Beiträge

Podcast: Nebraska

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 9 fertig2

 

Der Film: Der Wert des Geldes

Dement und Alkoholiker – den alten Woody (Bruce Dern) nimmt niemand mehr für voll. Insbesondere, als er dem durch einen Werbeprospekt verursachten Irrglaube auferlegt ist, eine Million Dollar gewonnen zu haben. Doch sein sensibler und lange schon entfremdeter Sohn David (Will Forte) hat Mitleid und erklärt sich bereit, mit seinem Vater die 900 Meilen nach Nebraska zu fahren, um dort seinen vermeintlichen Gewinn abzuholen. Als sie Woodys provinziellem Heimatstädtchen einen unfreiwilligen Besuch abstatten, verbreitet sich die Nachricht der Million wie ein Lauffeuer und Woodys Verwandte und Freunde bemühen sich eifrig, ein Stück des Kuchens abzubekommen.

Regisseur Alexander Payne stammt selbst aus Omaha in Nebraska und siedelte bereits zahlreiche Handlungen seiner Werke in seinem Heimatstaat an – unter Anderem Election und den Oscarnominierten About Schmidt. Dass Payne ein Experte in Sachen Familienangelegenheiten ist, zeigt sich nicht nur in seinen Filmen sondern auch in der Besetzung – Laura Dern, die die Hauptrolle in seinem Debutfilm Baby Business übernahm, ist die Tochter des deutschstämmigen Bruce Dern, der in Nebraska den Woody verkörpert. Nebraska wurde ursprünglich auf Farbmaterial gedreht, erst später kam es zu dem Entschluss, den Film in schwarzweiß zu zeigen. Eine sehr gute Entscheidung, entwickelte sich das verwaschene schwarzweiß doch zu einer entscheidenden Charakteristik des Films.

 

Nebraska, USA 2013, 115 Min.

Regie: Alexander Payne

Drehbuch: Bob Nelson

Mit: Bruce Dern, Will Forte, June Squibb

 

© Copyright: Paramount Pictures Germany

Podcast: Review – „The Bling Ring“ & „Kick-Ass 2“

von Lena Bühler

 Der Podcast:

Beitrag Nr. 7 fertig

 

Die Filme:

The Bling Ring

Für die Teenager Rebecca, Nicky und Marc gibt es nichts schöneres, als sich den Stars so nahe wie möglich zu fühlen. Umso besser als sie herausfinden, dass es meist gar nicht so schwer ist in ihre Häuser einzudringen und bei dem ganzen Kram fällt es auch kaum auf, wenn mal eine Chanel-Tasche oder etwas Bares fehlt. Doch die Jugendlichen fürchten keine Konsequenzen und werden schnell unvorsichtig – da hilft auch die schönste Unschuldsmine nicht mehr. Emma Watson soll sich auf ihre Rolle der High-Society Göre Nicky durch exzessives Reality-TV schauen vorbereitet haben. Kein Wunder dass die reichen Kids gerne mal an MTV-Trash wie My Super Sweet Sixteen erinnern.

The Bling Ring, USA 2013,

Regie & Drehbuch: Sofia Coppola

Mit: Katie Chang, Israel Broussard, Emma Watson

 

Kick-Ass 2

Unter der Flut an Comicbuchverfilmungen in letzter Zeit sticht Kick-Ass 2 ganz besonders heraus. Denn die Superhelden der blutigen Actionkomödie sind eigentlich ganz normale Menschen, die gemeinsam ihre Stadt etwas besser machen wollen und den Zorn eines reichen rachsüchtigen Bengels auf sich ziehen. Einzig Hit-Girl Mindy (Chloë Grace Moretz), die in Teil 1 noch an der Seite ihres Vaters Big Daddy (Nicholas Cage) kämpfte, genoss eine umfangreiche kämpferische Ausbildung. Herausgegeben wurde die Comic-Miniserie von Icon Comics, dem Independent-Imprint von Marvel-Comics. Ulknudel Jim Carrey als Colonel Stars and Stripes improvisierte übrigens ab und zu am Set. Das Zitat „Ja, da hängt dir ’n Hund am Sack“, nachdem Colonel Stars and Stripes seinen abgerichteten Helfer Eisenhower auf einen Mädchenhändler hetzt, stand so zumindest nicht im Drehbuch.

Kick-Ass 2, USA/GB 2012, 103 Min.

Regie & Drehbuch: Jeff Wadlow

Mit: Aaron Taylor-Johnson, Christopher Mintz-Plasse, Chloë Grace Moretz

 

Copyright© Tobis / Universal Pictures Germany

Podcast: Workers

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 6 fertig

 

Der Film: Die stille Revolution

Wie wäre es wohl, Tag und Nacht einer Hündin zu Diensten zu sein, die in einem schöneren Bett schläft und besseres Essen bekommt als man selbst? Oder dem Versprechen einer US-Staatsbürgerschaft folgend Kriegsdienst in Vietnam zu leisten und dann doch als Illegaler nach Mexiko abgeschoben zu werden. Wo man 30 Jahre bei Mindestlöhnen im Elektronikkonzern Philips arbeitet und die Rente verweigert bekommt? Das wäre in erster Linie hochgradig ungerecht. Für Lidia und Rafael, die in Tijuana arbeiten, ist es aber Realität. Höchste Zeit also, nach Jahren der Genügsamkeit im Verborgenen ein wenig Rache zu üben. Ob man nun mit einer Hupe der Hündin den Schlaf raubt oder im Supermarkt das Regal für Philips-Glühbirnen mit Konkurrenzprodukten verdeckt – Lidia und Rafael sind kreativ wenn es darum geht, sich für jahrelange Entbehrungen zu revanchieren.

Trotz des sensiblen Themas besticht Workers hauptsächlich mit feinem Humor und einem Händchen für Situationskomik. Koproduziert wurde die schwarze Tragikomödie übrigens von Paulo de Carvalho, der gerade den Tübingern als Leiter des jährlich stattfindenden Filmfestivals CineLatino bekannt sein wird. Fast schon eine logische Konsequenz, dass die humorvoll-poetische Studie der Ausbeutung ab dem 12. Dezember täglich um 18 Uhr im Tübinger Kino Museum gezeigt wird.

 

Workers, Mexiko/Deutschland 2013, 122 Min.

Regie & Drehbuch: José Luis Valle

Mit: Jesús Padilla, Susana Salazar, Bárbara Perrín Rivemar, Sergio Limón, Vera Talaia

 

 

 

Fotos: © Copyright José Luis Valle

Podcast: Review – „Ein Freitag in Barcelona & „Frances Ha“

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 5 fertig

 

Die Filme:

 

Ein Freitag in Barcelona

„Ihr Männer lauft herum wie mit einer Waffe in jeder Hand!“ beschwert sich die resolute Mamen (Candela Peña) bei ihrem Kollegen, dessen dreiste Anmache sie gerade abblitzen ließ. Una Pistola en cada Mano (Eine Waffe in jeder Hand) lautet auch der Originaltitel der spanischen Episodenkomödie. Wirklich schade, dass es die Metapher nicht in die deutsche Übersetzung geschafft hat, wären die acht Protagonisten doch so viel lieber John Wayne als ihr von der Midlife-Crisis gebeuteltes Selbst. Regisseur Cesc Gay ist selbst Mitte 40 und setzt seinen männlichen Altersgenossen mit Ein Freitag in Barcelona ein filmisches Denkmal – nicht gerade schmeichelhaft aber höchst selbstironisch und humorvoll.

 

Ein Freitag in Barcelona, Spanien 2012, 95 Min.

Regie: Cesc Gay

Drehbuch: Cesc Gay, Thomas Aragay

Mit: Javier Cámara, Ricardo Darín, Jordi, Mollà, Candela Peña, Leonor Watling

 

Frances Ha

Die stets gut gelaunte Endzwanzigerin Frances lebt mit ihrer besten Freundin Sophie zusammen wie „ein altes lesbisches Paar, nur ohne Sex“. Gemeinsam schmieden sie große Pläne für die Zukunft, denn Frances will eine erfolgreiche Modern-Dance Tänzerin werden. Dass sie sich im Moment mehr schlecht als recht mit kleinen Nebenjobs durchschlägt, tut ihrem Optimismus keinen Abbruch. Doch als ihre Freundschaft zu Sophie zu bröckeln beginnt, gerät auch ihr Lebenskonzept durcheinander. Regisseur und Drehbuchautor Noah Baumbach ist auch privat mit Hauptdarstellerin Greta Gerwig liiert, die für ihre Rolle der Frances von den Kritikern hoch gelobt wurde. Obwohl Baumbach vor allem mit Drehbüchern für amerikanische Indieperlen wie Die Tiefseetaucher und Der Tintenfisch und der Wal bekannt wurde, kann er auch anders – für den Animationsfilm Madagascar 3 – Flucht durch Europa lieferte er ebenfalls das Drehbuch.

 

Frances Ha, USA 2012, 86 Min.

Regie: Noah Baumbach

Drehbuch: Noah Baumbach, Greta Gerwig

Mit: Greta Gerwig, Mickey Sumner, Adam Driver

 

 

 

Copyright: MFA / Camino Filmverleih

Podcast: The Counselor

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 4 fertigKlein

Der Film: Koks und Kohlenstoff – Wenn Gier zum Verhängnis wird

Als Laura (Penélope Cruz) von ihrem Freund einen riesigen Diamantring bekommt, kann sie nur entzückt „Ja, ich will“ hauchen. Was sich wie das Happy End einer so kitschig wie unrealistischen Hollywoodromanze anhört, ist in diesem Fall der Beginn einer Geschichte von Gier und ihren Konsequenzen. Denn der Anwalt, im Film nur Counselor (Michael Fassbender) genannt, kann sich diesen Ring nur leisten, weil er in ein dubioses Drogengeschäft investiert, das seine Zukunft mehr als sichern soll. Als die Lieferung verschwindet müssen der Counselor und seine Partner (Brad Pitt & Javier Bardem) am eigenen Leib erfahren, dass die Drogenmafia nichts von Zufällen hält.

Ridley Scott siedelt seinen Film nicht zufällig im Grenzgebiet zwischen Mexiko und den Staaten an, gilt dieser Ort im Film doch seit jeher als ein Niemandsland, in welchem Gesetze und Moral eine untergeordnete Rolle spielen. Ein düsterer Film, dessen Dreh für Ridley Scott von einem harten Schicksalsschlag überschattet wurde. Zu Beginn der Dreharbeiten nahm sich Tony Scott, Ridleys jüngerer Bruder, das Leben. Auch er wurde als Regisseur von Actionfilmen wie Staatsfeind Nr. 1, Déjà Vu und Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 weltbekannt. Ridley Scott widmete sein neuestes Werk The Counselor seinem Bruder Tony und seinem Regieassistenten Matthew Baker, der ebenfalls während des Drehs verstarb.

 

The Counselor, GB/US 2013, 117 Min.

Regie: Ridley Scott

Drehbuch: Cormac McCarthy

Mit: Javier Bardem, Cameron Diaz, Penélope Cruz, Michael Fassbender, Brad Pitt

 

 

 

© Copyright: 20th Century Fox

 

 

Podcast: Blancanieves

von Lena Bühler

Der Podcast:

Beitrag Nr. 3 fertig

 

Der Film:  Es war einmal der Stummfilm? Wenn Märchen wahr werden

Bis zur Oscarverleihung 2012 hatten wohl die Meisten den schwarz/weiß Stummfilm als Relikt einer lange vergangenen Zeit abgetan. Umso größer war also die Überraschung über den Erfolg von The Artist, mit dem der Stummfilm ein kleines Comeback feierte und sich wieder zurück in unser Bewusstsein katapultierte. Davon profitieren vor allem kleinere Produktionen mit geringerem Budget, wie eben der spanische Stummfilm Blancanieves von Pablo Berger.

Obwohl der Titel genau das vermuten lässt, ist Blancanieves nicht wirklich eine Adaption des Märchenklassikers Schneewittchen. Es gibt keine Prinzen und Königreiche, keine sieben Berge und sprechende Spiegel. Stattdessen gibt es Flamenco, Stierkampf und einen frechen Hahn. Pablo Berger selbst sagte, er habe seine ganz eigene Version von Schneewittchen erzählen wollen und nutzt dafür auch Elemente der berühmten Oper Carmen. Zum Beispiel leiht er sich von ihr den Namen für seine Protagonistin. Und so entfaltet sich vor der malerischen Kulisse Sevillas der 20er Jahre eine Geschichte voller Poesie, die ganz ohne Farben und Worte verzaubert.

Wem übrigens die Idee von spanischen schwarz/weiß Filmen gefällt, kann vom 20. Bis zum 27. November neben Blancanieves auch Das Mädchen und der Künstler von Oscarpreisträger Fernando Trueba  im Tübinger Kino Museum sehen. Beide Filme laufen im Rahmen des Filmfestivals FrauenWelten, das sich nun zum 13. Mal jährt. Mittlerweile eine feste Institution in der Tübinger Festivallandschaft, werden auch dieses Jahr wieder humorvolle, berührende und außergewöhnliche Geschichten von außergewöhnlichen Menschen erzählt.

 

Blancanieves, Spanien  2012, 109 Min.

Regie & Drehbuch: Pablo Berger

Mit: Maribel Verdú, Daniel Giménez Cacho, Ángela Molina, Macarena Garcia, Sofia Oria

 

 

 

 

Copyright: AV Vision Filmverleih

 

Podcast: Tirez la langue, Mademoiselle

von Lena Bühler

Der Film: Ist Blut dicker als Wasser?

Mit den Geschwistern ist das so eine Sache. Wir lieben sie natürlich, aber jede freie Minute mit ihnen verbringen? Für die Meisten unvorstellbar. Anders bei Boris und Dimitri. Nicht nur, dass sie praktisch Nachbarn sind und sich per Handzeichen am Fenster noch zum Abendspaziergang mit dem Hund verabreden können. In der Gemeinschaftspraxis „Dr. Pizarnik & Dr. Pizarnik“ sind sie in erster Linie Kollegen und tun genau das, was den meisten Geschwistern Magenschmerzen bereitet – jede freie Minute zusammen verbringen. Doch die brüderliche Harmonie wird getrübt von – wie könnte es anders sein – einer Frau. Die schöne Judith ist die alleinerziehende Mutter von Alice, einer Patientin der Pizarnik-Brüder. Als sich sowohl Boris als auch Dimitri in Judith verlieben wünschen sie sich zum ersten Mal, was zuvor abwegig erschien – Abstand voneinander.

Der Podcast:

Podcast – Tirez la langue, Mademoiselle

 

 

Tirez la langue, Mademoiselle – Zunge raus, Fräulein, Frankreich 2012, 102 Min.

Regie & Drehbuch: Axelle Ropert

Kamera: Céline Bozon

Mit: Louise Bourgoin, Cédric Kahn, Laurent Stocker, Serge Bozon, Camille Cayol, Gilles Gaston-Dreyfus

GamesCom 2013 – Ein Lebenszeichen

von Miriam Gerstenlauer und Henrike Ledig

Unseren zweiten Tag auf der Spielemesse haben wir erfolgreich und angestrengt zu Ende gebracht. Der erste offene Besuchertag für alle Gamerinnen, Gamer und SpielerInnen aller Art hat die Kapazitäten des Messegeländes ausgereizt: Menschenmassen wurden außen über Treppen umgeleitet, da die Rolltreppen überfüllt waren, am Call of Duty Stand gibt es sogar zwei Schlangen – beide mit jeweils sechs Stunden Wartezeit. Wir haben uns dennoch nicht unterkriegen lassen, darum gibt’s jetzt unsere Zusammenfassung vom zweiten Tag auf der GamesCom.

Hackende Wachhunde

Noch bevor die Hallen für die Privatbesucher geöffnet wurden, haben wir uns einen Platz in der Präsentation von Watch_Dogs ergattert. Der Spieler übernimmt die Rolle des Hackers Aiden, der sich in die gesamte Technik der an Chicago angelehnten Stadt einhacken kann. Somit hat der Spieler die Möglichkeit Ampelsysteme zu manipulieren, Überwachungskameras zur Übersicht des Gebiets zu nutzen, oder sich die Bankdaten von Passanten anzueignen um deren Konto leerzuräumen. Frei nach dem Motto „Moral ist, wenn man moralisch ist“ kann man sich gegen das Leerräumen des Bankkontos einer alleinerziehenden Mutter mit Kleinkind entscheiden und dafür einen vermögenden Geschäftsmann hacken. Doch man ist nicht der einzige Hacker im Spiel. Ist man online, so können andere Spieler auf der ganzen Welt einen Hackerangriff auf einen selbst starten. Ziel ist es nun mithilfe von Überwachungskameras, Webcams und allem was einem zur Verfügung steht den Eindringling ausfindig zu machen und zu eliminieren.
Da vom selben Entwicklerteam, erinnern einige Interface- und Spielelemente an Assassin’s Creed, wie beispielsweise das Einwählen in Rechenzentren (wie die Borgia-Türme in Assassin’s Creed: Brotherhood), jedoch scheint Watch_Dogs dem ersten Eindruck nach ein sehr innovatives und über längere Zeit Spaß versprechendes Spiel zu sein, mit herausragender Grafik und einer sehr großen Spielwelt. Definitiv ein Highlight der diesjährigen GamesCom, erscheint Ubisofts Watch_Dogs für Xbox One und 360 sowie PS3, PS4, PC und WiiU zum Launch der PS4 am 29. November 2013.

Nana nana nana nana

Ben Affleck wird der neue Batman – auf der GamesCom jedoch spielen wir Batman in seiner Anfangszeit. Das Spielsetting ist zeitlich noch vor Batman: Arkham Asylum zu verorten und der dunkle Ritter bekommt neue Gegner und Gadgets. Der Joker darf jedoch selbstverständlich auch hier nicht fehlen, jedoch ist der große Gegner Batmans diesmal Black Mask, ein skrupelloser Geschäftsmann der alle illegalen Machenschaften Gothams in Händen hält.
Begeistert hat uns vor allem Batmans neues Gadget, die Remote Claw. Damit kann man Gegenstände und/oder Gegner miteinander verbinden, um sie so auszuschalten. Beispielsweise kann man so einen gegnerischen Charakter aus sicherer Entfernung kopfüber an einem Wasserspeier aufhängen, oder in mit einem explosiven Fass verbinden – mit entsprechenden Folgen. Nach dem kurzen Eindruck den wir von Batman: Arkham Origins sammeln konnten, steht das Prequel seinen Vorgängern Arkham Asylum und Arkham City atmosphärisch in nichts nach und bietet trotzdem ein paar Neuerungen. Arkham Origins ist ein gutes Spiel um sich von der aktuellen Konsolengeneration zu verabschieden, denn dafür erscheint das Spiel am 25. Oktober 2013 für alle aktuellen Konsolen.

Von Knausereien und Hardwareschwindel

Immer dann, wenn eine neue Konsolengeneration ansteht, befindet sich die Gaminglandschaft in einem generellen Zustand des Umbruchs: Einerseits steht die nächste Konsole der Hersteller bereits in den Startlöchern, andererseits kann die Generation davor mit dem Erscheinen des Neuankömmlings nicht direkt abdanken. Dafür gibt es immer noch zu viele Nutzer der Vorgänger. Das zwingt die Entwickler dazu in diesen Zeiten ihre Spiele für beide Generationen verfügbar zu machen um möglichst keine Käufer zu verschrecken. Das ist schwierig, allerdings auch sehr gewinnbringend wenn richtig gemacht, wie z.B. im Fall von The Legend of Zelda: Twilight Princess, das damals sowohl auf Nintendos GameCube als auch auf der Wii erschien. Auf beiden war es gleichermaßen erfolgreich und wird von vielen Anhängern der Reihe noch heute als eines der besten Spiele in Erinnerung behalten. Der Publisher Ubisoft tut sich unserem Eindruck nach jedoch deutlich schwerer damit: So konnten wir ihr neuestes und hoch beworbenes Projekt Assassin’s Creed 4 – Black Flag bereits auf der neuen Playstation 4 anspielen und dieses ließ uns doch etwas enttäuscht zurück. Nicht nur, dass sich spielerisch nicht allzu viel positiv Vermerkbares getan hat, die Grafik wurde augenmerklich nicht auf die aktuellen Standards gehoben. Die Texturen sind schwammig, die Charaktere wirken steif und emotionslos. Zusätzlich fielen uns Unmengen Clipping-Fehler ins Auge. Hier wollte Ubisoft augenscheinlich noch sichtlich Geld sparen um ohne großen Aufwand den neuen Ableger der beliebten Reihe auch auf die neuste Konsolengeneration zu portieren.

Einen durchaus kritischen Blick entlockte uns auch Microsofts Xbox One, genauer gesagt, das zur Konsole mitgelieferte und anscheinend überlebenswichtige Gadget in Form der verbesserten Bewegungssteuerung Kinect. Wie warb der Hersteller bei der Präsentation von Microsofts neuem Flagschiff auf dem Konsolenmarkt noch mit der Präzisionserkennung der Spieler: Gesichtsausdrücke solle sie vom Spieler auslesen und jede Bewegen 1-zu-1 auf den Avatar ins Spiel übertragen können. Davon konnten wir bisher nichts bestätigen. Sowohl bei dem Martial-Arts-Kampfspiel Fighter Within als auch bei dem humorvollen Gruppenspiel Sports Rivals fiel die „neue“ Kinect durch außerordentliche Ungenauigkeit und Fehleranfälligkeit auf: Hiebe konnten nicht von Tritten unterschieden werden, geschweige denn überhaupt gerade Schläge von Haken. Im Zweifelsfall entscheidet sich die Bewegungssteuerung außerdem dafür, überhaupt nicht zu reagieren oder mitten in der Bewegung abzustürzen. Bei einer großen Messe wie der GamesCom, bei der die Besucher es auf sich nehmen, für einen ersten Blick auf eine Neuigkeit  auch bis zu sechs Stunden anzustehen, natürlich ein Desaster. Auf unsere Frage an die Austeller, ob es sich bei der an die Xbox One angeschlossenen Geräte tatsächlich um die neue Kinect handelte und nicht etwa um die alte Version, die seit ihrer Veröffentlichung für ihre Ungenauigkeit bekannt ist, erhielten wir übrigens keine Antwort.

Microsoft muss sich also noch schwer anstrengen, wenn die Kinect bis zum Launch der Xbox One,  der für November 2013 angedacht ist, funktionstüchtig sein und tatsächlich eine deutliche Verbesserung um Vorgängermodell bieten soll.

 

Fotos: GamesCom Presserserver, Miriam Gerstenlauer

GamesCom 2013: „Wir sind beruflich Ärsche“

Von Miriam Gerstenlauer und Henrike Ledig

 

Das behauptet zumindest Gronkh von sich und seinem Kollegen Sarazar. Die zwei YouTube-Stars haben sich mit diesen Worten in der Schlange vor uns gedrängelt, heute am ersten Tag der GamesCom in Köln. Gesehen haben wir trotzdem viel, von Schiffen und Regen, guter Grafik auf alten Konsolen, schlechter Grafik auf neuen Konsolen – und generell ganz viel Hardware. Unser GamesCom-Mittwoch im Überblick.

Innen alles neu

Am heutigen Fachbesucher- und Pressetag gab es schon allerhand zu bestaunen: Sony wartete mit seiner neuen PlayStation 4 mitsamt einiger Launchtitel auf und beansprucht eine halbe Halle für sich allein, genau wie der größte Konkurrent Microsoft, der ein großes Augenmerk auf die Promotion des „neuen“ Kinect, der verbesserten Bewegungssteuerung der Xbox One, legt. Auch Nintendo haben auf ihrer Ausstellerfläche viel an Soft- und Hardware zu bieten, die meisten – wir auch – waren aber nur für eins da: Pokémon X & Y.
Die sechste Generation des GameFreak Rollenspiels erscheint noch dieses Jahr weltweit am 12. Oktober für den Nintendo 3DS und hat bereits in unserem Demo-Test gepunktet: Liebevolle Animationen sowohl der Pokémon als auch der Trainer, sowie der detailreich gestalteten Spielwelt heben das Spiel weit von seinen Vorgängern ab. Der Spieler kann mit der Spielfigur nun sogar in der Welt auf Pokémon reiten und findet die kleinen Monster nicht mehr nur in hohem Gras, sondern auch zum Beispiel in Blumenfeldern.
Die wenigen Minuten des neuen Professor Layton und das Vermächtnis von Aslant warfen bereits ihren Schatten voraus. Die liebgewonnen Charaktere der fünf Teile zuvor bestreiten nun ihr letztes Abenteuer. Herzen werden gebrochen und Tränen vergossen werden.

Obwohl Sony wie wild die PlayStation 4 promotet, sind die letzten Tage der PlayStation 3 noch lange nicht gezählt. Ein großes Highlight ist das für das beste Familienspiel nominierte Der Puppenspieler. Das PS3-exklusive Spiel ist gedanken- und humorvoll designt und bietet mit der der Spielfigur als Werkzeug zur Verfügung stehenden goldenen Schere und dem gut durchdachten kooperativen Modus ein sehr innovatives Gameplay, das nicht nur den Kleinen Spaß macht.
Etwas tiefgründiger geht es dann schon bei dem Indie-Game Rain zu. Ein kleiner Junge entdeckt ein Geistermädchen, dass von einem Monster verfolgt wird und rennt ihr hinterher in die verregnete Nacht – und wird dabei selbst unsichtbar. Nur der Regen, der auf ihn fällt, macht seine Schemen wieder sichtbar, sowohl für den Spieler, als auch für die umherlaufenden Monster. Es ist ein Spiel mit Tiefgang, simpler Steuerung und eingängiger musikalischer Untermalung.  Rain erscheint am 1. Oktober diesen Jahres und ist damit definitiv ein Geheimtipp für die Übergangszeit zur PS4.

Kein Geheimtipp und kleines Indie-Spiel ist hingegen Beyond: Two Souls. Hochkarätig besetzt mit Willem Dafoe und Ellen Page in der Hauptrolle der mit Psy-Kräften ausgestatteten Jodie Holmes holt das Entwicklerteam von Quantic Dream (bekannt durch das interaktive Drama Heavy Rain) noch einmal das letzte aus der PlayStation 3 heraus – nicht nur bei der Grafik. Schon die ersten anspielbaren Minuten zeigen bis aufs den kleinsten Muskel detailgetreue Mimik und Gestik, eine ausgearbeitete und packende Story, sowie große Emotionen. Beyond: Two Souls erscheint am 9. Oktober vorerst exklusiv für die PS3 – Wir freuen uns.

Klassiker in neuem Gewand

Eine der meistgespielten Reihen der Welt bekommt Zuwachs: 2014 erscheint das brandneue Die Sims 4 und hat einige Neuerungen im Gepäck. Die Charaktererstellung wird nun nicht mehr über das Schieben von Reglern getätigt, sondern direkt am Körper des Sim. Breitere Hüften gefällig? Schwupps, einmal dran gezogen, fertig ist die Lauge. Ähnlich beim Häuserbau: Statt umständlich einzelne Wände ziehen zu müssen, können jetzt per Mausklick ganze Zimmer generiert und sogar komplett mit Einrichtung verschoben werden. Schön, wenn sich ein Entwickler mal wirklich Gedanken macht.
Einen Klassiker der anderen Art verarbeitet Microsoft: Disney’s Fantasia erlebt über 70 Jahre nach der Veröffentlichung des dritten abendfüllenden Films von Disney eine Renaissance in Spielform. Mithilfe der neuen Kinect entführt Fantasia: Music Evolved in unterschiedliche Welten voller musikalischer Meisterwerke. In der Präsentation befand man sich in einer Unterwasserwelt, begleitet von Bohemian Rhapsody von Queen. Mit rhythmischen Bewegungen muss der Spieler seine Arme in vorgegebene Richtungen schwingen, wischen und winken und so das Lied voranbringen. Hier kann man sich zu einigen Zeitpunkten entscheiden, welche Instrumente man dem Lied hinzufügen möchte: Streicher für eine klassische Interpretation, Bassgitarre für Jazz, etc.
Erfrischend anders als die altbekannten Sport- und Fitnessspiele mit Bewegungssteuerung erscheint Fantasia: Music Evolved 2014 für Xbox 360 und Xbox One.

#Neuland

Hoher Besuch überraschte uns auch unerwartet am Nintendo-Stand. Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler begrüßte die Besucher der GamesCom und bekundete große Offenheit und Interesse am Thema Videospiele. Er schüttelte Mario die Hand und spielte sogar eine Runde Super Mario Bros. U für die WiiU unter strenger Beobachtung von Gamern und Presse, hört.

Damit schließen wir unseren ersten Tag auf der GamesCom hier in Köln ab. Es gibt noch viel mehr aus der Welt der Spiele zu bestaunen, also bleibt dran, wenn wir weiter von der größten Spielemesse Europas berichten.

 

 

Fotos: Miriam Gerstenlauer

Hausparty im Internet

von Raphael Adam

„86% der Internetnutzer haben noch nie einen Post oder Tweet verfasst“. Das will das neue soziale Netzwerk Potluck ändern. Aber was kann es anders machen, was nicht schon Facebook und Twitter gemacht haben?

Seit Juni gibt es im Web ein neues soziales Netzwerk, den Link-Sharing Dienst Potluck. Um sich von etablierten Größen wie Facebook und Twitter abzusetzen, will der Newcomer mit Minimalismus und einer Konzentration auf die geteilten Inhalte punkten. Die Macher wollen auch diejenigen zum Mitmachen bewegen, die sonst nur eine passive Rolle in den Netzwerken eingenommen haben. Außerdem sollen leichter Kontakte außerhalb des eigenen Freundeskreises geknüpft werden können. Als Vorlage diente dem Konzept die soziale Interaktion bei einer Hausparty. Aber kann Potluck die Nutzer von sozialen Netzwerken in Feierlaune versetzen?

 

Ausschließlich Links teilen

Ein „Potluck“ beschreibt in den Vereinigten Staaten ein Treffen, bei dem jeder eine Speise mitbringt, die dann mit allen geteilt wird. Das soll auch der Zweck des neuen Dienstes sein, der von dem Startup Branch ins Leben gerufen wurde und Unterstützung von den Twitter-Gründern Evan Williams und Biz Stone erhält. Die einzige Funktion, die das soziale Netzwerk bietet, ist das Teilen von Links, welche dann kommentiert werden können. Die Aufmachung der Webseite kommt ebenso spartanisch daher. Nach der Registrierung sieht der Nutzer zwei Spalten, links den Friend-Feed mit Links von Freunden und Links bei denen Freunde diskutieren, rechts den Inhalt zum Link und die Kommentare.

Die Links müssen ohne jede Beschreibung geteilt werden. Bei Facebook oder Twitter ist das zwar auch möglich, aber oft werden die Links in einen kurzen Text eingebettet. Zudem wird im Friend-Feed nicht angezeigt, von wem ein Link stammt. Erst wenn man auf den Eintrag klickt, somit also wahrscheinlich am Inhalt des Links interessiert ist, lässt sich der Urheber erkennen. Damit soll bei Potluck der Druck vermieden werden, sich selbst darstellen zu müssen. Josh Miller, CEO von Branch, schreibt, dass Potluck die 86% der Internetnutzer ansprechen will, die noch nie einen Blog, Post oder Tweet veröffentlicht haben.

 

Ungezwungen kommunizieren

Von den Gründern wird Potluck als „eine Hausparty im Internet“ beschrieben. Bei einer solchen Party lassen sich neue Leute kennen lernen, die einem aber nicht völlig fremd sind, da man meistens gemeinsame Freunde oder Bekannte hat. Es finden lebhafte Gespräche statt an denen gleichzeitig Freunde und Fremde teilnehmen. Man steigt in die verschiedenartigen Gespräche ein und findet Themen, von denen man noch gar nicht wusste, dass sie einen interessieren. Das ist die Idealvorstellung der Macher wie Potluck funktionieren soll.

Bei Facebook, zum Beispiel, findet eine Kommunikation fast ausschließlich mit den eigenen Freunden statt. Diese werden offline kennengelernt und dann bei Facebook hinzugefügt. Das soziale Netzwerk selber bietet kaum Möglichkeiten neue Kontakte zu knüpfen. Bei Potluck soll das anders sein. Um das zu erreichen, sollen Gespräche nicht einer Person „gehören“. Auch deshalb ist nicht direkt ersichtlich, wer einen Link geteilt hat. Der Inhalt, das Gesprächsthema, soll im Vordergrund stehen. Zudem sollen die Nutzer keinen Druck verspüren jemanden darstellen zu müssen, sondern sollen ungezwungen miteinander kommunizieren. Aus diesem Grund können Kommentare nicht bearbeitet werden und werden direkt mit der Enter-Taste abgeschickt. Die Profile der Nutzer sind außerdem auf ein Minimum beschränkt und müssen nicht aufwendig gestaltet werden.

 

Noch ausbaufähig

Es ist dem Dienst anzumerken, dass er sich noch im Anfangsstadium befindet. Bisher kann Potluck nur über die eigene Webseite erreicht werden, für iOS soll aber eine App in Arbeit sein. Auch viele grundlegende Funktionen, wie eine Suche oder Filter für die Links, werden wahrscheinlich von den Nutzern vermisst werden. Wegen des geringen Bekanntheitsgrades könnte es auch vielen schwer fallen, Freunde zu finden. Um das zu erleichtern, können diese über Twitter, Facebook und Google Mail gesucht werden.

Bisher ist Potluck wohl hauptsächlich für Early-Adopter geeignet. Jedoch könnte der Dienst in Zukunft seine Nische unter den sozialen Netzwerken finden. Obwohl er auf den ersten Blick keine Neuerungen mit sich bringt, scheint doch die minimalistische Umsetzung ihren Charme zu haben. Das Veröffentlichen von Inhalten könnte hier so einfach und ungezwungen sein wie noch nie. Für einen Erfolg müssten aber bald Apps für iOS und Android verfügbar sein, da hier wahrscheinlich der primäre Ort der Anwendung liegen dürfte.

 

 

Fotos:

flickr/StockMonkeys.com: 3D Social Networking (CC BY 2.0)

flickr/StockMonkeys.com: 3D Green Energy (CC BY 2.0)