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Bücherliebe trifft Internetaffinität

von Alexander Karl, Sanja Döttling und Pascal Thiel

Köln im Juni 2012: Der Wind fegt entlang des Doms, wo sich media-bubble.de mit dem Gründer der literatur-community.de traf. Wie kommt man mit 16 Jahren auf die Idee, eine Literaturplattform zu gründen? Wie setzt man sich gegen die Konkurrenz ab? Und passen Internet und Bücher zusammen?  media-bubble.de im Gespräch mit Fabian Krott von literatur-community.de.

Blackout – Und alles steht still

von Alexander Karl

Der Autor Marc Elsberg

Es ist ein Schreckensszenario sondergleichen: Durch einen Hackerangriff wird in ganz Europa das Stromnetz lahmgelegt. Vom Fernseher bis zum Herd funktioniert nichts mehr. Kein Wasser fließt mehr, die Tankstellen bekommen das unterirdisch gelagerte Benzin nicht mehr in die Zapfsäulen. In kürzester Zeit ist die Welt, wie wir sie kennen, Geschichte: Supermärkte können nicht beliefert werden, den Krankenhäusern geht irgendwann der Notstrom aus. Eine moderne Apokalypse, ein Wettlauf gegen die Zeit für die Verantwortlichen und Poltiker.

Glücklicherweise sind große Teile dessen nur Fiktion: Der Wiener Bestsellerautor Marc Elsberg (45) sprach mit media-bubble.de über sein Buch „Blackout – Morgen ist es zu spät“, die Medien und Trittbrettfahrer.

media-bubble: Ein solch umfassendes Werk wie „Blackout“ bedarf viel Recherche. Wie sind sie vorgegangen?

Marc Elsberg: An „Blackout“ habe ich etwa vier Jahre gearbeitet. Das erste Jahr bestand aus reiner Recherche. Erst danach begann ich mit dem Entwurf der Figuren und der Handlung. Während des Schreibens musste ich laufend weiter recherchieren, da ich noch immer vieles nicht wusste und es gerade in diesem Gebiet viele aktuelle Entwicklungen gab und gibt.

Und 2011, während Sie geschrieben haben, kam Fukushima.

Ja. Als Fukushima geschah, war meine Handlung entworfen und der Text etwa zur Hälfte fertig. In „Blackout“ waren Probleme in AKWs bereits vorgesehen. Aber schon während der Arbeit wurde ich mehrmals von der Realität eingeholt, etwa durch das Auftauchen der stuxnet-Malware. Große Änderungen musste ich daher nicht mehr durchführen. Allerdings gab Fukushima einige Anregungen bei Details.

Mindestens so wichtig und aufwändig wie die Recherchen zur Technik waren jene zu den Schicksalen von Menschen in Krisensituationen. Wobei es dazu – leider – genug Quellen gibt, sei es aus Kriegs- oder Katastrophengebieten. Manchmal halfen mir dabei aber sogar Erzählungen meiner Eltern und Großeltern aus der Nachkriegszeit.

Wir informieren uns heute vor allem über das Internet oder Fernsehen. Wenn der Strom ausfällt, geht das nicht mehr. Wie schätzen Sie die Bedeutung von Medien für den Informationsaustausch im Krisenfall ein?

Die Bedeutung von (elektronischen) Medien zur Information der Bevölkerung wäre in jedem Krisenfall immens.

Allerdings können sie in manchen Krisenfällen, zum Beispiel bei einem großen Stromausfall, kaum eingesetzt werden. Die meisten Menschen können kein Internet, TV oder Hörfunk mehr empfangen, es sei denn, die besitzen ein batteriebetriebenes Radio oder ein Auto mit Radio. Zeitungen können zwar noch ein paar Tage lang gedruckt, aber immer schwerer ausgeliefert werden. Festnetz und Mobiltelefon (wenn man diese zu den Medien zählen mag) fallen auch bald aus.

Soll heißen: Die Bedeutung der meisten modernen Medien (Ausnahme: Radio) sinkt im Fall eines großen, längeren Stromausfalls gegen Null. Die Menschen wären fast ausschließlich auf mündlich weiter gegebene Nachrichten angewiesen – was da schnell an Gerüchten entsteht, kann man sich vorstellen! In einer Szene von „Blackout“ führt dies auch zu einem persönlichen Drama für eine der Figuren.

Überwiegen in Ihren Augen die Vor- oder Nachteile der modernen Informationstechnologie?

Durch die modernen Informationstechologien haben wir zahlreiche neue Möglichkeiten gewonnen. Denken wir etwa an die Kommunikation während des arabischen Frühlings.  Unter normalen Umständen überwiegen für mich klar die Vorteile – vorausgesetzt wir reden von ihrem Einsatz in einer funktionierenden Demokratie und einem funktionierenden Rechtsstaat. Wobei es selbst in diesen aufgrund der rasanten Entwicklung eine Menge Klärungsbedarf gibt, wie nicht zuletzt aktuelle Diskussionen um geistiges Eigentum oder Datenschutz zeigen.

Stichwort Datenschutz: Im Buch werden systematisch E-Mails und andere modernen Kommunikationsmittel angezapft. Entwickeln sich da nicht neue Ängste?

Nicht für mich. Ich bin mir seit Jahren bewusst, dass man meine gesamte Kommunikation verfolgen kann, wenn man will. Es würde mich auch gar nicht wundern, wenn ich aufgrund meiner Recherchen in den Stichwort-Alerts irgendwelcher Überwacher aufgetaucht bin und unter Beobachtung stand (oder stehe). Naja, jetzt wissen die ja, dass ich tatsächlich nur ein Buch schreiben wollte…

Der „gläserne Mensch“ also.

Mit dieser „Gläsernheit“, werden wir bis zu einem gewissen Grad lernen müssen zu leben, fürchte ich, so miserabel der Gedanke auch ist. Trotzdem habe ich z.B. in Österreich die Petition gegen die Datenvorratsspeicherung unterschrieben und bin auch gegen ACTA (allerdings sehr wohl für einen anständigen Schutz meiner Urheberrechte/immateriellen Güter).

Ein Ursprung des Übels in „Blackout“ sind die Smart-Meter, die digitalen Stromzähler. Was würden Sie tun, wenn Sie selbst bald ein solches Gerät in der Wohnung haben müssten?

Solange diese Geräte derart unsicher sind wie die jetzigen Modelle, würde ich versuchen, den Einbau zu verhindern. Wobei es da rechtliche Probleme gäbe. Allerdings bilden sich in mehreren Ländern langsam Initiativen dagegen.

„Blackout“ beschreibt ein Schreckensszenario, das sicherlich keiner erleben will. Verfolgen Sie mit dem Buch die Mission, die Gesellschaft aufzuwecken?

Zuallererst wollte ich eine spannende Geschichte schreiben über ein Thema, das mich selbst interessierte und darüber, wie die Menschen davon betroffen sind. Wenn ich damit erreiche, dass ich bei kritischen Themen Nachdenkprozesse anrege, freut es mich. Auf ein Blackout kann man sich bis zu einem gewissen Grad vorbereiten bzw dafür rüsten. Das habe ich getan.

Stellenweise wird sehr genau die Verwundbarkeit des Stromnetzes und der Informationskanäle angesprochen. Fürchten Sie, dass Ihr Buch Trittbrettfahrer zu solchen Taten aufrufen könnte?

Nein. Die Idee von Angriffen auf Infrastrukturen ist nicht neu. Ich bringe einige Beispiele auch in „Blackout“. Schon in der „Südtiroler Feuernacht“ 1961 wurden Strommasten gesprengt. 1972 starb Giangiacomo Feltrinelli, der italienische Verleger (Doktor Schiwago, Der Leopard, das berühmte Che Guevara-Bild) und spätere Terrorist, bei dem Versuch, einen Strommast zu sprengen. „Blackout“ ist die zeitgenössische Interpretation des Themas. In „Die Hard 4″ rettet John McClane“ schon 2007 die USA vor einem ähnlichen Szenario. Abgesehen davon wurde ich auch hier von der Realität eingeholt, wenn auch in kleinerem Rahmen: Im Mai 2011, als der Text weit fortgeschritten war, legte ein Brandsatz die Berliner S-Bahn und Teile des Telefonnetzes lahm. Das ist letztlich nichts anderes, als ich in „Blackout“ beschreibe – ein Terrorangriff auf wichtige Infrastrukturen. Zum Glück kamen damals keine Menschen ernsthaft zu Schaden.

Vielen Dank für das Gespräch, Marc Elsberg!

Foto: Clemens Lechner

Der Geruch von Büchern – der Gestank von Geld

von Sandra Fuhrmann

Sie duften, sie fühlen sich gut an, sie können Emotionen wecken und mit manchen gehen wir eine Beziehung fürs ganze Leben ein. Für viele sind Bücher mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Wir besitzen sie über Jahrzehnte, und jedes Mal, wenn wir sie lesen, nehmen sie ein Stück unserer eigenen Geschichte in sich auf. Aber wie viel ist uns diese Beziehung eigentlich wert?

Buchpreisbindlung – sinnvoll oder sinnlos?

Der 11. März 2012 – ein „schwarzer Tag für den Schweizer Buchhandel“, titelt das Magazin Buch Markt. Es ist der Tag, an dem die Schweizer Bevölkerung über das Gesetz zur Buchpreisbindung abstimmt – und sich mit 58 % dagegen entscheidet. Die Buchpreisbindung zieht eine Kluft durch ganz Europa. Während beispielsweise Frankreich, Italien, die Niederlande und Österreich Preise für Bücher festlegen, fehlt diese Regelung in Belgien, Großbritannien, Irland oder Schweden.

In Deutschland sind die Preise für Bücher seit Oktober 2002 gesetzlich gebunden. Das bedeutet, dass genau wie bei Tabakwaren oder Arzneimitteln vom Produzenten, in diesem Fall den Verlagen, der Preis für ein Buch anfangs festgelegt werden muss. Dieser muss auch beim Verkauf vom Händler an den Endkunden eingehalten werden. Somit ist es zum Beispiel Discountern nicht möglich, ein Buch billiger an den Mann zu bringen, als das ein traditionelles Buchgeschäft könnte. Ausnahmen von der Regel sind lediglich Bibliotheken- und Schulbuchnachlässe, Kollegenrabatt, Lehrerprüfstücke oder Mängelexemplare.

Schleichpfade

Ein Gesetz – tausend Wege es zu umgehen. Amazon wählte den, beim Kauf von Büchern Gutscheine an seine Kunden zu verteilen. Im so genannten „Startgutscheinfall“ entschied das Gericht jedoch gegen den Online-Buchhändler und verbot diese Art des Preisdumping. Was aber, wenn die Gutscheine nicht vom Händler selbst, sondern von anderen Firmen aus Werbezwecken finanziert werden? Hier brachten gleich mehrere Fälle die Köpfe von Deutschlands Richtern zum rauchen. Ein Beispiel ist das der Firma Studibooks, die 10 % des Kaufpreises ihrer Fachbücher von Unternehmen finanzieren ließ. Auch hier fiel die Entscheidung des Gerichts zuungunsten des Händlers aus. Die richterliche Begründung lautete, dass Studibooks zwar letztendlich den festgelegten Preis der Bücher erhalte, jedoch durch die Erwähnung auf der Homepage des Buchhändlers ein Werbeeffekt für die Unterstützerfirmen entstehe. Das Geld für diese Werbung hatte Studibooks von den Firmen nie erhalten. Dementsprechend müsste der Buchhändler die Werbekosten zusätzlich zu den 10 % des Buchpreises von den Unternehmen verlangen. Das aber war nicht geschehen.

Die Schleichwege der Händler sind gut getarnt. Gerade für Kunden dürfte es schwierig sein, ihnen auf die Fährte zu kommen. Die mit der Überwachung der Preisbindung beauftragten Preisbindungstreuhänder sind der Meinung, dass entscheidend sei, ob der Kunde im Angebot des Händlers eine Vergünstigung erkenne. So nämlich schafft sich der Verkäufer einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen. Genau das soll das Gesetz aber ausschließen.

Größe vs. Innovation?

Buchpreisbindung – der Beschützer der Kleinen und Schwachen? Das sehen nicht alle so. Philip Karger ist ehemaliger Geschäftsführer einer Schweizer Buchhandlung. Kleinen Buchhändlern nützt eine Preisbindung seiner Meinung nach nichts. Die Chancen, die sich ohne das Gesetz gerade für kleine Händler auftun, sieht er in der Innovativität der Unternehmer. Der Marketingexperte Leander Watting betrachtet die Preisbindung gerade für den Online-Markt sogar als Gefahr. Karger prognostiziert derweil, dass in fünf bis zehn Jahren 75 % des Buchmarkts elektronisch sein werden. Eine ähnliche Entwicklung, wie wir sie in den letzten Jahren in der Musikbranche erlebt haben.

Den unerschütterlichen Liebhabern von Papiergeruch, rauen Seiten unter den Fingern und Eselsohren, die die Geschichte von Jahren der wiederholten Lektüre erzählen, dürften an dieser Stelle die Tränen kommen. E-Books machen inzwischen 35 % von Amazons Buchverkäufen aus. Die Reader machen digitalisierte Bücher in Sekundenschnelle abrufbar. Dateien sind wesentlich günstiger als gedruckte Bücher. Gerade Amazon bietet unbekannten Autoren die Möglichkeit ihre Werke auf diesem Weg als so genannte „Direct Publisher“ zu veröffentlichen. Das wird auch Konsequenzen für die Buchpreise haben. Jüngst bot der Berliner Verlag „Berlin Story“ ein E-Book kostenlos zum Download an – und die Kunden konnten den Betrag spenden, den ihnen das Buch wert war. Doch genau das wurde verboten – wegen der Buchpreisbindung.

Das Internet öffnet viele Türen und ermöglicht uns immer wieder neue Vertriebswege. Was man in Deutschland nicht bekommt, kann man sich im Internet von ausländischen Anbietern besorgen – und dann vielleicht auch ohne Buchpreisbindung. Diese Entwicklung kann man nicht aufhalten, stattdessen müssen sich die Verlage fragen, wie sie auf die Digitalisierung reagieren. Am 23. April ist Welttag des Buches. Vielleicht ein Anlass für jeden sich ganz persönlich die Frage zu stellen: Wie viel sind mir Bücher eigentlich wert?

Foto: media-bubble.de

Wie findet man Leser?

von Alexander Karl

 Jeder vierte Deutsche liest niemals ein Buch – das ergab die Studie „Lesen in Deutschland 2008“ der Stiftung Lesen. Dieser Zustand hat sich wohl auch in den letzten vier Jahren nicht grundlegend geändert, auch wenn Jugendliche in den letzten Jahren immer häufiger zum Buch greifen. Die Jim-Studie aus dem Jahr 2011 ergab, dass 44 Prozent der 12 bis 19-jährigen regelmäßige Buch-Leser sind. 56 Prozent im Umkehrschluss aber nicht. Tatsächlich aber haben Jugendliche dank sozialer Netzwerke im Internet, wie  Facebook und Co., wohl noch nie so viel gelesen und geschrieben wie heute.

Es liegt also nahe, dass Schriftsteller und Verlage versuchen, die Jugendliche Zielgruppe dort zu erreichen, wo man sie primär findet – nämlich im Internet. Doch ganz so einfach ist es leider auch nicht…

Werbung und Social Web

Mein Erstlingsroman „Real Me – Die Suche nach dem wahren Ich“ erscheint in diesem Jahr und natürlich soll er auch Leser haben. Aber gerade dann, wenn man bei einem kleinen Verlag ist, der kein großes Werbebudget hat, mit dem er eine Anzeige in der BILD-Zeitung oder Aufsteller in jeder Buchhandlung kaufen kann, liegt viel Marketing-Arbeit vor dem Autor.

Wie kann ich mein Buch im Internet vermarkten?

Daher muss ich selbst aktiv werden – das Internet macht es ja möglich! Leider bin ich nicht der Einzige mit dieser Idee: Das Internet ermöglicht es jedem, das Wort zu ergreifen, doch die entscheidende Frage ist, ob man auch gehört wird.

Eine Möglichkeit den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern ist ein eigener Blog. Der Vorteil: Kostenlos und schnell kann ich posten, was ich gerade tue, Infos zu meinem Buch liefern und einen Blick hinter die Kulissen erlauben. Gerne auch untermalt mit Bildern oder Videos.

Wie mache ich auf meinen Blog aufmerksam?

Bei fehlendem Budget für (virtuelle) Werbeanzeigen bleibt da nur die Hoffnung auf Mund-zu-Mund-Propaganda und virales Marketing. Virales Marketing heißt, dass sich ein Bild, Video oder ein Text wie ein Virus im Netz verbreitet, beispielsweise über Facebook.

Die soziale Plattform liefert unter anderem die Möglichkeit, Fan-Seiten zu erstellen, durch die man Interessierte immer auf dem Laufenden halten kann. Leider stellt sich hier gleich eine ähnliche Frage wie zuvor:

Wie schaffe ich es, dass möglichst viele Leute meine Seite anklicken?

Dafür bietet sich nun tatsächlich die Realität an. Der persönliche Kontakt ist auch in Zeiten des Internets noch immer unabdingbar. Durch meine Lesungen an Schulen konnte ich meine Zielgruppe ansprechen, die ich dann – um meinen Weg auch weiterhin verfolgen zu können – auf meine Facebook-Seite verweisen konnte.

Denn da ich natürlich nicht täglich live mit meiner Leserschaft interagieren kann, ermöglicht mir das Internet eine fiktive Nähe herzustellen, die ich in der Realität nicht bieten kann. So kann ich dann virtuell über das Erscheinen von meinen Kurzgeschichten in Anthologien berichten, kleine Videobotschaften über den Äther schicken oder Bilder von Dreharbeiten zu einer Reportage, z. B. über junge Autoren, hochladen.

 

Alexander Karl betreut nicht nur den Blog media-bubble.de, sondern schreibt auch Bücher.  Neben zahlreichen veröffentlichten Kurzgeschichten in Anthologien erscheint dieses Jahr sein Jugendroman „Real Me – Die Suche nach dem wahren Ich“.

Der Text erschien in ähnlicher Form im Mitteilungsblatt für die Mitglieder der Wilinaburgia, 87. Jahrgang, Nr. 230.

Foto: Sophie Kröher

Wie kam der Sex in die City?

von Alexander Karl

Wir kennen Carrie Bradshaw und ihre Freundinnen als sexy Vamps aus der US-Erfolgsserie „Sex and the City“. Doch wie wurde Carrie zu der Frau, die wir in sechs Staffeln und zwei Filmen bewundern durften? Diese Frage wird jetzt doppelt geklärt – einerseits in den Büchern der Bradshaw-Schöpferin Candance Bushnell, andererseits in einer  neuen Serie auf Basis der Bücher.

Das ‚alte‘ Sex and the City

Bereits die erste Sex and the City-Serie basierte auf dem gleichnamigen Buch von Candance Bushnell, das 1997 erschien. 1998 startete dann die Serie durch und erzählte von vom Leben, Lieben und Shoppen in New York. Zwei – mehr oder minder erfolgreiche und sehenswerte – Kinofilme später, stellten sich nicht nur die Fans der Serie die Frage, wie es nun weiter gehen soll. Immer wieder gab es Gerüchte, dass es einen dritten Kinofilm geben soll. Dann hieß es wieder, dass die eigentlichen Hauptdarstellerinnen zu alt für den Job seien und es keine Fortsetzung gäbe. Sarah Jessica Parker und Kristin Davis – die in der ursprünglichen Serie Carrie und Charlotte spielten – sprachen sich gegen ein Prequel aus: „And then have like different people with our names? It’s kind of freaky“, so Davis.

Ob es eines Tages doch noch einen dritten Film mit dem alten Cast geben wird, scheint bisher noch offen. Fest steht aber: Es wird ein Prequel der Erfolgsserie geben.

Das ’neue‘ Sex and the City

Mit The Carrie Diaries zeigte Candance Bushnell die junge Carrie in ihrer Zeit vor New York. Sie lebt in einer Kleinstadt bei einem alleinerziehenden Vater und will mehr vom Leben. Dieses Mehr wird dann in Summer and the City, dem zweiten Teil der Buchreihe, beschrieben. Dort lernt sie in New York die verlobte Samantha und die Feministin Miranda kennen. Eingefleischte Serien-Fans wird Summer and the City zunächst etwas verwundern: Eine kochaffine Carrie? Eine verlobte Samantha? Candance Bushnell verteigt die neue Vergangenheit der Charaktere:

The little differences between the show and the books feel incidental to me. They may not to other people, but as the writer and the creator, the characters still feel like the characters in both iterations. […]

You know, the way it was in the show just didn’t work in the book. I know there’s also a brief mention in the show about Carrie losing her virginity at 15 in her basement, but that doesn’t work in the book either. Where is she going to go as a character in these books if she loses her virginity at 15? It doesn’t make sense here. If it’s an off-hand remark in a series, it’s fine, because they’re never going to revisit it.

Nun soll auf Grundlage der beiden neuen Bücher auch eine neue Serie auf die Bildschirme kommen – und genauso wie die Bücher die Vergangenheit von Carrie und Co. beleuchten. Der Pilot der Serie wurde bereits vom US-Sender The CW geordert und auch der Inhalt der Serie ist bereits durchgesickert. Doch viele Fragen sind noch offen: Wer soll Carrie und ihre Freundinnen spielen? Von bekannten Namen bis hin zur jüngsten Vermutung, ein völlig unbekanntes Gesicht zu nehmen, scheint alles möglich.

Die Frage aber bleibt: Kann die neue Serie – die zudem auch detailgetreu in den Achtzigern spielen wird – tatsächlich an die Erfolge der ersten Serie anknüpfen? Oder will man die Marke Sex and the City solange schröpfen, bis sie völlig wertlos ist?

Es ist zumindest ein cleverer Schritt, die Vorgeschichte der Damen zu erzählen und nicht einen dritten Film zu drehen – so gerne mancheiner die Schauspielerinnen wiedersehen würde. Denn der zweite Teil wurde von Kritikern in der Luft zerrissen und auch Chris Noth – Carries Mr. Big – äußerst sich kritisch über die späten Tage der Serie. Außerdem – und das zeigte leider auch das letzte Film – spielen sowas der Sex, als auch die City nur noch eine Nebenrolle. Vielleicht ändert sich das ja mit dem Prequel.

 

Foto: flickr/Associated Fabrication (CC BY 2.0)