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Tübinale 2014: Darth Vader hatte die Nase vorn

                                                                                                                                                    von Maya Morlock

Am vergangenen Freitag, den 6. Juni 2014, war es endlich wieder soweit: die Studenten der Medienwissenschaft luden zur „Tübinale“ in die Aula des Keplergymnasiums ein. Die von Prof. Klaus Sachs-Hombach initiierte Veranstaltung stand wie auch in den Vorjahren unter dem Motto „transmediale Welten“. Angehende Jungregisseure bekamen hier die Chance ihre eigenen Filme zu diesem Thema zu präsentieren.

 

Transmediale Welten, wie setzten die Gruppen das um?

Gezeigt wurden 12 Filme à höchstens 6 Minuten, anschließend beantworteten die jeweiligen Verantwortlichen Fragen zu ihrem Werk. Nachdem alle Filme gezeigt vorgeführt wurden, erfolgte die Siegerehrung: Der Publikumspreis wurde an die Gruppe mit dem größten Applaus vergeben, über die Plätze drei bis eins entschied eine externe Jury, bestehend aus Experten der Medienbranche, wie zum Beispiel Manfred Handtke (Tagblatt-Redakteur)  und Studenten der Medienwissenschaft. Thematisch wurde in allen gezeigten Filmen besonders der Umgang mit den Medien und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft fokussiert.
Oftmals wurden die negativen Aspekte aufgezeigt, wie beispielsweise in dem Film „Frei“, in dem ein Mann durch das Ausfallen der medialen Apparate gezwungen wird, wieder in das echte Leben zurückzukehren und dabei bemerkt, dass die Realität mehr bereithält als die mediale Welt. Die Abgrenzung zwischen medialer digitaler und realer Welt und wie sich unter deren Einfluss zwischenmenschliche Beziehungen entwickeln, wurde häufig thematisiert.

Der einzige Film, der die Medien dabei eher positiv darstellte war „treasure“, der die Neuerungen als unendlich großen und namensgebenden Schatz darstellte. Wertungsfreie Filme waren ebenfalls vorhandenwurden, so beispielsweise der Dokumentarfilm „natives vs. immigrants“, in dem Passanten in der Tübinger Altstadt ihre Meinung zu „neuen“ und „alten“ Medien  preisgaben. Einen alten Walkman lehnte eine ältere Dame ab, ein Buch galt als habtisches Gut, das nicht durch ein E-Book verdrängt werden könne und eine Polaroidkamera befand der Großteil trotz der veralteten Technik als zeitlos und hip.

Bei solch einer Bandbreite von Filmen und kreativen Ideen war es sichtlich schwer einen klaren Gewinner zu ermitteln. Einige glänzten mit einem überragenden filmischen Know-How, andere denen man anmerkte, dass es wohl ihre erste Filmproduktion ist, überzeugten dagegen mit einer kreativen Umsetzung.
Bemerkenswert ist, dass alle Siegerfilme ohne gesprochene Sprache auskamen und sich, wenn überhaupt, nur Worteinblendungen bedienten. Die Atmosphäre wurde jedoch durchweg über eine passende Musik- und Soundauswahl übermittelt.

 

Die Wandlung der Medien – War früher alles besser?

Auf dem dritten Platz landete der Film „All the ways“, der die alten Medien mit den Neuen verglich: Wo viele nach dem Aufstehen eine „Wetter-App“ öffnen, streckt der Protagonist den Finger aus dem Fenster, um die Außentemperatur zu ermitteln. Zeitung gegen MP3 Player, Stadtkarte vs. Navi. Fazit ist, man kommt mit den alten Medien genauso gut ans Ziel, wie mit den Neuen.

„21st Century Love“, der den zweiten Platz belegte, erzählt dagegen die Geschichte einer Internetbeziehung: Die Protagonisten entschließen sich dazu, sich das erste Mal zu treffen. Im Zug wird die Protagonistin von ihrer Gedankenwelt übermannt. Sie stellt sich vor, wie der Liebste sie wegen einer anderen Frau versetzen oder sie mit offenen Armen empfangen könnte. Das reale Geschehen bleibt unerzählt –, da der Film endet, als sie aus dem Zug steigt. Ein Film der zum Nachdenken anregt, wie gut wir die Menschen eigentlich kennen, die wir beispielsweise als Facebook– Freunde haben. Dieser ergreifende Film räumte gleichzeitig den Publikumspreis ab und das Entwickler-Team „Purple Produktions“ freute sich über insgesamt 6,5l Wein, den sie zur Feier des Tages teilen würden.

 

Star Wars – Die Brücke zwischen den Medienangeboten

Beim Siegerfilm “Transmedialove“, von Mareike Stohp, Nina Linsenmayer und Johanna Dreyer, blieb im Saal kein Auge trocken. Stellenweise war nur schallendes Lachen zu vernehmen. Somit ging der erste Platz hochverdient an einen urkomischen Film, der trotzdem einen kritischen Aspekt behandelt: Es wird ein junger Mann über drei Monate hinweg begleitet seine Entwicklung verfolgt. Er ist ein großer Star Wars– Fan und verliert sich zunehmend in der galaktischen Welt. Die prominenten Sounds aus dem Film wurden ebenso aufgegriffen wie  prägnante Zitate, beispielsweise „May the force be with you“. Seine Star Wars– Obsession gipfelt schließlich darin, dass er sich ein Darth Vader Kostüm zulegt, dieses in seinem Alltag trägt und gänzlich dessen Rolle einnimmt. Es hielt kaum noch einen Zuschauer auf seinem Stuhl, als Darth Vader eine Bank betritt und die automatisch öffnenden Türen mithilfe seiner „Macht“ öffnet. Als Vader eine Gleichgesinnte findet, die stark an Prinzessin Leah erinnert, ist die „transmedialove“ perfekt. Ein Film mit wahrer Liebe zum Detail. Überall sind Star Wars Utensilien zu finden. Raffinierte Schnitte, eine gelungene Musikauswahl und eine überzogene Darstellung, wie man sich in einer medialen Welt verlieren kann, machen diesen Film einzigartig. Durch den komischen Aspekt behält er sich zudem vor, eine klare Wertung abzugeben. Vader hat sein Gegenstück, seine Leah gefunden und dort endet auch ihre Geschichte. Es wird nicht gezeigt, ob er den Weg zurück gefunden hat oder mit seiner Leah glücklich in der Phantasiewelt lebt. Sichtlich überrascht über ihren Erfolg betraten die Gewinner die Bühne. Laut eigener Aussage, wählten sie Star Wars bewusst, da es sich hierbei um ein wahrhaft transmediales Format handelt: Die unendlichen Weiten finden sich in Filmen, Comicbüchern, Fernsehserien und auch als Videospiel. Mit Anekdoten vom Dreh entzückte das Siegerteam „Digital Natives“ die Zuschauer: So habe Darth Vader in der Tübinger Innenstadt viel Aufsehen erregt, –Ein Mann habe beim Eintreten in die Bank sogar einen Überfall befürchtet!

Zusammenfassen lässt sich die diesjährige Tübinale wohl als ein Abend voller gelungener Filme, die ein überraschend hohes Niveau zeigten. Zu hoffen ist, dass dieser Event auch 2015 stattfindet, bei dem die Studenten der Medienwissenschaft ihr Können und ihre Kreativität vor Publikum unter Beweis stellen können.

Fotos: ©Presse Tübinale

Superhelden in Zelluloid – Teil 1

von Marius Lang;

Illustration von Henrike W. Ledig

 

Comic-Helden auf der großen Leinwand. Was heute, mit dem riesigen Filmuniversum von Marvel seinen vorläufigen Höhepunkt findet, hat seine Anfänge schon in den frühen 40er Jahren. Und aus Witzfiguren in flatternden Capes wurden bald die tiefgründigen Helden, die heute jeder kennt.

 

„Heilige Filmmagnaten, Batman!“

Den ersten Realfilmauftritt lieferte seinerzeit ein Held, den heute nur wenige kennen. Er war aber wegen seiner frühen Filmadaption erfolgreicher als Superman: Captain Marvel. 1941 erschien Adventures of Captain Marvel, eine Sammlung von Kurzfilmen um den namensgebenden Captain. Ähnliche Kurzfilmsammlungen erschienen später unter anderem auch für andere Helden wie Captain Marvels wichtigsten Konkurrenten: Superman (1948).

Dieser bekam schließlich auch einen abendfüllenden Film, Superman and the Mole Man (1951) und eine TV-Serie (1952-1958), beide mit George Reeves in der Hauptrolle. Besser erinnert man sich allerdings an den ersten großen Filmauftritt samt TV-Serie des dunklen Ritters: Batman hält die Welt in Atem (1966)  und die Serie Batman (1966-1968) mit Adam West als Titelheld und Burt Ward als Sidekick Robin erfreuen sich bis heute einer großen Fangemeinde. Sie überzeugen durch viel, gewollten und ungewollten, Humor und Selbstironie und einige ungewollt absurdere Momente.

 

„Christopher Reeve is, and forever will be, Superman.“ (Richard Donner)

1978 schaffte Richard Donner etwas, dass viele ihm nicht zugetraut hätten. Eine ernste, der Vorlage getreue Realfilmadaption des größten Helden seiner Zeit. Superman, mit Christopher Reeve in der Titelrolle des Clark Kent/Superman, war nah an der Vorlage und schaffte es, eine sehenswerte Symbiose zwischen Action, Humor und Liebesgeschichte herzustellen. Der Erfolg des Films veranlasste das Studio, drei Sequels zu drehen. War die erste Fortsetzung des Films noch sehenswert, so war ein Verfall der Qualität schnell bemerkbar. So sehr, dass Superman 4: Die Welt am Abgrund (1987) heute als ein Musterbeispiel eines missratenen Comicfilms gilt.

Abgesehen von Supermans Kinofilmen waren damals Realverfilmungen von Comichelden keine Allzweckwaffe der Studios. Superman verzeichnete beim allgemeinen Publikum vor allem Erfolge, weil er schon damals eine amerikanische Ikone war. Daneben waren Comichelden mehr im Fernsehen vertreten, wie die Serien zu Marvels The Incredible Hulk und DCs Wonder Woman. Doch ähnlich wie die Batman-Serie blieben auch diese TV-Adaptionen heute vor allem wegen des oft ungewollten Humors und der abstrusen Ideen in Erinnerung, wenngleich kaum eine Superhelden-Serie an den Spaß von Adam Wests Batman herankommt.

Interessanterweise war es dann eine erneute Interpretation des dunklen Ritters, die der Comicverfilmung zu neuem Schwung verhalf.

 

Dunkel, dunkler, Batman!

Tim Burton hauchte 1989 dem wieder mal angestaubten Comicfilm neues Leben ein. Zuvor hatte Frank Miller mit dem Comic The Return of the Dark Knight einen neuen, weitaus düsteren und fragwürdigeren Batman in die Comicszene eingebracht und später mit Batman: Year One die Origin-Story des Helden neu erzählt. Auf der anderen Seite hatte Alan Moore 1988 die Geschichte und den Charakter von Batmans Erzfeind  The Joker im Comicband The Killing Joke neu interpretiert. Diese modernisierten Versionen von Held und Bösewicht dienten als Vorlagen für Batmans Rückkehr auf die große Leinwand.

Und das mit Erfolg. Burtons Batman (1989) mit Michael Keaton als Titelfigur und Jack Nicholson als seinem Erzfeind Joker war bis in die späten 2000er, der erfolgreichste Film auf Basis eines DC-Comics. Diese modernisierte Version stellte, nach Thomas Ballhausen und Günther Krenn in Buch „Comic. Film. Helden“, das Handeln des Protagonisten als Vigilant zwischen Gesetz und Illegalität in den Vordergrund. Hauptangriffspunkt des Filmes ist das Doppelleben von Bruce Wayne und Batman, hinter dem sich eine völlig zerbrochene Persönlichkeit verbirgt. Diese Interpretation steht im Gegensatz zu früheren Adaptionen, in denen Batman  als moralisches Vorbild und zutiefst guter Held dient. Und weil die neue Version beim Publikum so gut ankam, folgte natürlich schon bald eine Fortsetzung. Batmans Rückkehr (1992) jedoch trieb die dunkle Version des Helden noch weiter: Der Film war wesentlich brutaler und verstörender und eröffneten Burtons sehr seltsame Ansichten des Helden. So tötet Batman beispielsweise relativ gleichgültig kleinere Schläger, was der Natur der Figur eigentlich komplett entgegengesetzt ist.

Und auch das Publikum nahm den Film bei weitem nicht so gut auf wie den ersten Teil, sodass Burton schließlich abgesägt wurde. Sein Nachfolger im Regiestuhl war Joel Schumacher. Batman wurde in den beiden Fortsetzungen von Val Kilmer beziehungsweise George Clooney dargestellt. Dabei gilt vor allem der vierte Film, Batman & Robin (1997) oft als schlechtester Comicfilm aller Zeiten, was natürlich nicht stimmt. Zwar ist der Film furchtbar, doch nicht die Spitze des Schlechten. Dennoch war die Enttäuschung, die Fans auf die Barrikaden trieb und Anfeindungen gegen den Regisseur generierte (unter anderem wegen der berüchtigten Nippel auf Batmans Kostüm – als ob der Film nicht wesentlich größere Probleme gehabt hätte). Daneben leisteten allerdings auch weniger bekannte Filme wie Steel Man (1997) ihr übriges, um die Mission: Comicverfilmung wieder in de Untiefen der Schubladen der Filmproduzenten versinken zu lassen. Schließlich lag der Comicfilm wieder einmal auf Eis. Im neuen Jahrtausend warteten schon Menschen, Supermenschen, Mutanten, Helden aller Art, um endgültig ihren Siegeszug auf der Leinwand anzutreten.

 

Fortsetzung folgt!

Zum Thema:

  • Tim Burton: Batman (1989), Batmans Rückkehr (1992)
  • Richard Donner: Superman (1978)
  • Richard Lester/Richard Donner: Superman II – Allein gegen Alle (1980)
  • Leslie Martinson: Batman hält die Welt in Atem (1966)

Foto (Hintergrund): image.net/ Marvel Studios

21. Internationales Trickfilmfestival in Stuttgart: Das erwartet euch

von Henrike W. Ledig

Das Internationale Trickfilmfestival ist eine Veranstaltung mit fast magnetischer Anziehungskraft: aus der ganzen Welt reisen die Animationskünstler an, um dem stuttgarter Publikum (jedes Jahr ca. 80.000 Besucher und zusätzlich 2.500 Akkreditierte!) jedes Jahr ihre Beiträge zu präsentieren. Die meisten erhoffen sich so erweiterte Popularität und natürlich die Gewinnung von wertvollem und deswegen äußerst rar gesätem Budget.

Bei all den Angeboten kann man schon mal den Überblick verlieren. media-bubble.de verschafft euch einen Überblick über die wichtigsten Highlights im Jahr 2014.

 

Dienstag, 22. April

– Ab 20.00 Uhr geht es offiziell los: Im Stuttgarter Kino „Gloria“ (einem der Innenstadtkinos, auf deren Gelände das gesamte Festival stattfinden wird) startet mit einer Feierlichen Eröffnung das 21. Internationale TrickfilmFestival

 

– Direkt im Anschluss, um 21.00 Uhr startet das Herz des Festivals: Im 1. Internationale Wettbewerb werden den Trickfilm-Einsendungen der letzten 12 Monate aus aller Welt gezeigt (Gloria 1)

 

Mittwoch, 23. April

– zwischen 14.30 und 17.00 Uhr kommen vor allem die Kleinen auf ihre Kosten: Im Metropol 1 laufen zuerst die Tricks for Kids Kurzfilme und anschließend die abendfüllenden Animovies (empfohlen ab 7 Jahren)

 

– 21.00 Uhr: Internationaler Wettbewerb 2 im Kino Gloria 1

 

22.00 Uhr: Im Metropol 1 findet die Kultnacht Animated Music Video statt, eine Auswahl innovativer animierter Musikvideos

 

Donnerstag, 24. April

– von 10.00 bis 19.00 Uhr kommen Videospiel-Fans auf ihre Kosten: Im Jugendhaus Mitte steht nicht nur eine spielbare Medieninstallation bereit, auch Vertreter von Hochschulen stellen Ausbildungsmöglichkeiten zum Thema Games vor.

 

20.00 Uhr: Im Renitenztheater wird der Deutsche Animationssprecherpreis verliehen, für die beste Originalstimme oder den besten Synchronsprecher in einem abendfüllenden Animationsfilm

 

21.00 Uhr: Internationaler Wettbewerb 2 im Kino Gloria 1

 

Freitag, 25. April

– Im Zuge der Best of Animation werden um 19.00 Uhr im Kino Gloria 1 die wichtigsten und interessantesten Animationsfilme der letzten zehn Jahre vorgestellt.

 

21.00 Uhr: Internationaler Wettbewerb 2 im Kino Gloria 1

 

22.00 Uhr: Horror-Fans aufgepasst! Während der Kultnacht ANimated Horror wird im Kino Metropol 1 eine Auswahl schauriger Trickfilme vorgeführt.

 

Samstag, 26. April

14.00 – 16.00 Uhr: Im Kino Gloria 2 werden im Zuge der „BW-Rolle“ die besten animierten Filme aus Baden-Württemberg gezeigt.

 

21.00 Uhr: Internationaler Wettbewerb 2 im Kino Gloria 1

 

22.00 Uhr: Im EM-Theater 1 werden die Animated Oscars, also Oscar-prämierte und –nominierte Kurzfilme präsentiert

 

23.00 – 01.00 Uhr: Während der Kultnacht Anime werden im Gloria 1 u.a. japanische Klassiker wie „Ghost in the Shell“ aber auch Newcomer gespielt

Sonntag, 27. April

20.00 Uhr: Darauf haben alle gewartet: Im Kino Gloria 1 findet die große Preisverleihung aller vorgeführten Animationswerke statt! Als Gewinn winken Preisgelder in Höhe bis zu 62.000€!

 

– Im Anschluss um 23.00 Uhr werden im Gloria 1 auch die vorgeführten Kurzfilme prämiert

 

 

Ein vollständiges Programm findet ihr auch jederzeit auf der Homepage des ITFS

Alle aktuellen Nachrichten könnt ihr übrigens über das Hashtag #ITFS auf Facebook und Twitter verfolgen!

Podcast: Nebraska

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 9 fertig2

 

Der Film: Der Wert des Geldes

Dement und Alkoholiker – den alten Woody (Bruce Dern) nimmt niemand mehr für voll. Insbesondere, als er dem durch einen Werbeprospekt verursachten Irrglaube auferlegt ist, eine Million Dollar gewonnen zu haben. Doch sein sensibler und lange schon entfremdeter Sohn David (Will Forte) hat Mitleid und erklärt sich bereit, mit seinem Vater die 900 Meilen nach Nebraska zu fahren, um dort seinen vermeintlichen Gewinn abzuholen. Als sie Woodys provinziellem Heimatstädtchen einen unfreiwilligen Besuch abstatten, verbreitet sich die Nachricht der Million wie ein Lauffeuer und Woodys Verwandte und Freunde bemühen sich eifrig, ein Stück des Kuchens abzubekommen.

Regisseur Alexander Payne stammt selbst aus Omaha in Nebraska und siedelte bereits zahlreiche Handlungen seiner Werke in seinem Heimatstaat an – unter Anderem Election und den Oscarnominierten About Schmidt. Dass Payne ein Experte in Sachen Familienangelegenheiten ist, zeigt sich nicht nur in seinen Filmen sondern auch in der Besetzung – Laura Dern, die die Hauptrolle in seinem Debutfilm Baby Business übernahm, ist die Tochter des deutschstämmigen Bruce Dern, der in Nebraska den Woody verkörpert. Nebraska wurde ursprünglich auf Farbmaterial gedreht, erst später kam es zu dem Entschluss, den Film in schwarzweiß zu zeigen. Eine sehr gute Entscheidung, entwickelte sich das verwaschene schwarzweiß doch zu einer entscheidenden Charakteristik des Films.

 

Nebraska, USA 2013, 115 Min.

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Bob Nelson

Mit: Bruce Dern, Will Forte, June Squibb

 

© Copyright: Paramount Pictures Germany

Podcast: The Counselor

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 4 fertigKlein

Der Film: Koks und Kohlenstoff – Wenn Gier zum Verhängnis wird

Als Laura (Penélope Cruz) von ihrem Freund einen riesigen Diamantring bekommt, kann sie nur entzückt „Ja, ich will“ hauchen. Was sich wie das Happy End einer so kitschig wie unrealistischen Hollywoodromanze anhört, ist in diesem Fall der Beginn einer Geschichte von Gier und ihren Konsequenzen. Denn der Anwalt, im Film nur Counselor (Michael Fassbender) genannt, kann sich diesen Ring nur leisten, weil er in ein dubioses Drogengeschäft investiert, das seine Zukunft mehr als sichern soll. Als die Lieferung verschwindet müssen der Counselor und seine Partner (Brad Pitt & Javier Bardem) am eigenen Leib erfahren, dass die Drogenmafia nichts von Zufällen hält.

Ridley Scott siedelt seinen Film nicht zufällig im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den Staaten an, gilt dieser Ort im Film doch seit jeher als ein Niemandsland, in welchem Gesetze und Moral eine untergeordnete Rolle spielen. Ein düsterer Film, dessen Dreh für Ridley Scott von einem harten Schicksalsschlag überschattet wurde. Zu Beginn der Dreharbeiten nahm sich Tony Scott, Ridleys jüngerer Bruder, das Leben. Auch er wurde als Regisseur von Actionfilmen wie Staatsfeind Nr. 1, Déjà Vu und Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 weltbekannt. Ridley Scott widmete sein neuestes Werk The Counselor seinem Bruder Tony und seinem Regieassistenten Matthew Baker, der ebenfalls während des Drehs verstarb.

 

The Counselor, GB/US 2013, 117 Min.

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Cormac McCarthy

Mit: Javier Bardem, Cameron Diaz, Penélope Cruz, Michael Fassbender, Brad Pitt

 

 

 

© Copyright: 20th Century Fox

 

 

Vom Film zum Politikum: JFK

von Selina Juliana Sauskojus 

Vor fünfzig Jahren, am 22. November 1963, verübten bis heute Unbekannte einen Anschlag auf den amtierenden Präsidenten John F. Kennedy. 28 Jahre später versuchte der Regisseur Oliver Stone die Ereignisse rund um das Attentat auf der Leinwand aufleben zu lassen – und löste mit JFK einen Aufruhr in den Vereinigten Staaten aus.

Tatort: Dallas

Gegen 12.30 biegt der Lincoln, in dem John F. Kennedy mit seiner Frau Jackie und dem texanischen Gouverneur Connally und dessen Frau sitzt, in die Elm Street am Dealey Plaza ein. Das Präsidentenpaar winkt gutgelaunt in die Menge. Plötzlich fallen Schüsse. Der Präsident wird am Hals getroffen. Dann der zweite – er geht daneben. Der dritte – der tödliche Schuss. Er trifft den Präsidenten am Kopf, verletzt ebenfalls den Gouverneur. Um 12.34 Uhr folgte die erste Meldung der Medien: „Drei Schüsse wurden auf Präsident Kennedys Autokolonne in der Innenstadt von Dallas abgegeben.“ Diese Meldung lähmt das gesamte Land. Um 13 Uhr wird Kennedy für tot erklärt.

Ein Täter ist schnell gefunden. Lee Harvey Oswald, ein Marxist mit Verbindungen nach Russland und Kuba, soll Einzeltäter gewesen sein. Zwei Tage nach dessen Festnahme wird Oswald von Jack Ruby, einem Nachtclubbesitzer, bei der Überführung ins Staatsgefängnis von Dallas erschossen. Nach dem Attentat bewegte die Welt vor allem eine Frage: Wer war der Täter? Oder auch vielleicht sogar die Täter? Eine Woche nach der Ermordung wurde Warren-Kommission einberufen. Sie sollte die Täterfrage klären. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Täter, Lee Harvey Oswald, gehandelt habe, der drei Schüsse abgefeuert haben soll. Damit war der Fall vorerst erledigt. Bis Jim Garrison, der Staatsanwalt von New Orleans, sich erneut mit der Angelegenheit befasste. Stutzig machte ihn vor allem die „Magic Bullet“, der letzte Schuss, der angeblich sieben Verletzungen beim Präsident und dem Gouverneur verursacht haben soll. In seinen Ermittlungen kam er zu dem Ergebnis, dass CIA und FBI die Hände mit im Spiel gehabt haben sollen. Im März 1967 klagte er den Geschäftsmann Clay Shaw wegen Teilnahme an der Verschwörung zur Ermordung des Präsidenten an. Im Prozess 1969 wurde dieser allerdings von der Jury freigesprochen. Damit wurde der Fall Kennedy zu den Akten gelegt – Zweifel an den Ergebnissen der Warren-Kommission blieben aber weiterhin bestehen.

Oliver Stone – Regisseur oder politischer Aktivist?

Aktualität erlangte der Fall erst wieder im Jahr 1991, als Oliver Stone die Geschehnisse der sechziger Jahre in seinem Film JFK wieder in das kollektive Gedächtnis der Amerikaner rief. Dreh- und Angelpunkt des Films ist Jim Garrison, gespielt von Kevin Costner. Stone stellte die Ereignisse rund um dessen Ermittlungen nach und folgte dessen These, dass es sich keinesfalls um einen Einzeltäter hätte handeln können, sondern um eine Verschwörung in den höchsten Institutionen der USA.
Oliver Stone ist bekannt dafür, Filme zu machen, die sich mit den großen politischen und sozialen Fragen der Staaten befassen: 1986 bannte er mit Platoon das Grauen des Vietnamkrieges auf die Leinwand, in Wall Street legte er die Machenschaften der Börsenhaie offen, in Nixon und W. befasste er sich mit der Watergate-Affäre und dem Leben des umstrittenen Präsidenten George W. Bush. Dennoch bezeichnet sich Stone selbst nicht als politischen Aktivisten, sondern als Regisseur, der Geschichten erzählt und sein großes Vorbild in Jean-Luc Godard sieht. Schon vor Veröffentlichung sorgte der Film für Furore, als die erste Version des Drehbuchs gestohlen und großen amerikanischen Zeitungen wie dem Chicago Tribune, der Washington Post und dem Times Magazine zugespielt wurde. Diese warfen Stone vor Fakt und Fiktion durcheinanderzubringen und zerrissen das Werk bevor es in die Kinosäle kam. Auch der damalige Präsident George Bush positionierte sich klar gegen den Film und versuchte sogar die Veröffentlichung zu stoppen. Stone konterte indem er den Entwurf des Drehbuchs mit Quellenangaben versah und in die Öffentlichkeit brachte. Der große Aufschrei erfolgte dann aber nach Veröffentlichung des Films. Die Darlegung einer theoretischen Unmöglichkeit eines Einzeltäters löste einen Aufruhr im amerikanischen Volk aus.
28 Jahre nach der Ermordung war noch immer keine befriedigende Lösung des Falles präsentiert worden. Die Tatsache, dass ein Großteil der Akten zum Attentat und zu Lee Harvey Oswald immer noch unter Verschluss waren, stieß den Bürgern sauer auf. Ein wichtiges Beweisstück, das Jim Garrison in der Verhandlung anführte, war der Zapruder-Film, der Film eines Amateur-Kameramannes, der ein völlig neues Licht auf den Fall warf: Dieser belegte ganz klar, dass es nicht nur einen Schützen gegeben haben konnte, weil die Schüsse von mehreren Seiten kamen. Die Audiospur bewies ebenfalls, dass es mehr als drei Schüsse gab. Dieser Film wurde erst 1975 öffentlich gemacht. Eine wichtige Rolle spielten für den Film auch Zeugenaussagen, die von der Warren-Kommission ignoriert worden waren: Jene Zeugen sagten aus, dass sie die Schüsse nicht nur gehört, sondern ebenso einen zweiten Schützen gesehen hatten. Die größte Rolle spielte allerdings Lee Harvey Oswald, dargestellt von Gary Oldman, und dessen Verbindung zur CIA. Die Öffentlichkeit war bis 1991 weitestgehend davon ausgegangen, dass der angeblich bekennende Marxist alleine gehandelt habe. Doch Oliver Stone zeigt eine andere Version der Geschichte, in der Oswald ein CIA-Mann war, der zum Sündenbock gemacht werden sollte.

Conventions und Kommissionen

All die Fragen, die der Film aufwarf, konnten in der Realität nicht beantwortet werden. Die Geheimhaltungspolitik der amerikanischen Institutionen machten eine Recherche mit Originalmaterial unmöglich. Unmittelbar nach Veröffentlichung des Films rollte eine Lawine von Literatur zu dem Thema über die USA hinweg: Bücher, in denen die Ereignisse dargestellt wurden, Bücher, die sich mit der Warren-Kommission und der Causa Shaw beschäftigten, Bücher, die eine Verschwörungstheorie nach der anderen in die Welt setzten. Amerika war gespalten in zwei Lager. Auf der einen Seite standen die Institution CIA, FBI, Secret Service, die Regierung und jene, die deren Version der Dinge für die Realität hielten. Auf der anderen Seite unabhängige Analysten, skeptische Bürger und eine nicht geringe Anzahl an freien Medien, die sich nicht zufrieden geben wollten mit dem Argument, dass die Akten aus Gründen des Heimatschutzes unter Verschluss bleiben sollten. Plötzlich tummelten sich auf dem Dealey Plaza Gruppen aus hunderten von Menschen aus aller Herren Länder, die sogenannte „Conspiracy Conventions“ abhielten und eigenständig versuchten, den Fall zu lösen. Mittlerweile waren 73% der Amerikaner der Überzeugung, dass die Regierung sie für dumm verkaufte und sie forderten die Veröffentlichung sämtlicher Akten. Internationale Tragweite erlebten die Auswirkungen der Veröffentlichung von JFK als die russische Regierung sämtliche KGB-Akten Lee Harvey Oswald betreffend öffentlich machte. Die CIA weigerte sich nach wie vor standhaft ihr Material offenzulegen. Doch die Regierung konnte sich dem öffentlichen Druck nicht länger entziehen und sah sich gezwungen zu handeln:

Am 26. Oktober 1992 trat der „President John F. Kennedy Assassination Records Collection Act of 1992“ in Kraft. Eine unabhängige Kommission, genannt das „Assassination Records Review Board“ wurde dazu angehalten, sämtliche Beweise zum Attentat zu sammeln und Zeugen zu befragen. Eine These zum Täter sollte allerdings nicht geliefert werden. Bis 1998, als die Kommission ihre Arbeit beendet hatte, wurde der gesamte Warren-Report (bis auf wenige Ausnahmen) in nationalen Archiven für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis heute allerdings sind schätzungsweise weitere 50.000 Dokumente unter Verschluss, darunter die von Akten von FBI und CIA zu Lee Harvey Oswald.

Das Rätseln geht weiter

Dass sein Film einen solchen erheblichen Beitrag zur Meinungsbildung im amerikanischen Volk leisten würde, konnte Oliver Stone bis zur Veröffentlichung höchstens hoffen. Doch die Wunden, die das Attentat dem Volk zugefügt hatte und die dubiosen Umstände der Tat, konnten in 28 Jahren nicht verheilen. Bis heute ist der Mord an John F. Kennedy eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte der USA. Und immer noch umgibt der ganze Fall eine Aura des Mysteriösen, was ihn auch noch für nachfolgende Generationen spannend machen wird. Wirklich neue Erkenntnisse konnten nach der Veröffentlichung von JFK nicht gemacht werden. Es ranken sich immer noch diverse Verschwörungstheorien um den 22. November 1963, eine Involvierung der Mafia etwa oder gar eine Beteiligung von Fidel Castro an dem Verbrechen. Nichtsdestotrotz ist JFK der Beweis dafür, dass das Medium Film eine unglaubliche Schlagkraft entwickeln kann. Bei Veröffentlichung des Werkes sagte Oliver Stone, er habe eine Geschichte erzählen wollen. Er wolle, dass die Menschen im Jahr 1991 das fühlten, was ihre Eltern und Großeltern 1963 gefühlt hatten. Am Ende war es ihm zu verdanken, dass das amerikanische Volk im Jahre 1991 so handelte, wie es vielleicht schon 1963 hätte handeln sollen.

 

Bilder: 20th Century Fox

Podcast: Blancanieves

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 3 fertig

 

Der Film:  Es war einmal der Stummfilm? Wenn Märchen wahr werden

Bis zur Oscarverleihung 2012 hatten wohl die Meisten den schwarz/weiß Stummfilm als Relikt einer lange vergangenen Zeit abgetan. Umso größer war also die Überraschung über den Erfolg von The Artist, mit dem der Stummfilm ein kleines Comeback feierte und sich wieder zurück in unser Bewusstsein katapultierte. Davon profitieren vor allem kleinere Produktionen mit geringerem Budget, wie eben der spanische Stummfilm Blancanieves von Pablo Berger.

Obwohl der Titel genau das vermuten lässt, ist Blancanieves nicht wirklich eine Adaption des Märchenklassikers Schneewittchen. Es gibt keine Prinzen und Königreiche, keine sieben Berge und sprechende Spiegel. Stattdessen gibt es Flamenco, Stierkampf und einen frechen Hahn. Pablo Berger selbst sagte, er habe seine ganz eigene Version von Schneewittchen erzählen wollen und nutzt dafür auch Elemente der berühmten Oper Carmen. Zum Beispiel leiht er sich von ihr den Namen für seine Protagonistin. Und so entfaltet sich vor der malerischen Kulisse Sevillas der 20er Jahre eine Geschichte voller Poesie, die ganz ohne Farben und Worte verzaubert.

Wem übrigens die Idee von spanischen schwarz/weiß Filmen gefällt, kann vom 20. Bis zum 27. November neben Blancanieves auch Das Mädchen und der Künstler von Oscarpreisträger Fernando Trueba  im Tübinger Kino Museum sehen. Beide Filme laufen im Rahmen des Filmfestivals FrauenWelten, das sich nun zum 13. Mal jährt. Mittlerweile eine feste Institution in der Tübinger Festivallandschaft, werden auch dieses Jahr wieder humorvolle, berührende und außergewöhnliche Geschichten von außergewöhnlichen Menschen erzählt.

 

Blancanieves, Spanien  2012, 109 Min.

Regie & Drehbuch: Pablo Berger

Mit: Maribel Verdú, Daniel Giménez Cacho, Ángela Molina, Macarena Garcia, Sofia Oria

 

 

 

 

Copyright: AV Vision Filmverleih

 

SpielFilm – Games auf der großen Leinwand. Teil I

von Miriam Gerstenlauer

Seit einiger Zeit haben sich Videospielverfilmungen in der Filmindustrie etabliert. Sie sind schon lang mehr als nur Merchandise, sie sind zu eigenständigen Filmen geworden.

Wo früher Filme wie Super Mario Bros. (1993) oder Pokémon: Der Film (2000) nur für Fans der zugehörigen Videospiele interessant waren, werden heute millionenschwere Blockbuster auf Basis von Videospielen produziert. Nach dem Erfolg von Lara Croft: Tomb Raider (2001) folgten Verfilmungen von Actionspiel-Klassikern wie Doom (2005) sowie eine Adaption des genreprägenden Horrorspiel-Klassikers Silent Hill (2006) und dem Jump’n’Run Urgestein Prince of Persia (2010).

 

Von Klempnern und Zombies

Eigentlich sollten die Gamer sich doch freuen, dass „ihre“ Helden auch die große Leinwand erobern. Oft ist aber das Gegenteil er Fall.  Hauptkritikpunkt der Spielfans sind die Veränderungen in den Verfilmungen. Diese ergeben sich zum Großteil aus den unterschiedlichen Medialitäten von Spiel und Film, aber das ist nicht immer der Fall. Viele Filme ändern die Dramaturgie eines Spieles, auch wenn sich die Storyline ohne Probleme auf einen Film übertragen lassen könnte. Aus der Sotry „Mario rettet Prinzessin Peach aus den Fängen des bösen Bowser“ wurde „Installateur-Brüder Mario und Luigi finden im Brooklyn des 20. Jahrhunderts ein Dimensionsloch woraufhin sie den bösen König Koopa mithilfe eines Meteoriten zur Strecke bringen müssen“ oder so ähnlich. Eine einfache Geschichte, die scheinbar unnötig verkompliziert wurde.

Aber warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Die Story von Alone in the Dark (2005): „Ein berühmter Autor erhängt sich in einem alten, von einem Fluch heimgesuchten Herrenhaus. Ermittlungen werden eingeleitet. Der ermittelnde Polizist wird eingesperrt und ist allein auf sich gestellt, die Türen des Herrenhauses sind wie magisch versiegelt“. Was Uwe Boll daraus machte: „Auf der Jagd nach übernatürlichen Phänomenen machen ein Privatdetektiv und ein Commander Jagd auf Zombies“.

Ein letztes Beispiel: Dass aus der zielsicheren Bogenschützin Prinzessin Faarah im Spiel Prince of Persia dann im Film eine klassische „Damsel in Distress“ wurde, zeigt vielleicht, dass Filme noch mehr in ihrem althergebrachten Denken verwurzelt sind als Videospiele.

Super Mario Bros., Alone in the Dark und Prince of Persia sind freilich drei extreme Beispiele, doch stehen sie Parade für die Leiden der Gamer: Scheinbar sinnfreie Änderungen von eigentlich so tollen Storys.

 

Mittendrin statt nur dabei

Viele Spiele stehen in der Komplexität ihrer Narration Filmen oder Büchern in nichts nach. In Open-World Spielen wie The Elder Scrolls V: Skyrim (2011) lernt der Spieler mehrere Stunden lang sich  in der Spielwelt zurechtzufinden, findet Briefe und alte Bücher oder trifft Charaktere, die ihm Geschichten erzählen. Es liegt in der Hand des Spielers herauszufinden, was in der Spielwelt vor sich geht. Er steuert seinen Avatar und sammelt Bruchstücke, die ihm die Geschichte zugänglich machen. Jeder Spieler schreibt sich so seine ganz eigene „Spieler-Geschichte“, und niemand wird das Spiel auf genau die gleiche Weise spielen.

In anderen Fällen, wie dem 2005 erschienenen Metal Gear Solid 3, eröffnet sich dem Spieler die komplexe Storyline anhand unzähliger Cutscenes mit einer Gesamtlänge von rund fünf Stunden. Verbunden sind diese Cutscenes durch interaktive Spielabschnitte, in denen der Spieler stets vor die Wahl gestellt wird und so das Fortgehen der Geschichte bestimmen kann.

Im Film gibt es weder die Freiheit einer erkundbaren Welt, noch die Entscheidungsmöglichkeit. Im Gegensatz zu den immer anders ablaufenden Spielen ist ein Film für jeden gleich und unbeeinflussbar. Gamer gibt seinen Controller aus der Hand und lässt sich die Geschichte erzählen. Wer sich dazu entscheidet, einen Action-Shooter zu spielen, möchte herausgefordert werden, präzise kämpfen und schnell Entscheidungen treffen. So etwas wird von einem Film nicht erwartet, bei dem sich die Interaktion auf den Kauf einer Kinokarte oder dem Einlegen einer DVD beschränkt.  Aufgrund dieser unterschiedlichen Anforderungen der Medien Film und Game an den Rezipienten kann eine Eins-zu-Eins-Umsetzung von Inhalten gar nicht funktionieren.

 

Ausnahmen bestätigen die Regel

Manchmal gelingt es den Adaptionen, Stimmung und Charaktere von Spielen auf der Leinwand einzufangen. Allen voran  sei hier der Film Tomb Raider genannt, der vor allem mit Angelina Jolie als die taffe und smarte Archäologin Lara Croft das Publikum überzeugen konnte. Die unbestreitbare Übersexualisierung von Frauen in Videospielen kam Hollywood in diesem Fall deutlich entgegen: So sah man Angelina im Film genauso wie Lara im Spiel stöhnend und knapp bekleidet über Felsen springen. In einer ästhetischen Art und Weise, mit ausgebildetem Kameramann, auch wenn man sich wünschen würde man könnte , wie im Spiel, die Kamera zwischen Laras Beine fahren und sie dann hüpfen und hecheln lassen. Dennoch gilt Lara Croft als eine der großen Power-Frauen in Film- und Spielindustrie, die durch das Franchise beide aneinander profitieren.

Anders bei Silent Hill. Hier fiel der im Spiel männliche Hauptcharakter Harry Mason der Frauenquote zum Opfer und wurde durch Protagonistin Rose daSilva ersetzt. Der Film versucht es, die bedrückende und psychedelische Stimmung des Spiels einzufangen, indem er die Hilflosigkeit und die Unwissenheit der Protagonistin zur Charakteridentifikation nutzt. Diese Identifikation kann jedoch im Gegensatz zum Spiel nur eingeschränkt funktionieren, da gerade das Horrorgenre der Games sich durch tatsächliche Hilflosigkeit auszeichnet, da man selbst die nutzlose „Waffe“ in den zitternden Händen hält. Trotzdem gelingt es dem Film die Atmosphäre des schaurigen Ortes Silent Hill zu vermitteln, indem er die nervenaufreibende Geräuschkulisse und den Soundtrack des Originalspiels übernimmt und auf dieselbe Wirkung der schrägen Kamerawinkel setzt, die einem nicht verraten was hinter der nächsten Ecke lauert – jedoch ohne den Spieler in eine frustrierende Todesfalle zu stürzen. Damit hat der Film schon mehr erreicht, als manch andere Videospieladaption.

Ein Spiel ist kein Film

Videospiele leben vom Prinzip der Interaktivität. Man kann selbst entscheiden, ob man nun den linken oder den rechten Gang hinuntergeht, ob man sich dem Monster stellt oder vor ihm wegläuft, oder vor lauter Angst den Controller in die nächste Ecke wirft und eine Woche nicht mehr anfasst.
Im Film werden einem diese Entscheidungen abgenommen. Doch genau dieses Aufgeben der Kontrolle über die Situation und die dadurch noch größere Ungewissheit  darüber, was als nächstes passiert, erzeugt Spannung. Im Film kann außerdem eine bildliche Ästhetik erzeugt werden, die mit einer via Analogsticks am Controller gesteuerten Kamera nicht möglich wäre.
Wenn also die Stimmung stimmt und die Charaktere Charakter haben, kann auch der geneigte Gamer einmal den Controller aus der Hand geben und den Film Film sein lassen.

Foto: Concorde Film

C’est une revolte? Non, c’est une revolution!

von Pascal Thiel

Xavier Dolan hat es wieder getan. Mit Laurence Anyways ist dem francokanadischen Filmautor das dritte Kunstwerk gelungen.

Ein besonderer Film

Xavier Dolan hat es also wieder getan. Bereits seine zwei ersten Werke schlugen wie Bomben ein. Der autobiografische Film I killed my mother und Les amours imaginaires, zu deutsch Herzensbrecher erregten in der Kritikerwelt erhebliches Aufsehen. Von den einen als das neue „Wunderkind“ des francophonen Films gefeiert – von den anderen als frecher Emporkömmling verachtet, polarisiert Dolan. Das wird er wohl auch mit seinem neuen Film.

Fernab vom Klischee eines braven Literaturdozenten führt Laurence Alia mit seiner Freundin Frédérique „Fred“ Belair ein alles andere als spießiges Beamtenleben. Sie sind ein verrücktes Paar. Liebe, Lust, Lebensfreude. Sturm und Drang. Frech und herrlich obszön. Doch Laurence will sich und Fred nicht mehr belügen. Inmitten einen der Redeschwälle seiner Freundin bricht es aus ihm heraus: Er wolle endlich seiner Natur folgen und eine Frau sein.

Damit beginnt ein Film, der mehr ist, als die bloße Darstellung eines Kampfes gegen gesellschaftliche Widerstände. Dolan selbst beschreibt seinen Film als

homage to the ultimate love story: ambitious, impossible, the love we want to be sensational, boundless, the love that we don’t dare hope for, the love that only cinema, books and art provide.

Es beginnt ein Film, der eine Liebesgeschichte ist, die Leidenschaft auf eine ganz neue Art und Weise transportieren soll. Ein Film, der Gefühle bildhaft eindrucksvoll so drastisch und schön wie wohl kaum ein anderer offenbart, den manche als „speziell“ titulieren mögen – und tatsächlich eine wichtige Rarität ist in einer Welt der Blockbusteroberflächlichkeit.

Ein Mann, der zur Frau werden will. Das Sujet des Films ist vermeintlich schnell gefunden: Transsexualität. Doch da ist nicht nur die „Metamorphose“ von Laurence, da ist auch die Beziehung zu und mit Fred. So erzählt der Film aus zwei unabhängigen Perspektiven – und gewährt, wie unten deutlich wird – beeindruckende Einsichten in die Gefühlswelten seiner Protagonisten.

Die werden gespielt von einem grandiosen Melvil Poupaud und einer noch grandioseren Suzanne Clément. Mit im exzellent erwählten Ensemble: Nathalie Baye (als Laurence‘ Mutter) und Monia Chokri (als Freds Schwester) – Dolan greift auf neue und bewährte Schauspieler zurück. Im Gegensatz zu seinen ersten beiden Filmen, entdeckt man Dolan selbst nur einige wenige Sekunden auf der Leinwand, die Aufmerksamkeit gilt den Protagonisten.

Le Cinéma Dolan

Xavier Dolan versteht es in seinen Filmen immer wieder, im Zusammenspiel verschiedener Elemente perfekte Situationen zu kreieren. So auch in Laurence Anyways. Er ist ein Kunstwerk geworden.

Geradezu ein Paradebeispiel ist die Szene, die in Laurences „Outing“ mündet. Am Abend seines 35. Geburtstags überrascht Fred Laurence mit einem Trip nach New York. Und ein „Trip“ ist es wirklich.

In perfekter Dolan-Reizüberflutung geht es in Richtung USA: Fred plappernd, wild herumkreischend und durch die Luft fuchtelnd, vollkommen zugedröhnt am Steuer ihres knatternden 80er-Jahre-Mobils. Wackelnde Kameraschwenks wechseln hin- und her – zwischen Fred und Laurence. Bis die Situation in einer Waschanlage schließlich – Bürsten schlagen gegen das Auto, unterlegt – nein überlagert – von einem hetzendem Prokofiev – ihren Höhepunkt findet. So drastisch die Dramaturgie des perfekten Sinneschaos in Richtung Climax drängt, so gewaltig schreit Laurence den Überdruss seines Daseins mittenhinein: Er werde sterben (siehe oben).

Oder sein erster Auftritt in der Schule. Laurence schüchtern und steif in den ersten Momenten vor einer peinlich berührten bis geschockten Klasse, alles in eine unerträgliche Stille gehüllt. Und: Laurence wie auf einem Laufsteg durch die Schule stolzierend, die Blicke der anderen ertragend – oder genießend? – unterlegt von eindringlichem hippen Elektrogequietsche.

Das ist die laute, schrille, freche Seite des Xavier Dolan. Doch er kann auch anders – mit einem Element, einem Stilmittel, das seinen Filmen zu ihrer Großartigkeit verhilft. Besonders deutlich in Laurence Anyways: unerwartete Cuts. Radikal werden Szenen, wird die Handlung abgebrochen – was passiert, wird dem Zuschauer erst später präsentiert. Wie etwa bei Laurence‘ Ausbruch: Gezeigt wird lediglich Freds Reaktion. Es folgen vage Bilder, schemenhaft gezeichnet. Nichts weiter passiert. Zeit für den Zuschauer, sich über den Fortgang selbst Gedanken zu machen. Eine Denkpause.

Was Dolans Filme auszeichnet, ist zudem die eindrückliche Darstellung von innerlichen Gefühlen.

Da ist der Schmetterling, der Laurence‘ Mund entflattert, als er Fred zwischenzeitlich an einen anderen zu verlieren droht. Noch immer Schmetterlinge im Bauch? Da ist der Wasserfall, der durch Freds Wohnzimmer rauscht, nachdem sie in Laurence‘ Gedichtsband versunken ist. Noch immer voller Sehnsucht? Und da sind die durch die Luft wirbelnden Kleider nach ihrem Wiedersehen auf der Île au Noir. Wiedergewonnene Freiheit? Eine Hommage an ihre frühe Liebe? Die herbstlich tanzenden Blätter am Ende des Films als Symbol der endgültigen Befreiung voneinander?

Mehr als Transsexualität

Mit seinen über 160 Minuten sprengt der Film jegliche Spielfilmkonventionen. Dolans bewegte Bilder beeindrucken – ihre Sinnlichkeit, ihre Schönheit. Sie offenbaren das Innenleben zweier Menschen über Jahre hinweg so schonungslos wie kaum andere.

Auf der einen Seite ist Fred, noch immer verliebt in Laurence, die aber ihre neu gewonnene Sicherheit, ihr Haus, ihren Mann, ihre Familie aufzugeben nicht bereit ist. Fred, die Laurence einst, bis den Tränen nahe, verteidigt hat, nun aber doch das Andere nicht respektieren kann, die die Gebundenheit der Liebe an einen Körper nicht überwinden kann. Eine Beziehung zu Laurence ist trotz des zwischenzeitlichen glücklichen Wiedersehens unmöglich geworden – das Bürgertum und seine eigenen Gesetze haben Fred sich einverleibt. Ihre Offenheit, ihre Unbeschwertheit liegen weit in der Vergangenheit.

Auf der anderen Seite Laurence, der eine Wandlung durchgemacht, der viele Hürden überwunden hat und ein neuer Mensch geworden ist. Laurence, der nicht verstehen will, warum nicht alle diesen Weg gehen wollen. Selbstgerecht scheint er auf Fred herabzuschauen. Auch er hat sich verändert: Vom bescheidenen, eher schüchternen, zurückhaltenden Mann zur konfrontativen, aufrechten Frau.

So zeigt der Film mehr als ein „Trans-Outing“. Der Film zeigt zwei Charaktere, zwei Lebenswandel im Spiegel der Zeit. Er zeigt Leidenschaft und Gefühle. Und so verschwimmt im Hinterland des Films das Sujet der Transsexualität immer mehr, bis es schließlich wie selbstverständlich der Liebesgeschichte weicht.

Laurence Anyways ist zu lang, zu komplex, um in einer Kritik umrissen zu werden. Xavier Dolan hat gezeigt, dass von ihm noch viel zu erwarten ist. Viele gute Schauspieler. Viele exzellente Soundtracks. Viele eindrucksvolle Bilder. Viele glitzernde Kostüme und intelligente Dialoge.

 

Bilder: FilmPressKit

Disney, der Filmtitan

von Julia Heitkamp

Wer Walt Disney hört, denkt an harmlose Zeichentrickfilme aus der Kindheit, die uns bis heute begeistern. Doch hinter der Walt Disney Company verbirgt sich heute weit mehr als nur das Zeichentrickstudio: Mit Walt Disney Studio Entertainment, der Disney-ABC Television Group, der Buena Vista Music Group und den Walt Disney Parks und Resorts gehört der Konzern heute zu den Größten der Welt. Der neuste Coup der Studios: Mit dem Kauf von George Lucas Lucasfilm im vergangenen Jahr sicherten sie sich die Rechte an Star Wars und kündigten für 2015 bereits eine Fortsetzung der Saga an. Nicht nur auf der großen Leinwand, auch am heimischen Bildschirm gibt es Neuerungen. Der Disney Konzern will ab Januar 2014 mit einem eigenen Free-TV Kanal das „Vierte Programm“ in Deutschland ersetzten.

Es begann wie im Märchen …

Die Brüder Walt und Roy Disney gründeten 1923 das Disney Brothers Cartoon Studio im Sunshine State Kalifornien. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Der erste Micky-Maus Cartoon wurde 1928 veröffentlicht. Nach dem Erfolg von Schneewittchen und den sieben Zwergen und Bambi während des zweiten Weltkrieges, gelang ihnen der Durchbruch in den Nachkriegsjahren. Es folgte eine wahre Flut an Zeichentrickfilmen wie Cinderella, Alice im Wunderland, Peter Pan, Dornröschen oder Das Dschungelbuch. Heute zählen viele der Meisterwerke zu Filmklassikern, die auch heute noch den Nachwuchs begeistern.

Möge die Macht mit ihnen sein

Seitdem gehört die Disney Company zu den Giganten der Unterhaltungsbranche. Erst im Oktober vergangen Jahres machte Disney Schlagzeilen mit dem Kauf von George Lucas Lucasfilm. Fans dürfen sich, ab 2015 alle zwei Jahre auf Fortsetzungen der berühmtesten Science-Fiction-Saga freuen. Disney traut sich das, was der Star Wars Schöpfer George Lucas niemals wagte: Die Verfilmung der Episoden Sieben bis Neun. Für den Dreh der Fortsetzungen hat Disney J. J. Abrams verpflichtet, der sich bereits mit Filmen wie Mission Impossible III einen Namen in der Branche machte. Dass der gleiche Regisseur ebenfalls für die neuen Star-Trek-Verflimungen verantwortlich ist, scheint den eigentlich verfeindeten Fans egal zu sein. Doch damit nicht genug: Um den Fans die Wartezeit zwischen den Filmen zu verkürzen, sollen weitere Spin-Offs produziert werden, die spezielle Charaktere der Reihe in den Mittelpunkt stellen. Und auch dafür hat sich Disney namhafte Unterstützung ins Boot geholt: Lawrence Kasdan und Simon Kinberg (Mr. & Mrs. Smithsollen an den Drehbüchern arbeiten. Mit diesem Projekt hat sich der Disney Konzern einiges vorgenommen.

Was ist denn alles Disney?

Die Übernahme von Lucasfilm ist nicht der erste große Streich der Disney Studios. Die Masse an Entertainmentstudios die zu dem Medienkonzern gehören, ist überwältigend. Zur Filmproduktion gehören neben Walt Disney Pictures, denen wir die berühmten Zeichentrickverfilmungen verdanken, auch noch Schwergewichte der Branche wie Touchstone Pictures (Flubber, Freaky Friday), seit 2006 die Pixar Animation Studios (Findet Nemo, Die Monster AG), die Disney Animation Studios (Küss den Frosch) und die Marvel Studios (X-Men, The Fantasic Four).

Neben Freizeitparks und einem Plattenlabel ist Disney´s zweites großes Standbein das Fernsehen. Die Disney-ABC Television Group besitzt amerikanische Sender wie ABC, aber auch die Hälfe der Anteile an dem deutschen Sender Super RTL . Doch Disney will sich weiter vergrößern und sich auf verschiedenen Märkten etablieren, so auch im Deutschen Free TV.

Disney ersetzt das Vierte

Wie Lars Wagner, der Geschäftsführer des neuen Disney-Senders, in verschiedenen Interviews berichtet, will man Disney mit dem neuen Free-TV-Sender eine neue Präsenz verschaffen und sicherte sich deshalb bereits im vergangenen Jahr die Rechte an dem „Vierten Programm“. Im Gegensatz zu Super RTL, das sich aus mehreren Quellen speist, setzt man bei dem neuen Sender ausschließlich auf Produktionen aus dem eigenen Haus. Es gehören nicht nur Kinder zum Zielpublikum des neuen Senders, zur Prime Time will man sich auch an das erwachsene Publikum wenden, die mit Filmen wie „Fluch der Karibik“ mit Johnny Depp umworben werden sollen. Von denen habe Disney nämlich auch eine Menge zu bieten, auch wenn sie oft in Vergessenheit geraten. Mit diesem Schachzug tritt der neue Disney Sender in direkte Konkurrenz zu Super RTL, die ihr Programm nach einer ähnlichen Strategie zusammenstellen. Zwar sei man laut Wagner mit der Arbeit von Super RTL nach wie vor zufrieden, doch Mediendienste wie kress.de vermuten, dass sich das zweigleisige Fahren auf lange Sicht nicht lohnen wird.

Was bleibt ist die Erkenntnis

Mit dem harmlosen Trickfilmproduzenten aus den Anfängen der Company hat der Konzern 2013 nichts mehr zu tun. Aus der Trickfilmproduktionsfirma ist ein riesiger Konzern geworden, der expandiert, wo er kann. Die Walt Disney Company gehört zu den 100 größten Unternehmen der Welt und mischt in fast allen Bereichen der Unterhaltungsbranche mit. Zwar können sich Fans von Disney, Star Wars und Co. über Nachrichten wie diese freuen, trotzdem geht der Aufkauf von kleineren Produktionsfirmen wie Lucasfilm durch Medienkonglomerate wie Disney zu Lasten der Vielfalt der Unterhaltungsindustrie.

 

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