Play the Game – Kunst und Kultur der Videospiele

von Miriam Gerstenlauer

Vor über 20 Jahren ist es ausgebrochen, das Klötzchenfieber. Tetris, mir seiner einfachen Spielmechanik und seiner Ohrwurmmelodie eroberte die Spielewelt im Sturm und machte Nintendos Game Boy zum ständigen Begleiter, ob auf dem Schulhof oder auf der Toilette. Heute erfreut sich der große kleine Bruder des Gameboys, der Nintendo DS, weiterhin großer Beliebtheit. Er wird aber, zusammen mit seinen Handheld-Kollegen, immer mehr von Smartphones und Tablets vom Markt verdrängt.

Jahrzehnte der Game-Kultur haben vieles verändert: Statt kantiger Polygon-Grafik und fummeliger Steuerung gibt es heute hochauflösende Hauttexturen und Bewegungssensoren. Konsolen und Spiele wurden zu Kult- und Kulturobjekten, Statussymbolen und Alltagsgegenständen. Laut statistischem Bundesamt ist mindestens jeder fünfte Haushalt mit wenigstens einer Spielekonsole ausgestattet,. Nintendo hat bereits letztes Jahr die neu Generation der Konsolen mit der Wii U gestartet, die Konsolen der Konkurrenz, Microsofts Xbox One und Sonys Playstation 4 werden zum Ende des Jahres erwartet.  Mitte Juni werden wieder zehntausende Besucher auf der E3, einer der größten Spielemessen der Welt, erwartet, die einen Blick auf die Zukunft der Spieleindustrie werfen wollen.

Doch blickt man sich einmal in der Medienlandschaft um, ist das Bild ein ganz anderes:

Schaffen es Videospiele doch einmal in das Tagesprogramm, so geht es meist um Diskussionen über Gewaltdarstellung, Eskapismus und Verrohung der Jugend. Dabei ist meist sowohl Journalisten als auch Politikern anzumerken, dass sie wenig bis gar keine Ahnung vom Thema Games haben. So glaubt ein Phönix-Moderator vielleicht bis heute, in World of Warcraft ginge es um die Befreiung Europas von der Islamisierung und auch die Tierschutzorganisation. Peta war sich nicht zu schade, aus Pokémon ein Beispiel von Tiermisshandlung zu machen. Verständlich, vielleicht, schließlich ist die Materie umfangreich und für Nicht-Digital-Natives schwer zu durchschauen.

Daher soll es in dieser Artikelreihe um einen kulturellen Querschnitt durch die virtuelle Welt der Videospiele gehen.  Wir werfen einen Blick auf den Weg der Games nach Hollywood, sehen uns an welche Spiele bis heute als die wichtigsten Vertreter ihres Genres gelten  und wer eigentlich daran Schuld ist, dass manche Spiele nur geschnitten in Deutschland erscheinen.  Und für alle, die Karriere in der Games-Branche machen wollen, zeigen wir welche man Berufe rund um Games ergreifen kann.

Was Videospiele ausmacht: Sie haben narrativ hochwertige Geschichten, ihre Welten sind komplex, ihre Helden sind nicht immer die Guten, und manchmal parkt jemand sein Motorrad senkrecht an der Wand. Eine solch facettenreiche Welt ist es wert, in einem Projektstudium untersucht zu werden.

Lasst die Spiele beginnen.


Foto: Miriam Gerstenlauer

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>