Play the Game! – Abschlussartikel

Play the Game! – Abschlussartikel

von Miriam Gerstenlauer

Die Spiele sind beendet. In meiner Artikelreihe haben wir die verschiedenen Facetten der Spiele und Spieler und der Welt um sie herum kennengelernt. Zentral sollte die Erkenntnis sein, dass der Kulturraum rund um das Medium herum, und vor allem die Videospieler, genauso wichtig sind wie die Spiele selbst.

 

Die Geschichten

Spiele zeichnen sich, in Abgrenzung zu Filmen, vor allem durch ihre Interaktivität aus. Doch unlängst können die Geschichten von Videospielen mit jenen in anderen Medien mithalten. Das geht sogar so weit, dass Videospiele zu Filmen adaptiert werden.

Doch anders als Filme, können Videospiele verschiedene Wege gehen und dadurch, je nach Gusto des Spielers, unterschiedlich Enden, wie wir in unserem Spieldurchlauf von The Stanley Parable gesehen haben. Weniger Meta-Spielentscheidungen als solche tiefst menschlicher Art zeichnen Spiele wie The Walking Dead aus, ein Beispiel für ein transmedial angelegtes Franchise, mit der Original Graphic Novel, einer Serie und mehreren Videospielen.

 

Die Industrie

Zwischen Film- und Videospielindustrie gibt es mittlerweile viele Parallelen: beide sind Milliardenschwer, schlachten gern mehrteilige Franchises für Profit aus und der Indie-Markt spielt mittlerweile eine große Rolle. Auf der E3 und der GamesCom, zwei der größten Spielemessen der Welt, werben jedes Jahr Spielepublisher und Konsolenhersteller mit noch besserer Grafik, Steuerung, oder neuer Story um ihre Produkte. Und Spiele wie Pokémon zeigen uns, dass ein Spielefranchise auch 15 Jahre lang erfolgreich sein, und dabei mit jedem neuen Titel die Spieler immer noch begeistern kann. Aber auch junge, aufstrebende Spieledesigner schaffen Kunstwerke, die sich, dank der weitreichenden Gaming-Community im Internet, zumindest in Spieler-Kreisen oft großer Beliebtheit erfreuen.

 

Die Menschen

Die Spielemacher, die Spieler, die Spielejournalisten. Am Medium Spiel sind viele Menschen beteiligt, und in Verbindung mit dem Internet sind viele neue Berufe entstanden. Let’s Player sind aus YouTube kaum noch wegzudenken und um Star-Let’s Player wie Gronkh und PewDiePie hat sich bereits eine regelrechte Fankultur gebildet. Sogar eigentliche Spielejournalisten wie die Rocketbeans um das ehemalige GameOne Team erfreuen sich des Rückhalts einer großen Community. Das liegt wohl vor allem daran, dass sie selbst Gamer sind. Denn sich durch ein 40 Stunden dauerndes Rollenspiel zu kämpfen und dann darüber auch noch zu berichten – dafür muss man das Medium wirklich lieben.

 

Fazit

Über die Kunst und Kultur der Videospiele wird man sich gewahr, sobald man sich in ihrem Kosmos bewegt. Sei es im echten Leben auf einer Spielemesse, wo sich Menschen wie ihre Lieblings-Spielcharaktere verkleiden und YouTuber dabei gefeiert werden wie sie live ein Spiel spielen, oder beim Spielen selbst, in tiefer Immersion in einer Story, oder einer abgehobenen Meta-Ebene. „Videospiele sind Kunst“ sagen manche Entwickler, für viele Nicht-Spieler sind sie vor allem immer noch #Neuland. Es gibt viel zu lernen, zu entdecken, zu lieben und auch zu hassen an Spielen. Wie man selbst am Ende zu ihnen steht, muss jeder selbst entscheiden. In diesem Sinne: Play the Game!