese Informationen, die uns helfen, ein tieferes Verständnis für einen Film zu gewinnen. Die Synchronisation wirkt hier wie ein akustisches Beruhigungsmittel. Wir haben ja alles verstanden, warum also nachforschen? Sieht man die Serie oder den Film dagegen mit Originalton und versteht mal was nicht, so besteht wenigstens noch die Möglichkeit, dass man versucht, das Missverständnis aufzuklären. Dabei lernt man ganz nebenbei idiomatische Formulierungen einer Fremdsprache.

In der Einheitswelt der Synchronisation ist dafür kein Platz mehr. Der Reiz, der Flirt mit dem Fremden wird glatt gebügelt: Sprichwörter und Wortwitze, die nicht übersetzt werden, Gesangseinlagen, Anspielungen sowie Dialekte, die verloren gehen. Eine Synchronisation muss den Spagat zwischen eigener Sprachidentität und der der Fremdsprache schaffen. Die zwangsläufigen Diskrepanzen erschaffen schließlich eine armseelige Kreatur, die nicht zwei Seelen in ihrer Brust hat, sondern gleich zwei Köpfe auf den Schultern trägt, die sich gegenseitig zerfleischen: Synchron-Deutsch. Kantige Formulierungen, die nicht zur Situation passen. Lippenbewegungen, die etwas völlig anderes vermuten lassen. Und Übersetzungsfehler, die, in aller gebotenen Mäßigung, einfach scheußlich sind. Selbst wenn es eine gelungene Synchronisation schafft, diese Stolperfallen zu vermeiden, bleibt immer noch der drückende Gedanke, dass sich manche Dinge einfach nicht übersetzen lassen und so ein Witz einfach verloren geht, in den Weiten einer transzendenten Zwischenebene von Übersetzung und Original, die keinen Interpretationsspielraum mehr zulässt.

English Speaker, Englisch Sprecher

Alleine ist Deutschland mit seiner Synchronisationskultur allerdings nicht gänzlich, wie diese Karte zeigt. Auch zum Beispiel Frankreich, Italien und Spanien nutzen Synchronisationen. Allerdings wird in vielen Ländern Osteuropas aus Kostengründen von einer Synchronisation abgesehen – dort werden Filme mit Untertiteln in den jeweiligen Landessprachen gezeigt. Auch in Skandinavien wird nicht synchronisiert – die meisten Menschen dort sind gegen eine Synchronisation. In Russland und Polen gab es lange die Praktik, im Voice-over in der Landessprache über die Englische Originaltonspur zu sprechen. Die gleiche Technik wird in Deutschland oft bei Interviews in einer andren Sprache oder bei Live-Übersetzungen verwendet. Doch die Tendenz dazu ist abnehmend, viele Filme werden heute professionell synchronisiert.

Und natürlich sollte nicht jeder in der Lage sein müssen, das Oxford Dictionary aus dem Effeff zitieren zu können, nur damit man ins Kino gehen kann und auch etwas versteht. Auch hier öffnet sich der Markt langsam und heiß antizipierte Filme, wie der neue James Bond oder Batman, können in ausgewählten Kinos auf englisch gesehen werden. Wer seine Unterhaltung mit originaler Sprachausgabe genießen will, der wird wohl fündig werden. Wer sich nach Feierabend nur noch ein wenig berieseln lassen möchte, oder einfach nicht viel englisch spricht, für den ist ebenfalls gesorgt. Der Trend zu mehr Original ist jedoch durchaus positiv zu bewerten.

Fotos: flickr.com/Keith Bloomfield (CC BY-NC-ND 2.0), flickr.com/sminor (CC BY-NC-ND 2.0)

Große Filmkunst einer nahezu Unbekannten – Lotte Reiniger

von Alexander Karl

Sie ist die große Unbekannte des deutschen Films: Lotte Reiniger. Und doch war sie es, die mit ihren Scherenschnitten Filme schuf, die eine unnachahmliche Eleganz ausstrahlen und Kinofilme bis heute beeinflussen. Wer bei Scherenschnitt an Basteleien aus dem Kindergarten denkt, hat noch keinen Film von Lotte Reiniger gesehen. Nun entführt der Tübinger Dokumentarfilm „Lotte Reiniger – Tanz der Schatten“ in die Welt der Schöpferin und des Scherenschnitts – und das Kino Museum zeigt den Film sogar von Donnerstag, 2.8. bis Sonntag, 5.8,um  17:15 Uhr.

Lotte… wer?

Donnerstag, 26. Juli 2012: Im Tübinger Kino „Museum“ feierte der Dokumentarfilm „Lotte Reiniger – Tanz der Schatten“ Premiere, den die Masterstudenten der Medienwissenschaft in Tübingen gemeinsam mit den Autoren Prof. Susanne Marschall, Dr. Rada Bieberstein und M.A. Kurt Schneider geschaffen haben. Kooperiert wurde mit EIKON SÜDWEST und ARTE, zudem wurde das Projekt durch das Land und die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gefördert.

Eine Stunde wurden die zahlreichen Zuschauer in die große Kunst des Scherenschnitts entführt. Nichts für Kindergartengruppen, was Lotte Reiniger bereits Anfang des 20. Jahrhunderts geschaffen hat: Sie war es, die 1926 mit „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ den ersten abendfüllenden Animationsfilm schuf – nicht etwa Walt Disney. Die von ihr geschaffenen Figuren wurden mit viel Liebe zum Detail aus einem Pappe-Blei-Gemisch zusammengebastelt, mit Scharnieren verbunden – und ermöglichten es ihr so, die Figuren zu bewegen und ihnen Leben einzuhauchen. 24 einzelne Bilder machte Reiniger, um eine Sekunde Filmmaterial herstellen zu können. Tausendfach zog sie an einer Kordel, um den Auslöser zu betätigen, bewegte dabei die auf einer Glasplatte befindlichen Figuren nur minimal – bis nach vielen Tagen, Wochen und Jahren harter Abend endlich ein Film entstanden war. Wie eben der Stummfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmet“, der drei Jahre Produktionszeit kostete. Doch warum ist etwa Walt Disneys Schneewittchen und die sieben Zwerge aus dem 1937 wesentlich bekannter als Reinigers Werke? „Disney ist von vornherein auf den kommerziellen Massenerfolg aus gewesen und hat auch Schneewittchen genau daraufhin kalkuliert. Lotte Reiniger und ihr Mann Carl Koch waren ein Familienunternehmen, das im zusammen mit Freunden Filme aus Liebe zur Kunst anfertigte. „Das kommerzielle Interesse stand hier eher im Hintergrund“, sagt Kurt Schneider, geschäftsführender Leiter des Zentrums für Medienkompetenz (ZFM) an der Universität Tübingen und Autor des Dokumentarfilms.

Reinigers Erbe

Was kaum einer weiß: Reiniger inspirierte bis in die heutige Zeit. Wer die Filme zu Harry Potter und die Heiligtümer des Todes gesehen hat, kennt die dortige Darstellung des Märchens von den drei Brüdern: Es interpretiert die Scherenschnittkunst Reinigers neu, animiert sie digital – und doch zeugt die Filmsequenz von Reinigers Schattenspiel.

Auch im Video „Earth Intruders“ von Björk lassen sich Anspielungen auf Reinigers Arbeit finden. Und trotz allem ist Reiniger in Deutschland nahezu unbekannt. Wie kam man im Institut auf die Idee, einen Dokumentarfilm über die Schattenspielkünstlerin zu drehen? „Susanne Marschall ist über die Dauerausstellung im Tübinger Stadtmuseum auf das Thema gekommen. Und weil der gesamte Nachlass von Frau Reiniger in Tübingen liegt, da sie in Dettenhausen verstorben ist“, so Schneider gegenüber media-bubble.de. Da Reiniger bereits 1981 starb, musste auf Archivmaterial zurückgegriffen werden, was das Team aber trotzdem in den Bann zog: „Auch wenn man Filme über Personen dreht, die man nur aus dem Fremdmaterial heraus kennen lernt, entsteht im Laufe der Beschäftigung mit diesen Personen eine Art Vertrautheit, eine emotionale Vorstellung davon, wie dieser Mensch wohl gewesen sein muss. Genauso ging es uns mit Lotte Reiniger. Sie ist jetzt quasi wie eine enge Freundin für uns.“

Doch noch etwas anderes zeigt das Beispiel des Dokumentarfilms „Lotte Reiniger – Tanz der Schatten“: Es ist möglich, in Kooperation von Studenten und dem Institut einen 60-minütigen Film auf die Beine zu stellen, der wohl in der ersten Jahreshälfte 2013 bei Arte gezeigt werden soll.

Folgen jetzt weitere Projekte der Güteklasse Lotte Reiniger? Kurt Schneider dazu: „Aber sicher. Ideen haben wir genug. Und wir haben mit diesem Projekt erfolgreich gezeigt, dass wir Filme aus dem Lehrbetrieb heraus produzieren können.“

UPDATE: Auch von Do, 9.8. bis So, 12.8. wird „Lotte Reiniger – Tanz der Schatten“ wieder jeweils um 17:15 Uhr im Studio Museum gezeigt.

 Und wie so ein Film bei Lotte Reiniger aussieht, zeigt dieser Ausschnitt:

Foto: Presse; flickr/janwillemsen (CC BY-NC-SA 2.0)

Making of – So entstand der Kurzfilm „It gets better!“

von David Jetter (Film) Alexander Karl (Text)

Der Kurzfilm „It gets better“ von Student David Jetter kritisiert das Verständnis der Kirche gegenüber Homosexualität. Im Interview mit media-bubble.de sprach er über Veränderungen in der Kirche, die Bedeutung der Medien und die Arbeit am Film.

It gets better! ist ein Kurzfilm, der sich kritisch mit dem christlichen Glauben und Homosexualität auseinander setzt. Steht beides noch immer so im Gegensatz?

Man kann nicht allgemein sagen, dass sich Homosexualität und christlicher Glaube ausschließen. Es gibt mittlerweile viele schwule und lesbische PfarrerInnen, die offen zu ihrer Sexualität stehen. Da hat sich sehr viel getan in den letzten Jahren. Auf der anderen Seite wird Homosexualität von der Kirche immer noch oft verurteilt, vor allem seitens des Vatikans. Auch wird homosexuellen Pfarrern bis heute verwehrt mit ihrem Partner wie andere Pfarrer im Pfarrhaus zu wohnen. Also allgemein hat die Diskriminierung seitens der Kirche zwar abgenommen, aber sie ist immer noch da. Es gibt also meiner Meinung nach zwei Seiten, wenn es um diesen Konflikt geht: Einmal die konservative, diskriminierende Seite und die tolerante Seite, nach welcher Homosexualität und christlicher Glaube durchaus miteinander vereinbar sind. Im Kurzfilm werden diese zwei Seiten durch Magdalena und Hanna verkörpert.

Denkst du, dass Homosexualität in den Medien noch immer zu wenig beachtet wird?

Auch da hat sich meiner Meinung nach in den letzten Jahren viel verändert. Serien wie Queer as Folk und The L-Word sind natürlich Vorreiter, aber auch die deutschen Daily-Soaps ziehen mit gut durchdachten homosexuellen Geschichten nach. Schade ist, dass es kaum Serien gibt, in denen ein Schwuler oder eine Lesbe der Hauptcharakter ist. Oft treten sie nur als klischeehafter Nebencharakter auf. Neben Brokeback Mountain oder Sommersturm setzen sich auch wenige Filme explizit mit dem Thema auseinander. Also insgesamt bietet dieses Thema viel Potenzial für Geschichten und da könnte man medial sicher mehr daraus machen.

Was waren die größten Probleme, die du bei der Arbeit am Film hattest?

Ganz klar die Terminkoordination der Mitwirkenden – ob vor oder hinter der Kamera. Ich hatte ein wahnsinnig tolles Team, aber alle an wenigen Tagen zusammen zu bekommen, war echt schwer. Eine Woche vor Drehbeginn hat mir eine Schauspielerin abgesagt, das strapaziert die Nerven schon. Aber letztendlich hat alles geklappt. Auch die Tatsache, dass ich ja keine Marken platzieren wollte oder keine normale Musik verwenden durfte, war eine Herausforderung.

Trotz dieser Probleme: Könntest du dir vorstellen, weiterhin Kurzfilme zu drehen?

Ja auf jeden Fall! Die nächsten Projekte sind auch schon in Planung. Diese Arbeit macht einfach wahnsinnig viel Spaß und es ist toll den Prozess zu beobachten, also wie sich eine grobe Idee immer weiterentwickelt bis man dann wirklich einen fertigen Film auf dem Bildschirm sieht. Also ich kann nur jedem, der sich für Film und Fernsehen interessiert, empfehlen, sowas selbst auszuprobieren, weil man durch die selbstständige Arbeit sehr viel lernen kann.

Wie man sich auf einen Filmdreh vorbereitet und was alles passieren kann, zeigt David Jetter in seinem Making of zu „It gets better“:

Foto: Saskia Heinzel